Kulturtipp
Harmonic Brass kommt wieder in die Südpfalz
Es ist schon ein paar Jahre her. Ich besuchte mit Freunden die Weinstube Eichenhof bei Kapellen-Drusweiler. Gerade wollte ich am Tresen bezahlen, da fiel mir ein Plakat auf: Ein Konzert mit klassischer Musik in der Marktkirche Bad Bergzabern wurde angekündigt. Bis dato hatte ich von dem Ensemble noch nichts gehört, kam aber gleich mit dem leutseligen Wirt ins Gespräch. „Na, das wär’ doch auch was für euch“, sagte der inzwischen verstorbene Fritz Bolz und erzählte mir von einer Entdeckung. Er habe Wein zu Kunden nach München gebracht, da sei er, der Hobbymusiker, einer Bläserformation begegnet: Harmonic Brass. Kurzerhand habe er deren Manager Andreas Binder angeboten, doch auch in die Südpfalz zu kommen. In der Marktkirche in Bad Bergzabern, da ließe sich ein Konzert gut ausrichten.
Und Harmonic Brass kam, jedes Jahr, meist im Spätsommer. So genoss man viele Konzerte, lauter „Delicatessen“, wie eines der Programme überschrieben war. Inzwischen hat auch mich das Harmonic-Brass-Fieber gepackt. Und ich kenne viele andere Menschen aus der ganzen Südpfalz, die sich „infiziert“ haben.
Moderation mit Augenzwinkern
Die fünf Blechbläser, alle mit exzellenter Ausbildung, begeistern mit Klassik, modern präsentiert und immer auch mit viel Augenzwinkern moderiert. Rund 200 Termine absolvierten sie im Jahr vor der Pandemie. Die Truppe reiste quer durch Deutschland und unternahm als kultureller Botschafter des Goethe-Instituts seit 2002 auch viele Reisen ins Ausland: nach Südafrika und Japan etwa, aber mehrfach auch nach Amerika.
Jetzt kommen die bayerischen Blechbläser also wieder in die Südpfalz. Mit der Trompeterin Elisabeth Fessler gesellte sich vor einigen Jahren bereits eine junge Dame zur Herrenriege. Der Posaunist Alexander Steixner löste danach Thomas Lux ab. Und in diesem Jahr bekommen wir einen neuen Tubisten zu Gehör: Karl-Wilhelm Hultsch. Sein Vorgänger Thomas Häberlein wird in Erinnerung bleiben. Arrangeur Hans Zellner, der Dino aus der Gründerzeit, ist wieder mit diversen Trompeten dabei und natürlich auch Hornist Andreas Binder als launiger Moderator.
Winzer mit Nebeberuf Konzertmanager
Das Quintett spielt ein Open-Air-Konzert auf dem Eichenhof. Winzer Jürgen Bolz, im Nebenberuf quasi Konzertmanager, sorgt sich mit seinem Team nicht nur rührend um die Besucher. Auch die Musiker schätzen den Eichenhof als Geheimadresse. Man ist zu Gast bei Freunden. Spielen vor malerischer Kulisse mit Blick auf die von der Abendsonne beschienenen Felder, das sei noch mal etwas Besonderes, meinte Hornist Binder im vergangenen Jahr. Und das spürt man. Künstler und Publikum kommen sich trotz Corona-Sicherheitsabstand gefühlt ganz nahe. Ich freue mich auf den einen lauschigen Konzertabend. Astor Piazzolla wird doch hoffentlich mit einem Titel vertreten sein.
Termin
Sonntag, 29. August, 18 Uhr, Karten zu 15 Euro unter Telefon 06343 1441 bei Familie Bolz vom Weingut Eichenhof zwischen Kapellen-Drusweiler, dem Deutschhof und dem Kaplaneihof.