Rheinpfalz Heute lieber lyrisch: Arcadi Volodos in Ludwigshafen & Homburg

Den Tastenzirkus der Bravourstücke hat er längst hinter sich gelassen: Pianist Arcadi Volodos.
Den Tastenzirkus der Bravourstücke hat er längst hinter sich gelassen: Pianist Arcadi Volodos.

Als Arcadi Volodos vor 20 Jahren den Klassikmarkt mit virtuosen Klaviertranskriptionen eroberte, hatte man ihn schnell als „neuen Horowitz“ etikettiert.

Doch in diese Schublade wollte sich der 1972 in Sankt Petersburg geborene Pianist nicht dauerhaft pressen lassen: Erst mit einer Schubert-CD, dann mit einem Liszt-Album, zuletzt mit einer Aufnahme der introvertierten späten Klavierstücke von Johannes Brahms ließ Volodos das Image des Tastendonnerers, der bloß mit stupender Technik imponiert, hinter sich. Heute gilt der Pianist als Interpret, der die eher leisen, lyrischen Töne bevorzugt.

Star-Pianist mit schönen Stücken

Das Programm, das Volodos in Ludwigshafen und Homburg spielt, vereint und verlangt beides: lyrische Empfindsamkeit und artistische Brillanz. Schubert bildet dabei den Ausgangspunkt. Die fragmentarisch überlieferte Sonate f-Moll D 625 und die „Moments musicaux“ D 780 machen exemplarisch jenen scheinbar unendlichen Fluss der Melodie hörbar, der so charakteristisch ist für den jung verstorbenen Romantiker. Über kleinere Klavierstücke Sergej Rachmaninows leitet Volodos über zur originellen Klangwelt des russischen Spätromantikers Alexander Skrjabin. Dessen Klaviersonate in Fis-Dur op. 53 zum Beispiel setzt sich mosaikartig zusammen aus extravaganten Akkord-Clustern, leise glitzernden, seltsam traumverlorenen Momenten und heftig turbulenten Presto-Passagen.


Info

Arcadi Volodos: Di 22.1., 20 Uhr, Ludwigshafen, BASF-Feierabendhaus, Kartentelefon: 0621 6099911; Do 24.1., 19.30 Uhr, Homburg/Saar, Kulturzentrum Saalbau, Kartentelefon: 06841-101168 (Kulturamt).

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