Rheinpfalz Im Notquartier gelandet

Das Interesse an dem Hubschrauber war vom Fleck weg groß. Seine Platzkapazität ist es auch. So können auch mal Begleitpersonen m
Das Interesse an dem Hubschrauber war vom Fleck weg groß. Seine Platzkapazität ist es auch. So können auch mal Begleitpersonen mitfliegen.

Seit Montagnachmittag ist ein Intensivtransporthubschrauber auf dem ehemaligen Militärflughafen in Sembach stationiert. Die Maschine der Johanniter-Unfall-Hilfe, die die gesamte Westpfalz abdeckt, ist jedoch nur übergangsweise dort. Wenn der letzte Genehmigungsschritt und die nötigen Baumaßnahmen auf dem Flugplatz in Imsweiler im Donnersbergkreis in rund vier Wochen abgeschlossen sind, soll sie dort ihren langfristigen Standort bekommen.

Schon lange wurde ein Rettungshubschrauber für die Westpfalz gefordert, doch nicht vom Land genehmigt, mit dem Argument, dass kein Bedarf bestehe. Mit dem Intensivtransporthubschrauber wurde in interkommunaler Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen Kaiserslautern, Kusel, Donnersberg und der Stadt Kaiserslautern eine geschickte Lösung gefunden, diese Lücke zu schließen. Denn der Helikopter dient für den Transport von Intensivpatienten zwischen den Standorten des Westpfalz-Klinikums, im Notfall wird er aber als Rettung angefordert, wenn er der naheliegendste zum Unfallort ist (Die RHEINPFALZ berichtete am Samstag). Unterschlupf hat der geräumige Helikopter auf dem Gelände der Baufirma Korz im Gewerbepark, dem ehemaligen Militärflughafen, bekommen. Jene stellt unentgeltlich den Landeplatz, einen Hangar und einen Raum für die Besatzung zur Verfügung, wie Inhaber Mathias Korz bestätigte. Da nächtliche Feuchtigkeit und Frost dazu führen können, dass der Hubschrauber morgens nicht flugtauglich ist, ist eine Abstellhalle nötig. Unter anderem aus diesem Grund ist auch keine Stationierung auf dem Dach des Westpfalz-Klinikums Kaiserslautern möglich. Aber: „Die schweren Tore des Hangars, seit Jahrzehnten unbenutzt, haben wir noch nicht aufbekommen, die Motoren sind weg“, erläuterte Korz. Seine Firma werde dieses Problem deshalb mit schwerem Gerät angehen. „Der Hubschrauber hat sich bei uns schon in die Herzen der Menschen geflogen“, erinnerte sich der Donnersberger Landrat Rainer Guth an einen Unfall in der Nacht zum Samstag bei Kirchheimbolanden. Die Maschine kam zur Luftrettung, aber noch vom Standort Gießen aus. Guth: „Wäre sie schon hier stationiert gewesen, wäre es deutlich schneller gegangen.“ Allerdings war damit auch eine Herausforderung angesprochen, die es noch zu bewältigen gilt: Denn in Hessen hat der nun „Air Rescue Pfalz“ genannte Heli eine Nachtflugerlaubnis, für Rheinland-Pfalz nicht. Die technische Voraussetzung hat die Maschine im Gegensatz zu vielen anderen Rettungshubschraubern. In der Praxis heißt dies momentan, dass der Hubschrauber in der Dämmerung zwar starten, aber später nicht mehr landen darf. „Er bleibt dann entweder auf dem Dach des Klinikums und versperrt den Platz für andere Hubschrauber, oder er muss nach Hessen geflogen werden und ist wieder weit entfernt“, erläuterte Standortleiter Peter Ziepser. Die Feuerwehr müsse die Landung übrigens nur nachts absichern, klärte Ortner auf. „Tagsüber hat jeder Rettungshubschrauber eine allgemeine Landegenehmigung.“ „Geplant ist der 24-Stunden-Betrieb“, betonte der technische Leiter der Johanniter-Luftrettung, Markus Ortner, aber das Genehmigungsverfahren sei sehr aufwendig und eine Abwicklung wird nicht innerhalb eines Jahres erwartet. Mit der Zulassung wäre der Helikopter laut Ortner der einzige im Land mit Flugerlaubnis in der Dunkelheit. Wie die Nachtflugtauglichkeit liege die medizinische Ausstattung über der eines herkömmlichen Rettungshubschraubers, zum Beispiel habe er eine Herz-Lungen-Maschine zur Reanimierung an Bord. Ortner: „Das Fluggerät hat ungefähr doppelt so viel Platz wie ein üblicher Rettungshubschrauber, kann mit einer Tankfüllung drei Stunden in der Luft bleiben und ist wegen der Räder statt Kufen aufgrund des geringeren Luftwiderstands schneller.“ Der Flugplatz in Imsweiler im Donnersbergkreis wurde als langfristiger Standort ausgewählt, weil er zentral liegt, wegen der Höhe von Nebel weniger betroffen ist und einen Hangar bietet. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) habe die Genehmigung erteilt, nur der Verbandsgemeinderat müsse noch zustimmen, führte Guth aus. „Und die Grasnarbe auf dem Landeplatz muss betoniert werden, damit der Hubschrauber in den Hangar rollen kann.“

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