Rheinpfalz Heißes Pflaster

Placeholder-Image

Wo sonst tausende von Autos rollen, herrscht am Samstagabend eine ungewohnte Stille. Die B 10 zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein ist wegen Sanierungsarbeiten das zweite Wochenende gesperrt. Doch hinter der nächsten Kurve ändert sich die Szene schlagartig: Lastwagen reiht sich an Lastwagen, breite Maschinen scheiden ihre schwarze Masse aus, schwere Walzen rollen dröhnend über die dampfende Schicht.

Seit dem frühen Morgen war die Kolonne der Firma Thomas Bau aus dem Hunsrück am Werk. Der schadhafte Unterbau der Bundesstraße wurde zwischen dem Landgasthaus am Frauenstein und der Bahnüberführung mit einer neuen Tragschicht versehen. Seit dem Nachmittag ist der Bautrupp dabei, die Binderschicht einzubauen. Von zwei Mischanlagen – Albersweiler und Speyer – bringen 36 Sattelzüge im Pendelverkehr die heiße Asphaltmischung an. Die 24 Tonnen Fracht werden in einen so genannten Beschicker gekippt, ein Asphaltlager auf Ketten, von dem aus über ein Förderband die eigentlichen Asphaltfertiger bedient werden. Die beiden Fertiger fahren leicht versetzt zueinander, um die elf Meter breite Asphaltbahn, die an dieser Stelle später die beiden Fahrspuren in Richtung Pirmasens und eine in Richtung Landau aufnimmt, aufzubringen. Die Beschicker können kleine Verzögerungen bei Asphaltlieferungen ausgleichen. Kaum ist die 170 Grad heiße Masse aufgebracht, beginnt auf der neuen Straße das Walzenballett. Vier große Walzen verdichten mit vibrierenden Rollen die 8,5 Zentimeter dicke Asphaltschicht, die aus einer Mischung mit bis zu 16 Millimeter großen Steinen und dem Erdölprodukt Bitumen als Bindemittel besteht. Bis 21 Uhr sind 900 Meter der Strecke geschafft. Dann ist Feierabend. „Die Mischanlagen machen zu, die Lkw-Fahrer müssen ihre Lenk- und Ruhezeiten beachten und die Bauarbeiter ihre Arbeitszeiten“, erläutert dies Thomas Hofmann vom Landesbetrieb Mobilität in Kaiserslautern, der an diesem Tag in der „Spätschicht“ die Bauarbeiten für den Auftraggeber begleitet. „Reibungslos“ seien die Arbeiten verlaufen. Am Sonntag um 7 Uhr geht es weiter. Dann werden die restlichen 580 Meter bis zur Bahnüberführung beziehungsweise zur Einfahrt zum Katharinenhof in Angriff genommen, wo im vergangenen Jahr der letzte Abschnitt der B 10-Sanierung endete. Doch die Arbeiten sind damit noch längst nicht abgeschlossen. Am nächsten Wochenende ist der Einbau der abschließenden, 3,5 Zentimeter starken Deckschicht geplant. Außerdem rückt dann vermutlich auch schon der Bankettfertiger an, eine weitere Spezialmaschine, die den Straßenrand an die neue Straßendecke angleicht. Die B 10 ist dann erneut gesperrt, und zwar vom Feiertag Fronleichnam donnerstags bis zum frühen Montagmorgen. Am vierten gesperrten Wochenende (12./13. Juni) werden, sofern es nicht regnet, die neuen Fahrbahnmarkierungen aufgebracht. Anschließend kann der Verkehr für die nächsten Jahre dort wieder reibungslos laufen. Die 300 Kilogramm Asphalt der Binder- und Deckschicht, die jeder Quadratmeter der Bundesstraße wiegt, sollten stabil genug sein, bis in einigen Jahren – wie geplant – der vierspurige Ausbau der B 10 in diesem Abschnitt erfolgt. Auf der Umleitungsstrecke gab es an diesem Wochenende bis Sonntagmittag keine Probleme. „Die Leute rufen an und vergewissern sich über die Umleitungsstrecke. Aber sonst ist alles ruhig“, berichtete die Polizei Dahn. Nicht mal ein Lkw-Unfall auf der B 48 vor Johanniskreuz, der am Samstag zu einer Vollsperrung der B 10-Umleitungsstrecke für den in Richtung Westen fließenden Verkehr führte, habe sich negativ auf die Verkehrssituation im Wasgau ausgewirkt.

x