Rheinpfalz Junger Meister unter Strom

Worauf es bei der Installation eines Schaltkastens ankommt, zeigt Meister Niklas Kiefer (links) seinem Azubi Cedric Salzmann.
Worauf es bei der Installation eines Schaltkastens ankommt, zeigt Meister Niklas Kiefer (links) seinem Azubi Cedric Salzmann.

«HERSCHBERG/THALEISCHWEILER.» Es ist schon vorgekommen, dass Niklas Kiefer aus Herschberg auf einer Baustelle oder in der Werkstatt nach dem Meister gefragt wurde. Seine Antwort, er selbst sei der Meister, hat dann aber wegen seines jugendlichen Aussehens doch öfter verblüfft. Dabei hat der 23-jährige Herschberger seit Jahresfrist seinen Meisterbrief in der Tasche und besitzt bereits eine eigene Elektroinstallations-Firma.

Anfang Februar hat er den seit über 40 Jahren bestehenden Betrieb Elektro Voulade in Thaleischweiler-Fröschen übernommen und führt ihn als Inhaber unter gleichem Namen weiter. Im Mai ist er dann mit seinem Unternehmen vom früheren Standort in die Friedhofstraße 22 umgezogen. Geboren wurde Niklas Kiefer im US-Bundesstaat Iowa, wo sein Vater beim Landmaschinenhersteller John Deere für das Zweibrücker Werk tätig war. Aufgewachsen ist er in Herschberg, wohin die Familie mit beiden Söhnen kurz darauf zurückgekehrt ist. Nach dem Besuch der Franz-von-Sickingen-Schule in Wallhalben hat Niklas Kiefer von 2006 bis 2012 an der Integrierten Gesamtschule in Thaleischweiler-Fröschen den qualifizierten Sekundarabschluss I (Mittlere Reife) erworben. Während eines Praktikums in dieser Zeit bei Elektro-Voulade festigte sich sein Berufswunsch. Deshalb absolvierte er dann eine dreieinhalbjährige Ausbildung in einem Pirmasenser Fachbetrieb zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Zugute kam ihm danach, dass seit geraumer Zeit für die Erlangung der Meisterprüfung keine mehrjährige Gesellenzeit mehr gefordert wird. Ohne zu zögern hat er sich an der Meisterschule für Handwerk in Kaiserslautern angemeldet und 2017 bereits die Meisterprüfung abgelegt. Gerade recht kam dem jungen Meister dann die Anfrage von Michel Voulade, der sein Geschäft altersbedingt in jüngere Hände geben wollte. „Es war keine leichte Entscheidung“, sagt Niklas Kiefer, aber er hat es gewagt und blickt ob seiner Existenzgründung positiv in die Zukunft. „Wir bringen Spannung in Ihr Leben“, verspricht er laut Eigenwerbung sowohl neuen Kunden als auch denen, die er von seinem Vorgänger übernommen hat. Bei ihm hat er zur Einarbeitung zuerst drei Monate als „Geselle“ gearbeitet. Neben Elektroinstallationen für Industrie und Wohnungsbau bietet der junge Handwerksmeister auch Netzwerktechnik und Antennenbau sowie den Verkauf von Elektrogeräten einschließlich Kundendienst und Reparaturen an. Die Auftragslage sei zufriedenstellend, zurzeit werden gerade umfangreiche Arbeiten in einem Kirchenneubau ausgeführt. Weil Nachwuchs im Handwerk dringend gebraucht wird, will sich Niklas Kiefer auf jeden Fall als Ausbilder betätigen. Vor vier Wochen hat er Cedric Salzmann (18) aus Herschberg als Auszubildenden in seinen Betrieb aufgenommen. „Ich will aus ihm einen guten Elektriker machen“, sagt er. Etwas Zeit will er künftig trotz Selbstständigkeit für seine Hobbys reservieren. Weil er gerne reitet, hat er seit fünf Jahren ein eigenes Pferd, das natürlich auch gepflegt werden will. Aktives Mitglied ist er bei den Herschberger Narren im Männerballett und bei der Gesangsgruppe, wo er auch für die Tontechnik zuständig ist.

x