Rheinpfalz In freier Musik frei fühlen
17 junge Musiker vor allem aus Südwestdeutschland treffen sich ab heute bis Freitag im Jugend-Jazz-Camp auf Burg Lichtenberg. Die Leitung übernehmen Bernhard Vanecek, Musikantenland-Preisträger 2008, und, erstmals, der Kuseler Musiklehrer, Chorleiter und Musiker Matthias Stoffel.
Die aktuelle Auflage des 2011 vom Musikerverband Old Jazz Union und dem Landkreis für Musiker zwischen 14 und 24 ins Leben gerufenen Jugend-Jazz-Camps wird sich nicht wesentlich von den Vorgängern unterscheiden, aber doch Neues bringen. Denn im Gegensatz zu den vergangenen Jahren gibt es einen höheren Anteil an Jugendlichen, die das erste Mal teilnehmen, erst am Anfang des Wegs stehen, der dazu führen soll, dass „sie sich in freier Musik frei fühlen“, wie die Campleiter formulieren. „Vielleicht werden wir Themen wie Improvisation, Rhythmus, Formenlehre mehr in der Gemeinschaft beleuchten“, sagt Matthias Stoffel. „Wie es real ist, wissen wir aber alle erst nächste Woche – das ist das Wesen des Camps.“ Stoffel, Lehrer an der Musikschule Kuseler Musikantenland, betreut im Instrumentenbereich die Abteilung Klavier und Gesang. Die anderen Dozenten: Bernhard Vanecek, Posaune, Ralf „Mosch“ Himmler, Trompete, Trevor Richards, Schlagzeug und Jazzgeschichte und Sven Hack, Saxofon und Klarinette. Auch Franz Wosnitza, Landstuhler Old Jazz-Urgestein und Initiator des Camps, in dem nicht nach Noten, sondern nach Gehör Musik gemacht wird, ist dabei. Am Dienstagabend steht ein Warm-up-Konzert auf dem Programm – es ist als Dank an Liesel Weber gedacht, die bis zu ihrem Ruhestand im vergangenen Jahr die Burgveranstaltungen verwaltete und sich dabei als „guter Geist“ in die Herzen geschrieben hat. Am Mittwochabend geht es in den Volkspark in Kaiserslautern, wo die Jazzcamper ein kleines Platzkonzert als Anheizer der Unnerhaus Jazzband geben werden. Am Donnerstag, 19.30 Uhr, findet das Abschlusskonzert auf Burg Lichtenberg statt – und wie immer hoffen die Organisatoren dafür auf Publikum. Dass so wenig Zeit zur Verfügung steht, um Stücke bis zur Aufführung übers Gehör zu erarbeiten, gehört zu den Herausforderungen, die Stoffel am Konzept faszinieren. „Natürlich kann man aus jemanden, der gerade erst angefangen hat, in der kurzen Zeit keinen Supertrompeter machen“, sagt er. „Unser Job ist, herauszukitzeln, was möglich ist, den Teilnehmern vor allem ein Gespür zu vermitteln dafür, dass Musiker im Ensemble aufeinander achten müssen. Es ist immer wieder erstaunlich, was in nur drei Tagen entsteht an Dynamik und Kreativität. Und bei mir selbst als Lehrer hat das natürlich auch einen Effekt. Man lernt ja mit.“