Rheinpfalz Heimatfest beginnt verhalten – Samstagabend mehr Betrieb

Vier Tage Ausnahmezustand beim traditionellen Heimatfest soll in der Veldenzstadt herrschen. Am Freitagabend kurz vor dem Fassanstich und somit dem offiziellen Start des 58. Heimatfestes sah das noch ganz anders aus: Es verirrten sich nur wenige Besucher in das große Festzelt und auch auf dem Platz mit Autoscooter, Süßwaren und allerlei Buden war wenig los. Der Samstagabend lief besser an und es die Tänzerinnen des Heimat- und Kulturvereins Lauterecken zeigten ihr Können. „Es ist ja noch nicht 20 Uhr“, sagten Stadtbürgermeister Heinrich Steinhauer und der erste Beigeordnete Günther Lüers als Erklärung, dass noch nichts los sei. Doch auch um 20 Uhr herrschte im Zelt Leere, sodass zunächst einmal die Homburger Band „Take 5“ mit Stimmungsliedern wie Andreas Gabaliers „I sing a Liad für Di“ oder Rex Gildos „Fiesta Mexiana“ loslegte. Die Stimmung besserte sich zusehends, trotzdem blieben fast alle Bänke zum Fassanstich leer. Mit der Schlossprinzessin Jennifer Mettel, der neuen Weinkönigin Isabell aus der Partnergemeinde Veldenz, deren Prinzessinnen Alina und Sophia und dem Arbeitskreis Heimatfest begab sich der Stadtbürgermeister auf die Bühne. In diesem Jahr wurde die Organisation erstmals in die Hände von Profis, des Event-Teams aus Kaiserslautern gegeben, erklärte Steinhauer. Nach kurzen Grußworten der Veldenzer und der Schlossprinzessin, die viel Spaß und eine angenehme Zeit wünschten, schlug die Weinkönigin das Bierfass an. Nach wenigen Schlägen spritzte das erste Bier des Abends und Steinhauer verkündete: „Es is o’zapft.“ Mit einer Schlager- und Oldienacht mit „Take 5“ und nachts einem DJ in der neuen Schirmbar startete das Heimatfest. Am Samstag tummelten sich schon am frühen Abend deutlich mehr Besucher auf dem Platz und auch im Zelt. Ein bisschen verblüfft waren die Tänzerinnen des Heimat- und Kulturvereins: Die Band XXL Steirer, die die Besucher am Abend musikalisch unterhielt, hatte ihr Equipment bereits auf der Bühne platziert. Den Tänzerinnen blieb nur der Platz vor der Bühne. „Das wussten wir vorab nicht“, berichteten die Trainerinnen Conny Wolf und Katrin Breit. Doch ihre Schützlinge ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Den Beginn machten die drei- bis sechsjährigen Mädchen der „Glitzersternchen“, die ihren Pinguintanz zeigten und nicht ohne großen Applaus und eine Zugabe entlassen wurden. Die „Lollipops“ präsentierten zunächst einen friedlichen, ausgelassenen Rummel, bevor sie eine Karte in die Geisterbahn lösten und dort auf schaurige Gespenster stießen. Die „Sunshine Girls“ repräsentierten das, was wohl die meisten Schüler denken: „Endlich Ferien“ und ließen unter anderem das Brandenburger Tor in Lauterecken aufleben. Den tänzerischen Abschluss setzte das junge Tanzmariechen Marie Pederson, die von Vanessa Fehrentz trainiert wird, jenem Funkenmariechen, das sich in der Region bereits einen Namen gemacht hat. Zu den Neuerungen erklärte ein Besucher, dass das Essen zwar besser, das Zelt netter dekoriert sei und die Tradition noch gepflegt werde, aber der Funke nicht überspringe. Doch sei es erfreulich, sich mit alten Bekannten beim Heimatfest zu treffen. (sbs)