Rheinpfalz Jetzt rücken die Vermessungstrupps an
Am 28. Juni 2010 wurde in Geiselberg ein Flurbereinigungsverfahren beschlossen und eingeleitet. In dieser Woche – sieben Jahre später – informierte das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) die Eigentümer von Grundstücken in Geiselberg. Im Außenbereich sind die Vorarbeiten schon ein Stück weit gediehen. Jetzt geht es an die Arbeiten im innerörtlichen Bereich. Und das bedeutet, dass in den nächsten Monaten die Grundstücke im Ort, die im Flurbereinigungsgebiet liegen, vermessen werden.
Die Mitarbeiter des DLR werden dazu Straße um Straße abgehen, müssen dazu auch auf die Grundstücke der Eigentümer. Das war mit der Hauptgrund für den Infoabend, erläuterte Willi Junk, Gruppenleiter beim DLR. Denn es solle sich niemand wundern, wenn plötzlich Menschen mit Vermessungswerkzeug, die dazu von Gesetzes wegen ausdrücklich berechtigt sind, auf dem Grundstück stehen. Junk nutzte die Gelegenheit, um über den Stand es Verfahrens zu berichten und auf die Möglichkeiten hinzuweisen, die die Flurbereinigung bietet. Ziel ist es, dort gut zugeschnittene Grundstücke zu bekommen, wo diese noch nicht vorhanden sind, um dadurch eventuell neu bebaubare Grundstücke zu erhalten. Grenzen sollen begradigt, Grenzabstände verbessert werden. Gegen Ende des Verfahrens, das noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird, sollen im Rahmen der Aktion „Mehr Grün durch Flurbereinigung“ der Gemeinde und privaten Grundstückseigentümern kostenlos Bäume zum Anpflanzen überlassen werden. „So weit sind wir noch lange nicht“, zeigte Junk auf, dass das noch wenigstens vier bis fünf Jahr in Anspruch nehmen wird. Wenn es keine größeren Komplikationen gibt. Im Außenbereich ist die Ermittlung der Werte der landwirtschaftlichen Grundstücke abgeschlossen. Dabei wurde erfasst, welche Güteklasse welche Fläche hat. Es läuft aktuell die Beteiligung der etwa 50 Träger öffentlicher Belange, wie Naturschutzverbände und Fachbehörden. Die ist erforderlich, damit der Wege- und Gewässerplan aufgestellt werden kann. Um all das leisten zu können, wurden die Flächen mit Drohnen überflogen, die zentimetergenau vermessen können. Änderungen an den Grundstücksgrößen, die allein der mittlerweile deutlich besseren Messtechnik geschuldet seien, werde es in jedem Fall geben, sagte Junk. Die Kosten für den Wegebau übernimmt zu 80 Prozent das Land. Entsprechende Antragsverfahren können beginnen, wenn der Plan von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion genehmigt ist. Mindestens 2018 wird es werden, ist sich Junk sicher. Parallel beginnen die Arbeiten im Ort. Betroffen sind alle Gebiete außer den Neubaugebieten der vergangenen 20 bis 30 Jahre, die bereits beim Katasteramt erfasst sind. Vornehmlich geht es um Grundstücke im alten Ortsteil, als die Häuser noch mehr oder weniger so gebaut werden durften, wie gewollt, weil es keinen Bebauungsplan gab. Ausgenommen sind wiederum Grundstücke, die erst kürzlich vermessen wurden. Regeln soll die Flurbereinigung Fragen der Überbauung von Nachbargrundstücken oder die Überbauung privater Flächen durch öffentliche Einrichtungen wie Straßen. Dazu werde der Gemeinderat einen Betrag festlegen, zu dem diese Flächen an- beziehungsweise verkauft werden. In der Regel bewege sich dieser bei etwa zehn Euro pro Quadratmeter, skizzierte Junk. Flächen können gekauft, verkauft oder getauscht werden. Ein Vorteil der Flurbereinigung sei, dass Flächen übertragen werden können, ohne dass es eines Notars bedarf. Jeder Grundstückseigentümer, dessen Grundstück mindestens vermessen wird, zahlt am Ende des Verfahrens einen Beitrag von 100 Euro. „Wenn sie wissen, was es kostet, ein Vermessungsbüro mit so etwas zu beauftragen, dann wissen sie, wie günstig sie diese Leistung bekommen“, sagte Junk. Das sei möglich, weil die Flurbereinigung hoch subventioniert werde. Ganz entscheidend für den Erfolg der Flurbereinigung sei, dass die Menschen daran interessiert seien, die Situation zu verbessern. Wenn keine Bereitschaft da sei, Flächen zu tauschen, zu verkaufen oder zu übernehmen, dann werde es schwierig. Die DLR bittet darum, Grenzsteine freizulegen und die Mitarbeiter vor Ort auf mögliche Besonderheiten hinweisen. „Das hilft uns“, sagte Junk. Zudem sucht das DLR Messgehilfen, die mit den Mitarbeitern des DLR im Ort unterwegs sind. Info Wer Interesse hat, als Vermessungshelfer tätig zu werden (Stundenlohn 8,50 Euro), kann sich beim DLR in Kaiserslautern melden, Telefon 0631/3674-0.