Herxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Jürgen Walzer kommt mit seiner Metal-Oper „Dispyria“ erstmals in die Südpfalz

Erweitert kontinuierlich sein „Dispyria“-Universum: der Kaiserslauterer Musiker Jürgen Walzer.
Erweitert kontinuierlich sein »Dispyria«-Universum: der Kaiserslauterer Musiker Jürgen Walzer.

Der Kaiserslauterer Komponist und Musiker Jürgen Walzer ist mit seiner Metal-Oper „Dispyria“bis nach Übersee bekannt. Jetzt führt er sich zum ersten Mal in die Südpfalz auf.

Das „Dispyria“-Projekt hat sich seit seinen Anfängen 2012 zu einem kleinen, aber gehaltvollen Universum ausgeweitet. Der Kaiserslauterer Gitarrist, Komponist und Superior-Mitbegründer Jürgen Walzer hat vor einiger Zeit Musiker für eine Band um sich versammelt, mit der er zwei Konzeptalben der Marke Metal-Oper aufgenommen hat. Sie erzählen die Geschichte von Josh Devon und seinem Kampf gegen innere Dämonen und sind selbst in Übersee bekannt.

Mittlerweile gibt es zu der vielschichtigen, in Wort und Ton umgesetzten Fantasy-Geschichte um Josh Devon und seine Antagonistin Aelyrea zwei CDs, mehrere Videoclips, einen Roman, viele professionelle Illustrationen, ein umfängliches Storybook und nicht zuletzt etliche erfolgreiche Livekonzerte mit Material aus den Progressive Rock-Alben. Der dritte Teil der Saga kam im Frühjahr auf den Markt: „Dispyria - The Story of Marion Dust“. Dafür hatte Walzereinen Vertrag beim Platten-Label El Puerto Records bekommen, das die internationale Vermarktung übernimmt.

Martialisch: Cover zur neuen Produktion aus dem „Dispyria“-Universum von Jürgen Walzer.
Martialisch: Cover zur neuen Produktion aus dem »Dispyria«-Universum von Jürgen Walzer.

Der Inhalt der fesselnden Geschichte, die in ihrer Entwicklung nachvollziehbar gezeichneten Figuren, ganz besonders natürlich die dazu passende musikalische Gestaltung der programmatischen Konzept-Alben – da passt alles fugenlos zusammen. Es macht ganz einfach Spaß, den verwinkelten, immer wieder Neues offenbarenden Gängen der Story im Rock-Sound nachzuspüren. Vor allem beim jüngsten Album. Einige spezielle Mitstreiter an Walzers Seite heben das neue Album noch einmal auf eine neue Qualitätsebene.

Da sind zum einen (auf jeweils einigen Titeln) Sabrina Roth und Stephan Hugo als Background-Vokalisten, Wolfgang Sing und Markus Pfeffer an den Lead-Gitarren, Ale Martin als sonorer Tenor und Roland Moschel hinter der Hammond-Orgel zu hören. Da ist schon mal eine solide Riege aus Pfälzer Landen. Als Haupt-Sänger fungieren dann neben Ralf Scheepers (Primal Fears) und Carsten „Lizard“ Schulz meistens der amerikanische Vokalist Zak Stevens (Savatage). Dessen Ehefrau Kate hat die anspruchsvollen Texte geschrieben, die ihr Mann über die von Walzer komponierte Musik einsang. Moderne Technik brachte alles trotz räumlicher Entfernung sauber zusammen.

Musikalisch und optisch faszinierend war die Konzertpremiere im Frühjahr in Kaiserlautern.
Musikalisch und optisch faszinierend war die Konzertpremiere im Frühjahr in Kaiserlautern.

Während im ersten Teil der „Dispyria“-Reihe „A Dream Therapy“ (2012) die Basis der Story gelegt wurde, begegnet Protagonist Josh Devon sieben Jahre später auf „The Journey to Aelyrea“ der titelgebenden Dämonin. Manch anderer Kreative hätte es jetzt bei dieser Konstellation belassen. Walzer aber beleuchtet im aktuellen Album bislang dunkel gebliebene Hintergründe, erklärt vom Opener „A Girl Called Marion“ über das entscheidende Ereignis in „Blue Mirror“ bis hin zum Punkt ohne Wiederkehr in „Pandora’s Box“ die verstörende Entwicklung des verschüchterten Mädchens Marion hin zur grausamen Aelyrea.

Die Musik dazu geht unter die Haut. Gesprochene Passagen, wie Beschwörungsformeln wirkende Parts (etwa im Titel „Firechild“), dann geradezu opernhaft anmutende Teile in „The Resistance“ – Walzer lässt nichts aus in dieser grundsätzlich hardrockig-metalligen Progressive-Rock-Welt von „Dispyria“. Und dann erst diese Gitarren-Soli. Was Markus Pfeffer im letzten Stück des Albums, „The Curse“, hinlegt, bewegt sich in Ausdruck, Technik und Tempo auf höchstem Niveau.

Vierter Teil schon in Planung

Zwei Gimmicks runden das Gesamtpaket der Produktion ab: zum einen das Booklet in der physischen CD mit allen sprachlich hochstehenden Texten zum Mitlesen. Zum anderen ein großes Storybook mit den beeindruckenden Grafiken des Künstlers Timo Würz. Hierin ist dann auch die hochwertige, auf Deutsch verfasste Geschichte aus der Feder Jürgen Walzers nachzulesen. Und diese Story mit Josh Devon, Aelyrea, den „Seelenreißern“ und all den anderen interessanten Charakteren ist auch jetzt noch nicht auserzählt. Ein (mindestens) weiteres „Dispyria“-Album ist bereits in Planung.

Termin

Jürgen Walzer führt seine Metal-Oper „Disphyria“ am Freitag, 29. Dezember, um 20 Uhr in der Herxheimer Festhalle auf. Dem Besucher wird ein Querschnitt aus den bisherigen drei Alben mit einem besonderen Erlebnis in Licht, Bild und Ton geboten. Der Vorverkauf läuft über Eventim und Eventfrog.

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