Rheinpfalz Im Sommer 2020 will der Planer wieder feiern

„Ja ist denn schon wieder Mühlenfest?“ Diese Frage konnte sich stellen, wer am Freitag an der Kneispermühle vorbeischaute. Dort wurde gefeiert. Kein Mühlenfest, aber ein Geldsegen, der unter anderem den Mühlenfesten in Zukunft mehr Gäste bescheren könnte. Denn der Mühlenweg in der VG Thaleischweiler-Wallhalben wird zum Radweg ausgebaut. Mit 800.000 Euro unterstützt das Land den Bau eines neuen, acht Kilometer langen Wegs.
Die Gesamtkosten werden über 1,1 Millionen Euro liegen. Da war der Förderbescheid willkommen, den Staatssekretärin Daniela Schmitt aus dem Wirtschaftsministerium dabei hatte. „Da ich weiß, dass Sie nicht mit leeren Händen gekommen sind, freue ich mich heute ganz besonders, Sie hier begrüßen zu dürfen“, sagte Verbandsbürgermeister Thomas Peifer lachend. „Ich bin wirklich beeindruckt, was Sie in dieser Woche auf die Beine gestellt haben“, sagte Schmitt. Sie habe sich noch mal rückversichert, ob der Termin tatsächlich erst vor einer Woche so vereinbart worden sei. War er. Aber unter anderem das Team der Kneispermühle, die Tourismusabteilung der VG und die jungen Musiker der Bläserklasse der Grundschule Rieschweiler-Mühlbach, die mit dem Gesundheitsrock darauf hinwiesen, dass dieses Projekt wichtig sei, weil sich Geist und Körper regen wollen und einmal täglich Fahrrad fahren nicht schade, hatten großen Anteil an der gefühlten Mühlenfest-Atmosphäre. Zu der trugen auch mehr als 100 Gäste bei – bei klasse Wetter auch einige Fahrradfahrer. Auffällig war, dass unter den vielen Gästen bei diesem Projekt, das auch als Symbol des Zusammenwachsens der fusionieren Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben gewertet wird, kein Vertreter der Ortsspitze der Gemeinde Wallhalben vor Ort war. Auf die symbolische Bedeutung des Wegeausbaus wies Marktgräfin Sophie I. hin. Landrätin Susanne Ganster sprach von einem sprichwörtlich sonnigen Tag für die Verbandsgemeinde. Es sei ein großes Vorhaben mit großzügiger Förderung durch das Land. Jede Region im Kreis habe ihre besonderen Eigenheiten als Naturlandschaft. Hier dieses wunderbare Tal, das es gelte touristisch voranzubringen. Das sei die Intention hinter der Landesförderung, so Schmitt. Die Kneispermühle als Ort der Übergabe sei perfekt, fand die Staatssekretärin. Der Radtourismus sei von ganz besonderer Bedeutung, und wenn man das Radfahren mit einer Einkehr auf der Strecke verbinden kann, dann sei das hervorragend. Tourismus sei ein wichtiger Faktor für die Menschen, die in der Region leben. „Regionen, die einen hohen Freizeitwert haben, sind attraktiv für Firmen, die sich mit Ansiedlungsfragen beschäftigen“, sagte Schmitt. Gerade im Hinblick darauf, Fachkräfte zu gewinnen. Dass touristische Projekte wie der Mühlenradweg einen Mehrwert für die Einheimischen bringen, darauf verwies auch Thomas Peifer. Er erinnerte daran, dass der Verbandsgemeinderat im Mai 2016 den Beschluss zum Ausbau des Mühlenradweges getroffen habe und dass damals viele Ratsmitglieder auf den besonderen Symbolcharakter des Projektes hingewiesen hätten. In jedem Fall entstehe eine wichtige Infrastrukturverbesserung, die den Tourismus aufwerte. Martin Rutschmann vom Ingenieurbüro Dilger erinnerte an die erste Fahrt auf dem Mühlenweg, um diesen zu begutachten. Mit dem Auto sei man ihn abgefahren, sagte er, und er habe wirklich Mühe gehabt, angesichts des Zustandes, das Auto auf der Strecke zu halten. So schmierig sei die Lehmschicht gewesen. Als Radweg nur nutzbar, „wenn Sie mit einem wirklich guten Mountainbike fahren“, sagte Rutschmann. Das soll sich ändern. Ausgebaut wird mit einer geohydraulischen Tragschicht, die den Weg befestigt. Dabei wird der Weg etwa 40 Zentimeter tief abgefräst, das Fräsgut wird mit Zement vermischt, so dass eine stabile Schicht entsteht, die dem Naturschutz Rechnung trägt und gut befahrbar ist. Auch die Gräben zur Wegeentwässerung werden neu aufgebaut, vergrößert, so dass rechts und links des Weges auch die Natur profitieren wird. Vor allem die Gewässer. Ausgebaut wird auf 3,50 Meter Breite. Entlang der Strecke wird es mehrere sehenswerte Stationen geben. Zum Beispiel ein Mini-Mühlrad. Rutschmann hofft, dass man sich spätestens in zwölf bis 18 Monaten wieder an gleicher Stelle treffen kann, um den Radweg einzuweihen. Glosse