Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Gewerbepark Höhfröschen ist eine Erfolgsgeschichte

Im Gewerbepark Höhfröschen sind alle Flächen verkauft. Im Hintergrund links ist Höhfröschen zu sehen, rechts liegt Petersberg.
Im Gewerbepark Höhfröschen sind alle Flächen verkauft. Im Hintergrund links ist Höhfröschen zu sehen, rechts liegt Petersberg. Foto: Seebald

Voll belegt: Im zehn Hektar großen Gewerbepark Höhfröschen gibt es keine freien Flächen mehr. Zunächst zögerlich angelaufen, nahm die Vermarktung der Flächen in den vergangenen Jahren Fahrt auf. Anfragen gibt es immer noch. Daher sucht die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben nach weiteren Standorten, um Gewerbe anzusiedeln. Topografisch ist das ein schwieriges Unterfangen.

Was 1992 begann, hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Bis auf 4000 Quadratmeter sind alle Gewerbeflächen in dem Gebiet zwischen Höhfröschen und Höheischweiler, das sich links und rechts der K15 befindet, verkauft. Auch die verbliebenen 4000 Quadratmeter, deren Verkauf noch beworben wird, sind einem Unternehmen zugesagt.

Zwischenzeitlich war es schwierig für die frühere Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen und deren acht Ortsgemeinden. Die aktuelle Verbandsgemeinde hat 50 Prozent Anteil am Gewerbepark, auf die acht Orte verteilen sich die übrigen 50 Prozent in unterschiedlicher Gewichtung. „Wir sind froh, dass wir unseren Schuldenberg weg haben“, sagte Verbandsbürgermeister Thomas Peifer (CDU) in der jüngsten Sitzung des Zweckverbandes Entwicklungs- und Wirtschaftsfördergesellschaft in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen (EWFG), bei der er in seinem Amt als Verbandsvorsteher des Zweckverbandes bestätigt wurde. Stellvertreter ist Heino Schuck (SPD).

Alle Ortsgemeinden profitieren

Weitblick hätten die damals Verantwortlichen bewiesen, konstatierte Peifer. Das Konstrukt eines Zweckverbandes hatten sie mit einer GmbH für das operative Geschäft kombiniert. Die EWFG GmbH – Geschäftsführer ist Markus Reichert, der geschäftsführende Beamte der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben – ist für die Erschließung zuständig, konnte als GmbH freier agieren, bessere Preise aushandeln. Dieses Plus an Flexibilität hatte der frühere Verbandsbürgermeister Franz Selbach (CDU), unter dessen Ägide die Entwicklung des Gewerbegebietes begann, immer als enormen Vorteil gesehen. Dazu kommt die Tatsache, dass alle Ortsgemeinden von der Gewerbesteuer profitieren, auch die, die keine Chance haben oder hatten, Gewerbe- und Industriefläche auszuweisen. Mit eben solchen Gewerbesteuereinnahmen wird jetzt gerechnet. Die Zeiten, in denen die Zweckverbandsmitglieder Umlagen nachschießen mussten, um das Konstrukt finanziell am Leben zu erhalten, sind vorbei.

Bis hierhin war es teils ein dorniger Weg. 2006 hatte der Zweckverband noch Verbindlichkeiten von 1,8 Millionen Euro ausgewiesen. Die Wiedervereinigung, die Konversion, die subventionierte und damit preisgünstigere Gewerbeflächen entstehen ließen, hatte den Verkauf von Flächen im Gewerbepark lange Zeit erschwert. Im Gewerbepark musste, bedingt durch öffentliche Zuschüsse, ein festgelegter Quadratmeterpreis bezahlt werden, der einige Jahre kaum wettbewerbsfähig war. Doch Wirtschaft und die Entwicklung im Gewerbepark nahmen Fahrt auf. Fläche um Fläche wurde verkauft. Die Nachfrage war so groß, dass 2017 weitere Flächen durch die Verlängerung einer Straße in dem Gewerbegebiet erschlossen wurden. 2017 betrugen die inzwischen getilgten Verbindlichkeiten noch 740.000 Euro.

Mit Gigabit-Geschwindigkeit am Netz

Eines der ersten Unternehmen, das die Vorteile des Standorts, der direkt am Straßenkreuz A8/A62/B10 und B270 liegt, erkannte, war die Spedition Gottardo. Im September legte mit Fox Factory ein Unternehmen den Grundstein für das letzte große Projekt. Eine 6,5-Millionen-Euro-Investition, die mehr als 50 weitere Arbeitsplätze bringt.

Durch den Anschluss ans Glasfasernetz kann im Gewerbepark seit 2018 mit einem Gigabit pro Sekunde durchs Netz gesurft werden. Für Anforderungen, die an die Unternehmen unter dem Schlagwort Industrie 4.0 gestellt werden und die eine deutlich stärkere Vernetzung erfordern, ist der Standort perfekt gerüstet. Anfragen nach größeren Flächen, die regelmäßig eingehen, „müssen wir im Moment leider negativ bescheiden“, sagt Peifer.

Die EWFG GmbH prüft derzeit gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises Südwestpfalz, wo sich in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben neue Gewerbeflächen erschließen lassen. Topografisch ist das nicht ganz einfach, konstatierte Peifer. In Sichtweite des Gewerbeparks Höhfröschen entwickelt sich der Gewerbepark Petersberg. Die dort ansässige Firma Preißer Verpackungen expandiert, die Vorarbeiten zur Ansiedlung eines Wellpappewerks durch die Prowell AG laufen.

Biebermühle als „Tor zur Westpfalz“

Dass die EWFG GmbH vielfältig aktiv ist, zeigte sich jüngst beim Erwerb des Geländes des Bahnhofs Biebermühle. Auch dort könnte ein Zweckverband die Entwicklung des Gebietes steuern. Für Peifer könnte die Biebermühle zum „Tor der Westpfalz“ werden. Schuck skizziert Visionen von schienengebundenen regelmäßigen Shuttle-Verbindungen, um Wartezeiten zu verkürzen, den Nahverkehr attraktiver zu machen. Passend zu den Plänen der DB Netz AG, die durch den Ausbau des Bahnhofs Steinalben Fahrzeiten zur Biebermühle verkürzen und Anbindungen verbessern will.

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