Rheinpfalz Hilfe für Tier und Mensch

Mannheim. 25 Tonnen Futter sind im vergangenen Jahr über die Ausgabetheke in Mannheim-Neckarau gegangen: Dort hat der „Futteranker“ Mannheim seit zwei Jahren seinen Sitz. Er unterstützt bedürftige Menschen dabei, Haustiere artgerecht zu versorgen. So soll verhindert werden, dass ein Tier aus finanziellen Gründen abgegeben wird.
Die Vereinsvorsitzende Annette Elm betont, dass wöchentliche Futterrationen allein noch keine artgerechte Haltung ermöglichen müssen. Wichtig sei zudem, erkrankte Tiere an kooperierende Tierarztpraxen zu vermitteln und Haltern bei den Behandlungs- und Medikamentenkosten finanziell unter die Arme zu greifen. Längst ist der „Futteranker“ offenbar für viele zum rettenden Hafen von Zwei- und Vierbeinern über Mannheim hinaus geworden. „Wir merken, dass wir hier die einzige Einrichtung dieser Art sind“, sagt Elm. Die meisten Hilfesuchenden kommen aus allen Stadtteilen Mannheims und Ludwigshafens. Doch viele Tierhalter nehmen auch weitere Wege auf sich, kommen aus Grasellenbach und Waldmichelbach ebenso wie aus Heidelberg, Walldorf, Speyer, Neuhofen, Lampertheim oder Viernheim nach Mannheim-Neckarau. „Wir bilden mit unserer Kartei die Metropolregion Rhein-Neckar ab“, sagt Elm und verweist auf eine stetig wachsende Zahl an Anfragen. Aktuell sind beim „Futteranker“ 400 Menschen und 500 dazugehörende Tiere erfasst. 250 Personen kommen regelmäßig zur wöchentlichen Futterausgabe. 150 davon sind laut Elm Harz IV-Empfänger, 100 beziehen Rente. Der Anteil der Rentner nehme deutlich zu, so die Beobachtung des Teams, das aus 18 Ehrenamtlichen besteht. Doch gerade für ältere, alleinstehende Menschen sei es wichtig, dass sie sich nicht aus finanziellen Gründen von ihrem Haustier als langjährigem Begleiter trennen müssten. Bei den 500 zu versorgenden Tieren handelt es sich in erster Linie um Katzen (280), gefolgt von Hunden (170) sowie Vögel (30) und Nager (20). Damit sie satt werden, ist der „Futteranker“ auf Sach- und Geldspenden angewiesen. „Mit Geldspenden kaufen wir neben Trocken- und Nassfutter vor allem Spezialfutter für alte und kranke Tiere“, informiert Elm und zeigt im großen Lager die sorgfältig sortierten Regale. Was nicht schon portioniert ist, wird entsprechend abgewogen vor Ort abgepackt. Das sei Knochenarbeit sagt Elm. Die Futtersäcke, die es zu bewegen gilt, sind groß und schwer. Der „Futteranker“ ist zu 100 Prozent auf dem Ehrenamt aufgebaut. Die 5000 Euro, die es durch die von der Stadt Mannheim verwaltete Maria-von-Schrader-Stiftung gebe, müssten jährlich neu beantragt werden, betont die Vorsitzende. Die jährlichen Futterkosten beziffert Elm auf zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Für Tierarztkosten und Medikamente wendet der Verein weitere 15.000 Euro im Jahr auf. Geldspenden oder die Übernahme von Tierarztpatenschaften werden daher ebenso benötigt wie Zusagen, sich an den Miet- und Nebenkosten für die „Futteranker“-Räume zu beteiligen oder als Pflegestelle einzuspringen, wenn beispielsweise ein Tierhalter vorübergehend ins Krankenhaus muss.