Rheinpfalz In Freundschaft eng verbunden
Die Bedeutung, die deutsch-französische Partnerschaften haben, wie sie Waldfischbach-Burgalben und Carentan-les-Marais seit mehr als seinem halben Jahrhundert pflegen, wurde beim Besuch der 60-köpfigen Delegation aus der Normandie am vergangenen Wochenende deutlich. „Europa, das ist nicht Brüssel, das ist nicht Paris und nicht Berlin. Europa, das sind wir, die Menschen, die Europa, die Idee von Europa leben“, sagte Bertrand Favray, der Vorsitzende des Freundeskreises Carentan.
Vier Tage wurde diese Partnerschaft auf vielfältige Weise gemeinsam gelebt und von einigen Teilnehmern auf deutscher und französischer Seite neu entdeckt. So erhielt das erste im Jahr 2017 in Waldfischbach-Burgalben geborene Baby, Isabella Wagner, ein Präsent der französischen Delegation. Vivian Staeb und Marius Seibel, Schüler der Integrierten Gesamtschule Waldfischbach-Burgalben, wurden für ihre hervorragenden Leistungen im Fach Französisch geehrt. Die historische Bedeutung der deutsch-französischen Partnerschaften offenbarte sich beim gemeinsamen Besuch des Simserhofs, dem Fort der Maginot-Linie, kurz hinter der deutschen Grenze. Hier hatten sich 1940 Deutsche und Franzosen scheinbar unversöhnlich gegenübergestanden. Jahrzehnte später stünden Deutsche und Franzosen in Freundschaft verbunden, an dieser Stelle, würdigten Favray und der Präsident der Jumelage auf französischer Seite, Christian Suarez. „Ihr seid alle unsere Freunde“, sagte Suarez mit Blick auf die deutschen Gastgeber. Die hatten bei der französischen Präsidentenwahl im Mai etwas Bammel gehabt, verriet Favray. „Ihr habt richtig gewählt, den Präsidenten, der für Europa steht“, freute er sich. Was eine Freundschaft jung hält, ist das gemeinsame Feiern: Anstoßen war schon am Freitag angesagt, als die französische Delegation unter anderem von Bürgermeisterin Anna Silvia Henne im Foyer des am Carentaner Platz liegenden Schwimmbads offiziell willkommen geheißen wurde. Die Arbeitssitzung am Samstag brachte als Ergebnis, dass die deutsche Delegation künftig alle zwei Jahre an Pfingsten nach Carentan fahren wird. Auf französischer Seite wird über einen festen Termin im August für die Besuche nachgedacht. Dadurch ließe sich beispielsweise vermeiden, wie jetzt geschehen, dass das Bürgerhaus anderweitig vermietet ist und nicht genutzt werden kann. Da Carentan-les-Marais, bedingt durch eine Kommunalreform, größer wurde und nach derzeitigen Planungen weiter wachsen soll, soll auf deutscher Seite die Partnerschaft noch intensiver als bisher auf die Verbandsgemeinde ausgedehnt werden. Beim Europa- beziehungsweise Freundschaftsabend, der wegen des belegten Bürgerhauses in der Festhalle in Heltersberg stattfand, sorgten die Sänger von „Next Generation“ und „audite silaete“ sowie die Majoretten- und Showtanzgruppe aus Heltersberg für gute Unterhaltung. Favray und seine Enkel griffen zur Trompete und ließen die Europa-Hymne erklingen. Die Franzosen stellten bei ihrem auf Deutsch vorgetragenen Liedbeitrag einen Hahn mit auf die Bühne und lobten Organisatorin Nathalie oder – wie die Franzosen sie nennen – „Nana“ Faust. Groß war die Gaudi am Montag beim Abschlussabend im Musikzentrum der Moosalbtaler Blasmusik, die längst ein fester und gern gehörter Bestandteil der Partnerschaft ist. Neben Blasmusik genossen die Gäste bei bestem Wetter deutsches Bier und pfälzische Spezialitäten.