Rheinpfalz Investieren in Landau macht mehr Spaß
Als Betreiber von Lebensmittelmärkten in der Südwestpfalz war Marcel Sponheimer bekannt. Jetzt hat der gebürtige Luger, der in Hauenstein wohnt, ganz umgesattelt und steigt groß in die Freizeitbranche ein. Ein Indoor-Spielpark macht den Anfang. Eine Eventhalle und sein „Stammgeschäft“, ein Getränkemarkt, sollen folgen. Allerdings alles in Landau. In Hauenstein liebäugelt Sponheimer wieder mit einem Getränkemarkt.
Sponheimer ist einer von drei Investoren in dem unter „Funpark“ firmierenden Projekt vor den Toren Landaus in der Albert-Einstein-Straße (wir berichteten mehrfach). Indoorspielhalle mit 1000 Quadratmetern, Disco, Eventhalle für 1000 Besucher, Kletterhalle und Ninja-Warrior-Parcours sind die Bausteine für den Vergnügungspark im Gewerbegebiet. Eine Millioneninvestition. Sponheimers Telefon klingelt ständig während des Gesprächs mit der RHEINPFALZ. Der Mann ist gut im Stress. Seine Berufsplanung hatte allerdings mal ganz anders ausgesehen. Der in Lug aufgewachsene 38-Jährige hatte zunächst eine Laufbahn als Lehrer angepeilt, in Landau Englisch und Wirtschaft für Lehramt studiert und anschließend in Dahn an der damaligen Hauptschule auch ein Jahr unterrichtet. „Das war toll, weil ich es ja nicht immer machen musste“, erzählt Sponheimer lachend. Im Schuldienst hätte er sich schnell gelangweilt, ist er sich sicher. „Da hätte mir die Abwechslung gefehlt. Die freie Wirtschaft ist da schon interessanter.“ Und so wechselte er in den Lebensmitteleinzelhandel und betrieb in Dahn, Rodalben, Hauenstein sowie in Pirmasens-Ruhbank Märkte von Edeka und Eurospar. 2005 zog er nach Hauenstein, wo er auf jeden Fall bleiben will. 2012 verkaufte er schließlich seinen letzten Lebensmittelmarkt. Es war an der Zeit, etwas Neues anzugehen, und das fand sich im Gewerbegebiet bei Queichheim direkt an der A 65 gelegen. Ein 7000 Quadratmeter großes Grundstück wartete dort auf Entwicklung. Einen Partner für das Landauer Projekt kannte er schon aus Kindheitstagen in Lug. Der ebenfalls aus Lug kommende Dieter Wieser hatte ihm die Flammkuchen geliefert, die in seinen Märkten verkauft wurden. Jetzt sitzt Wiesers Frau Peggy mit im Boot als Investorin für den Funpark. Sponheimer ist hauptsächlich für den Indoor-Spielpark zuständig. Hier hat er drei „Fachberater“ an seiner Seite, die genau wissen, was Kinder wollen. Seine drei eigenen Kinder seien eine große Hilfe bei der Konzeption, erzählt Sponheimer. „Den Blick, was so ein Indoorspielpark braucht, kriegt man mit eigenen Kindern.“ Mit denen er auch einige andere Indoorspielplätze besucht habe. Was schmeckt den Kindern? Was hat ihnen gefallen und was ist überhaupt gerade so angesagt in den Spielplatzhallen? Solche Fragen lassen sich quasi nebenbei beim Besuch mit den Kindern klären. Die Frage nach dem Grund für die Investition in Landau, wo doch in Hauenstein oder gar Pirmasens auch genug Platz für Vergnügungsparks wäre, beantwortet Sponheimer mit dem Verweis auf das Wachstum in Landau. „Die Lage hier ist perfekt, man hat einen Grund, hierher zu fahren.“ Landau sei die Stadt in der weiteren Region, die derzeit am stärksten wachse. „Pirmasens ist eine Stadt, die nicht wächst“, lautet die knappe Antwort auf seine Erfahrungen als Unternehmer in der Westpfalz. Zudem gebe es in Pirmasens schon einen Indoorspielplatz bei der Regenbogen-Kinderhilfe und in Dahn das Super-Dubber. In Landau erhofft sich Sponheimer ein wesentlich höheres Kundenpotenzial und durch die Lage an der Autobahn auch ein sehr weites Einzugsgebiet. Und für Hauenstein wäre der Plan eines Vergnügungsparks, wie er jetzt in Landau entsteht, viel zu groß. Zumal Sponheimer mit Hauenstein schlechte Erfahrungen gemacht hat. In der Hengenschen Fabrik wollte er in betreutes Wohnen investieren und sei der einzige Bieter für das Gebäude gewesen. „Der Gemeinderat hat dann lieber so lange gewartet, bis ein anderer geboten hat und es dem gegeben. Das ist nicht so schön gelaufen. Hier werde ich nicht mehr viel machen“, zeigt er sich enttäuscht von seiner Wohngemeinde. Allerdings so ganz nur zum Wohnen sieht er Hauenstein auch nicht. Wenn der Edeka-Markt aus dem ihm gehörenden Gebäude ausziehe, könnte er sich vorstellen, dort einen Getränkemarkt aufzumachen. „Das ist die Branche, wo ich herkomme“, so Sponheimer. Und dann spielt er immer noch beim TV Hauenstein in der AH-Mannschaft Fußball, nach Jahren, in denen er für den TV in der Bezirksklasse aktiv war.