Rheinpfalz „Grenzfahndung“ nach Attentat
An der deutsch-französischen Grenze läuft seit gestern Morgen 5 Uhr eine sogenannte „Grenzfahndung“ der Bundespolizei. Ziel ist der noch flüchtige Attentäter, der am Dienstagabend am Rande des Straßburger Weihnachtsmarktes drei Menschen getötet hat. Betroffen von den Kontrollen seien auch inoffizielle Übergänge wie die Bremmendell oder Riedelberg.
Nach den zwischen 20 und 21 Uhr verübten Anschlägen in Straßburg war befürchtet worden, dass sich der flüchtige Täter nach Deutschland absetzen könnte. Während der Grenzübergang von Straßburg nach Kehl noch am Dienstagabend dicht gemacht wurde, blieben die südwestpfälzischen Übergänge bis 5 Uhr morgens unkontrolliert. Von Straßburg nach Pirmasens braucht ein Autofahrer 110 Minuten. Von Dichtmachen wollte Christian Altenhofen von der Pressestelle der Bundespolizei in Koblenz gestern ohnehin nicht reden. Die Bundespolizei sei seit dem Morgen in der „Grenzfahndung“. Dies sei keine Grenzkontrolle, wie sie früher üblich war, sondern eine Art mobile Fahndung, bei der die Beamten sichtbar und unsichtbar die Grenzübergänge im Auge behalten, wie Anja Kempf von der Kaiserslauterer Bundespolizei auf Anfrage erläuterte. Die Kontrollen könnten dabei auch mehrere hundert Meter hinter der Grenze erfolgen. Jedes Auto werde nicht kontrolliert. Die inoffiziellen Übergänge wie in der Wengelsbach, Bremmendell oder bei Riedelberg würden dabei auch ins Visier der Bundespolizei genommen, versicherte Kempf gestern. Wo genau kontrolliert wurde und wie viele Beamten im Einsatz waren, wollten Kempf und Altenhofen aus polizeitaktischen Gründen nicht sagen. Vor Ort am Grenzübergang Kröppen war gestern gegen 13 Uhr kein Beamter zu sehen. Auch auf französischer Seite in Walschbronn, wo die Gendarmerie gelegentlich bei Sonderkontrollen jedes Fahrzeug unter die Lupe nimmt, war zu diesem Zeitpunkt freie Fahrt für alle und kein Beamter zu sehen. Eine Anwohnerin am früheren Kontrollpunkt bei Kröppen hat gestern Morgen keine Polizisten gesehen, wie sie der RHEINPFALZ erzählte.