Rheinpfalz
Glan-Münchweiler: Thomas Hanz nimmt nach 40 Jahren Abschied von der Kommunalpolitik
Als „Schwarzer“ unter vielen „Roten“ verstand es Thomas Hanz stets sich durchzusetzen. In der Sitzung des Gemeinderats Glan-Münchweiler wurde der fast 66-Jährige nach 40 Jahren jüngst von seinem Wegefährten Fred Müller verabschiedet.
Er komme aus einem christlich geprägten Elternhaus, was, wie Hanz sagt, bereits in jungen Jahren sein politisches Denken und Handeln bestimmt habe. Schon als 18-Jähriger habe er in Glan-Münchweiler einen Ortsverband der Jungen Union gegründet. Gerne erinnert er sich aber auch an seine Gymnasialzeit, besonders an den April 1972, als die ganze Klasse vorm Fernsehapparat saß und das konstruktive Misstrauensvotum gegen den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt verfolgte. Während auf der großen Politbühne sich Brandt und Rainer Barzel gegenüberstanden, war am Kuseler Gymnasium Jochen Hartloff sein Herausforderer, verrät er mit einem Augenzwinkern. Trotz der unterschiedlichen Meinungen empfand Hanz rückblickend die damaligen Wortgefechte zwar hart, aber fair.
Vor 40 Jahren viel Polemik
Weniger angenehm war die Streitkultur vor 40 Jahren im Rat von Glan-Münchweiler. Als Nachrücker von Hans Becker, der als Ortsbürgermeister sein Mandat aufgab, setzte sich Thomas Hanz am 31. August 1979 zum ersten Mal an den Ratstisch und musste er feststellen, dass Polemik und persönliche Anfeindungen vorherrschten. „Das hat sich in den letzten gut 30 Jahren grundlegend geändert“, resümiert Hanz. Heute stünden die Sachthemen im Vordergrund, und auch während der Jahre als Erster Beigeordneter von Ortsbürgermeister Fred Müller sei das Arbeitsklima stets angenehm gewesen.
Auch wenn er 23 Jahre lang Mitglied des Kreistages war und von 1979 bis 1990 im Verbandsgemeinderat Glan-Münchweiler saß, beschreibt Hanz die Arbeit im Gemeinderat trotz der mittlerweile oft katastrophalen Finanzausstattung als höchst interessant: „Wir beschließen nicht nur eine Maßnahme, wir sehen wie sie ausgeführt wird, sie wächst und nicht selten können wir die Arbeiten begleiten. Wenn dann, wie bei der Verwirklichung der Glanstraße geschehen, die Bürger im Ort auch mal lobende Worte für ihren Rat finden, dann fühlte ich eine tiefe Zufriedenheit“. Und so lautet Hanz’ Fazit nach Jahrzehnten in der Kommunalpolitik: „Ich möchte keinen Tag missen, aber alles hat seine Zeit“.
„Wer rastet, der rostet“
Heute will der diplomierte Bauingenieur einen Gang zurückschalten. Dennoch bleibt er seiner Devise treu: „Wer rastet, der rostet“. Und so trifft sich der passionierte Marathonläufer zum wöchentlichen Lauftreff mit Gleichgesinnten. Auch im Urlaub steht Bewegung im Mittelpunkt. So haben er und Ehefrau Carolin mit ihren Rädern Deutschland von Süd nach Nord und von Ost nach West bereist. Zufriedenheit und Entspannung findet Hanz ebenso, wenn er seinen 51 Jahren alten grünen Triumph TR 250 aus der Garage holt und sich mit seiner Ehefrau im offenen Oldtimer den Fahrtwind um die Nase wehen lässt. Dann sind da noch die ausgedehnten Radtouren mit seinem Kumpel Walter Hoffmann, dem früheren Vorstandsmitglied der Volksbank Glan-Münchweiler – der über ihre Trecking-Touren bereits zwei Reiseerinnerungen in Buchform geschrieben hat und in denen sie immer wieder gerne bei einem guten Gläschen Wein blättern.