Rheinpfalz Im US-Depot gehen die Lichter aus

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„Am Ende ist das eigentliche Ziel die Reduktion von Mitarbeitern.“ Der Vorsitzende der Hauptbetriebsvertretung bei den US-Streitkräften in Europa, Andreas Rogel, macht sich da nichts vor. Zu oft schon musste er erleben, dass bei Reorganisationen der US-Armee in Deutschland, bei Kasernenschließungen oder Umzügen Zivilbeschäftigte ihren Job verlieren. So wird es auch diesmal kommen, befürchtet Rogel, wenn das medizinische Versorgungsdepot nach Kaiserslautern zieht.

Rogel schätzt, dass ein Drittel der Jobs wegfallen, was auch der derzeitige Standortkommandeur bereits angedeutet hatte, wofür es aber keine offizielle Bestätigung gibt. Auf die Frage an die Pressestelle der US Army Garnison Rheinland-Pfalz, ob Angestellte von USAMMCE (U.S. Army Medical Materiel Center Europe) ihre Arbeit verlieren oder ob sie an einen anderen Standort wechseln können, lautet die Antwort: Die Angestellten haben die Möglichkeit mit der Einheit nach Kaiserslautern zu wechseln. Ein schöner Traum, der sich wohl nicht für alle erfüllen wird. Was die US-Zivilbeschäftigten betrifft, werden wegen der langen Beschäftigungszeiten außerhalb der Vereinigten Staaten die meisten in die USA zurückkehren müssen. Dies hängt mit einer Vorschrift zusammen, die in den vergangenen Jahren strikt angewandt wird. Die dann vakant gewordenen Positionen werden aber voraussichtlich weitestgehend wieder besetzt. Die Stimmung unter den Angestellten im Depot ist geteilt, die Moral am Boden, hört man von Beschäftigten. Derzeit denken viele über Auflösungsverträge nach, insbesondere jene Arbeitnehmer, die rentenfähig sind beziehungsweise kurz vor der Rente stehen. Hat jemand seine 45 Arbeitsjahre geschafft, muss er keine Abschläge bei der Rente hinnehmen. Wer im rentenfähigen Alter ist, aber noch keine 45 Arbeitsjahre nachweisen kann, muss mit einer Rentenminderung rechnen. Dennoch kann der Abschied von den Amerikanern finanziell abgemildert werden, denn jeder Arbeitnehmer kann einen Auflösungsvertrag und zugleich bis zu 15 Monatsgehälter aus einem sogenannten „Trust Fund“ der US Army beantragen. Voraussetzung dafür ist eine bis zu 20-jährige ununterbrochene Betriebszugehörigkeit und das Okay des Kommandeurs. Die älteren deutschen Arbeitnehmer, die zudem viele Dienstjahre bei den Amis nachweisen können, haben gegenüber den jüngeren Kollegen ein dickeres „Sozialpunktekonto“. Insbesondere trifft die Schließung die mittleren Jahrgänge zwischen 45 und 55 Jahren. Sie werden mehr Schwierigkeiten haben, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, als junge, die mobiler sind und nicht an Familie oder Immobilie gebunden sind. Da also die berufliche Zukunft bei den Stationierungsstreitkräften unsicher scheint, haben sich schon etliche Arbeitnehmer mit der Hauptbetriebsvertretung in Verbindung gesetzt, wie Rogel bestätigt. Viele hätten sich auch schon für Fortbildungen angemeldet. „Personalabbau findet über ein Sozialplanverfahren statt“, sagt der Vorsitzende der Hauptbetriebsvertretung. „Eine Transfergesellschaft wird es sicherlich geben und das ganze Programm, das wir erreicht haben für jeden Personalabbau.“ Bei USAMMCE in Pirmasens arbeiten aktuell noch rund 360 deutsche Arbeitnehmer, amerikanische Zivilangestellte und Soldaten. Wenn die Einheit 2017 umzieht (Rogel: „Da bin ich skeptisch. Ich halte das nicht für realistisch“), wird die Geschichte der amerikanischen Militärpräsenz in Pirmasens zu Ende sein. Rund zehn Einrichtungen, verteilt über eine Fläche von rund 131 Hektar, waren zwischen den 60ern und 80ern von rund 3500 Soldaten, zivilem amerikanischen Personal, deren Angehörigen und tausenden „Local Nationals“, also regionalen deutschen Arbeitnehmern, bevölkert. Die genaue Zahl der Beschäftigten zu jener Zeit ist nicht bekannt, heißt es bei der amerikanischen Pressestelle. USAMMCE, das auf einer Fläche von 31 Hektar in Pirmasens 17 Lager- und Warenhäuser stehen hat, bedient und unterstützt den Europäischen Kommandobereich (EUCOM), CENTCOM (Central Command) und AFRICOM (Africa Command) der US-Armee, Kriegsmarine, Luftwaffe, Marine, und zwar sowohl die Hospitäler, Kliniken, Botschaften und Feldlazaretts als auch die sich im Einsatz befindenden medizinischen Einheiten des Auswärtigen Amtes. Nachdem bereits seit Jahren Gerüchte über einen Umzug die Runde machten, scheint das US-Verteidigungsministerium jetzt Ernst zu machen. Die Anlage in Pirmasens werde geschlossen, um Operationen zu verbessern, überflüssige Infrastrukturen zu beseitigen und die Kosten zu senken, so verlautet die amerikanische Pressestelle auf Anfrage.

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