Kultur Südpfalz Im Land, wo die Zitronen blüh’n
Über 300 Freunde der Musik folgten am Samstag der Einladung der Gemeinde und der Landfrauen zum Neujahrskonzert mit dem Johann-Strauß-Orchester-Kurpfalz nach Bornheim. Unter der souveränen Leitung von Professor Wolfram Koloseus erklangen Melodien von Donizetti, Offenbach, Johann Strauß, Lehár, Gerhard Winkler und anderen Meistern der leichten Muse.
Das Salonorchester, von Frank Ringleb 1995 gegründet und aus erfahrenen Musikern der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, des Nationaltheaters Mannheim, des Philharmonischen Orchesters Heidelberg und anderen Orchestern bestehend, war bereits in den vergangenen Jahren mit großem Erfolg in Bornheim zu hören. Auch in diesem Jahr bereicherten zwei Gesangssolisten das Programm: Die Sopranistin Cornelia Zink, zurzeit Gast am Nationaltheater Mannheim, und der junge australische Tenor Christopher Diffey, ebenfalls in Mannheim, gaben dem Konzert Glanz mit ihrer Vokalkunst. „Wo die Zitronen blüh’n“ war das Motto des Konzerts, das die Zuhörer in das Sehnsuchtsland Italien führte. Mit der großartigen Ouvertüre zur Operette „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß entfaltete das Orchester seinen Klangzauber. Frank Ringleb führte charmant und unterhaltsam durch die Welt der leichten Muse nach Italien. Was den musikalischen Anspruch betrifft, ist dieser dennoch sehr hoch und es ist keineswegs einfach, die Operettenmelodien so zum Klingen zu bringen, dass sie die Menschen bewegen. Als Cornelia Zink mit ihrem prachtvollen Sopran Giudittas Arie „Meine Lippen küssen so heiß“ von Franz Léhar zum Leuchten brachte und mit Tenor Christopher Diffey ein Duett aus Donizettis komischer Oper „Don Pasquale“ anstimmte, entstand echte Opernatmosphäre. Auch in Paganinis Arie „Gern hab ich die Fraun geküsst“ konnte der junge Tenor mit seiner lyrischen Stimme in strahlender Höhe glänzen. Stets wurden die Sänger einfühlsam begleitet. Nicht alle Glanzlichter eines solchen Konzerts können erwähnt werden, jedoch zeigte auch das Orchester seine Stärken in Josef Rixners „Pizzicato“, in Offenbachs „Barcarole“ und ganz zum Schluss im Konzertwalzer „Wo die Zitronen blüh’n“ von Johann Strauß. Sie dürfen sich in der Tat auf Johann Strauß als Namensgeber berufen, denn dazu muss man den Walzer und die Polka schon im Blut haben. Konzertmeister Sorin Strimbeaun führte nicht nur bei den Violinen, sondern gab den Liedern aus Neapel das passende Flair durch sein Mandolinenspiel. Zwei Höhepunkte steigerten am Schluss die Stimmung: die Bravourarie „Funiculi, Funcula“ mit Christopher Diffey und die Arie „Frühling in San Remo“ mit Cornelia Zink. Das verlangte nach Zugaben, unter anderem mit einem prachtvollen Duett aus Verdis Oper „La Traviata“. Ausdrücklichen Dank gilt aber auch den Akteuren hinter den Kulissen, insbesondere den Landfrauen Bornheim für die Ausschmückung der Bühne sowie die Bewirtung. Mit dem schmissigen Radetzky-Marsch verabschiedeten sich die Musiker.