Kultur Südpfalz Im Zeichen von Trost und Erwartung

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In der Karlsruher Christuskirche am Mühlburger Tor wird morgen, 10 Uhr, generationenübergreifend musiziert. Junge Mädchen des Nachwuchschores von Cantus Juvenum werden mit der Seniorenkantorei Karlsruhe einen festlichen Kantatengottesdienst gestalten.

Es erklingen Werke von Telemann und zwei Kantaten von Gottfried Heinrich Stölzel. Unter der Leitung von David Fasold und Priska Schöner musizieren die beiden Chöre, das Kantatenorchester der Christuskirche Karlsruhe und die jungen Solisten Carlotta Lipski, Sopran, Pauline Stöhr, Alt, Georg Kalmbach, Tenor sowie Julian Popken, Bass. Am Sonntag, 4. Dezember, um 18 Uhr spielt Kirchenmusikdirektor Carsten Wiebusch dann in der Reihe Faszination Orgelmusik Max Regers grandiose Choralfantasie „Wachet auf“ op. 52 Nr. 2 und dessen Sonate Nr. 2 d-moll op. 60 an der Klais-Orgel. Einen gewichtigen Beitrag zum Max-Reger-Jahr aus Anlass des 100. Todestages leistete Wiebusch auch mit dem großen Chor- und Orchesterkonzert von Kammerchor und Oratorienchor an der Christuskirche gemeinsam mit der Kammerphilharmonie Karlsruhe, bei dem das sogenannte Hebbel-Requiem und „Der Einsiedler“ nach Eichendorff op. 144 auf dem Programm standen. Danach folgte sehr passend das Deutsche Requiem op. 45 von Johannes Brahms. Die beiden jeweils rund 15 Minuten dauernden Stücke von Reger sind Spätwerke aus dem Jahr 1915 und geprägt von der düsteren Erfahrung des Ersten Weltkriegs. Ihre Text sind weltlich, kreisen aber um die letzten Dinge. Unter Carsten Wiebuschs klarer und einfühlsamer Leitung sowie dank seiner nicht nur in puncto Dynamik sehr differenziert aufgefächerten Deutung der Partituren gelangen sehr einprägsame Aufführung beider viel zu selten gespielter Werke Regers. Schon hier setzte der international gefeierte Bariton Hanno Müller-Brachmann, der auch Professor an der Karlsruher Musikhochschule ist, durch seinen ausgefeilten Vortrag nachhaltig Zeichen. Neben der hoch kultiviert singenden Sopranistin Irena Bespalavoite war er dann auch ein erstrangiger Solist im Deutschen Requiem von Brahms. Die Chöre der Christuskirche überzeugten durch homogenen Klang und genaue Diktion sowie eine spürbare innere Beteiligung am Vortrag der Text aus Schrift. Auch die Kammerphilharmonie Karlsruhe gab Brahms’ Musik große Intensität. Carsten Wiebusch schlug sehr flüssige, idealtypische Tempi an und vermied alles wabernde Pathos. Der Klang war stets transparent. So gab er dem Werk ein zwingendes und von großer Innenspannung erfülltes Profil. Gerade durch den gleichsam klassizistischen Zugang und einen beredten Gestus wie bei der Musik des Barocks, die Brahms bekanntlich sehr schätzte, wurde der Ausdrucksgehalt dieses berührenden Werks besonders deutlich entfaltet. |rg

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