Kultur Südpfalz Harmonisches Miteinander

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Faszinierend virtuos und künstlerisch brillant – ein großer Hörgenuss war das Adventskonzert in der gut besuchten protestantischen Kirche in Göcklingen. Dargeboten von dem renommierten Streicher-Duo Kamilla Schatz (Violine) und Alfredo Zamarra (Viola) mit Werken von Mozart, Händel, Ysaye und Spohr in der Reihe „Klingende Kirche“.

Licht und Musik seien die Stimmungsaufheller im Trauermonat November führte Organisator Hermann Frech ins Programm ein. Recht sollte er behalten, denn in dem schön ausgeleuchteten und erwärmten Gotteshaus durften sich die Besucher auf ein exzellentes Konzert freuen. Den Auftakt machten die beiden Künstler, die von der hervorragenden Akustik der Kirche angetan waren, mit Mozarts „Duo für Violine und Viola in B-Dur, KV 424“. Dabei harmonierten die Schweizerin und der Italiener kongenial. Das Werk des bedeutenden Wiener Klassikers gaben sie in drei Sätzen mit großer Sensibilität und allen instrumentaltechnischen Finessen wieder. Die Schweizerin Kamilla Schatz, die dem Mannheimer Händel-Orchester angehört, prämiertes Mitglied renommierter Ensembles und Leiterin von Kulturfestivals ist, glänzte mit einem faszinierend fingerfertigen Zwischensolo klangschön und souverän. Mit ausgefeilter Bogenkunst und feinsten Ziselierungen beeindruckte ihr italienischer Musikpartner Alfredo Zamarra. Das frühere Mitglied des Gustav Mahler Orchesters unter der Leitung von Claudio Abbado, der am Konservatorium von Piacenza studierte und derzeit im Orchester Teatro de la Fenice in Venedig spielt, überzeugte als exzellenter Solobratschist. In der Adaption eines Stücks des visionären Geigers und Romantikers Eugéne Ysaye in der „Sonate für Violine solo Nr. 3, bearbeitet von Alfredo Zamarra“. Erdenschwere, tiefschürfend gesättigte Töne erfüllten den Raum, die höchst virtuos in temporeiche Passagen überwechselten, stellenweise in ihrer Differenzierung die Präsenz eines ganzen Orchesters assoziierten und mit samtigem Schmelz in Bann zogen. Spielfreudig locker und variationsreich präsentierten die beiden Musiker in der Folge das Werk des großen Violinvirtuosen, Komponisten und Dirigenten Louis Spohr. Wer nicht glaubte, dass der Hörgenuss noch steigerbar sei, erlebte dies im wunderbaren Finale von Händels langsamem Tanzlied. Romantisch-melancholisch beginnend, steigerten sich die Künstler spielfreudig in die jeweils heiteren und temperamentvollen Sequenzen und führten in allen bogentechnischen Finessen herrliche Dialoge miteinander. Danach gab es kein Halten mehr im Publikum, das sich erhob und minutenlang begeistert applaudierte. Mit einem anrührenden venezianischen Lied als Zugabe bedankte sich das Duo. |hima

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