Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Bahnhof Biebermühle gekauft: Kreis und Verbandsgemeinden wollen Bereich umgestalten

Zurzeit ein Schandfleck: Die angrenzenden Kommunen wollen den Bahnhof Biebermühle umgestalten.
Zurzeit ein Schandfleck: Die angrenzenden Kommunen wollen den Bahnhof Biebermühle umgestalten. Foto: Buchholz

Die Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Thaleischweiler-Fröschen (EWFG mbH) hat am Samstag für den Kreis und die Verbandsgemeinden Rodalben, Thaleischweiler-Wallhalben und Waldfischbach-Burgalben den Bahnhof Biebermühle – Pirmasens-Nord – für 41.000 Euro ersteigert. Das teilte Thorsten Höh, Sprecher des Landkreises Südwestpfalz, am Mittwoch mit.

Landrätin Susanne Ganster hat bereits eine konkrete Idee: „Ich könnte mir im Bahnhof, ähnlich wie in Kusel oder Pirmasens, eine Mobilitätszentrale des Landkreises mit dem VRN gut vorstellen. Bürger könnten dort Informationen über Verbindungen und Tarife des öffentlichen Nahverkehrs erhalten. Auch Schnittstellen für Carsharing, E-Bike-Stationen und andere nachhaltige Verkehre könnten dort entstehen.“ Weitere Dienstleistungen rund um das Thema Tourismus oder auch ein gastronomisches Angebot könnten das alte Bahnhofsgebäude für Bürger und Gäste attraktiv machen. Laut den Verbandsbürgermeistern Thomas Peifer (Thaleischweiler-Wallhalben), Wolfgang Denzer (Rodalben) und Lothar Weber (Waldfischbach-Burgalben) sowie der Landrätin sollen nun zunächst die jeweiligen Räte und Gremien informiert werden. Dabei sollen mögliche Umgestaltungsmaßnahmen der gesamten Biebermühle und eine zukünftige gemeinsame Nutzung des in einer Denkmalzone befindlichen Bahnhofsgebäudes beraten werden.

Handlungsbedarf bei Bahnhof und Umfeld

„Die Biebermühle ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit ganz unterschiedlichen gewerblichen Anliegern mitten im Landkreis Südwestpfalz. Viele Bürger der drei dort angrenzenden Verbandsgemeinden Thaleischweiler-Wallhalben, Waldfischbach-Burgalben und Rodalben nutzen als Pendler den dort befindlichen Umsteigebahnhof Pirmasens-Nord. Eine sehr gute Verkehrsanbindung einerseits und der Zustand des Bahnhofs sowie dessen Umfeld andererseits stellen hier den größten Handlungsbedarf dar“, erläutert Kreis-Sprecher Höh die Ausgangslage.

Ausweisung von Gewerbeflächen prüfen

Um das Erscheinungsbild des gesamten Areals aufzuwerten und einladender zu gestalten, hätten die Landrätin und die drei Verbandsbürgermeister bereits im vergangenen Jahr eine Potenzialanalyse in Auftrag gegeben. Neben der Neugestaltung werde damit die mögliche Ausweisung neuer Gewerbeflächen geprüft. Finanziert werde diese Untersuchung durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises.

Das ehemalige Bahnhofgebäude mit den zugehörigen Flächen war zuletzt in privatem Eigentum. Kurzfristig habe sich nun durch eine Versteigerung die einmalige Chance ergeben, „das Herzstück der Biebermühle zu erwerben und endlich eine neue Funktion und Nutzung zu ermöglichen“, so Höh.

Bahnhof-Kauf als Initialzündung

Für die Entwicklung im Zusammenhang mit der anstehenden Modernisierung der Bahnsteiganlagen durch die Bahn und den Landkreis könne nun in einem ersten Schritt der Landkreis einen Teil des Geländes von der EWFG erwerben und die Überplanung des Bahnhofsumfeldes anstoßen. Peifer, Denzer, Weber und Ganster werten den erfolgreichen Kauf des alten Bahnhofsgebäudes als Initialzündung. Sie alle hätten „ein großes Interesse, dass das Erscheinungsbild der Biebermühle attraktiver gestaltet wird“.

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