Kultur Südpfalz Gemischte Platte aus Down Under

Manchmal kann es von Vorteil sein, wenn die Mitglieder einer Band aus scheinbar unvereinbaren musikalischen Richtungen kommen. The Jezabels sind so ein Fall.
Aus Sydney kommt die vierköpfige Rockband. Die Australier Sam Lockwood, Heather Shannon, Nik Kaloper und Hayley Mary lernten sich auf dem Campus der Sydney University kennen. Nik spielt Schlagzeug und steht auf derben Punkrock. Heather hört gern Klassik und spielt Piano. Gitarrist Sam liebt Country und Bluegrass und Hayley, die Sängerin, vergöttert pompösen 80er Pop. Daraus formen The Jezabels seit 2007 ihren ganz eigenen Sound, der seit zwei Jahren auch Europa, seine Clubs und die großen Festivals erobert. Beim Karlsruher Zeltival konnten jetzt ein paar hundert Fans nachempfinden, wie das Quartett aus Down Under seine verschiedenen Geschmäcker in einem gemeinsamen Verlangen nach dramatischer Musik auf einen Nenner bringt. Der emotionale Mix aus Stadion-Rock, 80er New Wave und Indie-Pop kommt beim Publikum an und sorgt bereits nach wenigen Minuten für beste Stimmung. Ist es Zufall oder gewollt, dass Hayley Marys Stimme mal ähnlich klingt wie die extrem hohe Falsettstimme des Leadsängers von Pavlov′s Dog, David Surkamp - einer Band, die vor über 40 Jahren gegründet wurde, oder mal wie Kate Bush? Es passt jedenfalls zu dem Stilmix, der Band. Die opulente Musik und die überschwänglichen Melodien unterstreicht die Sängerin gerne mit theatralischer Performance. Manchem ist es hier und da der Theatralik auch mal zu viel oder fehlt ein veritabler Bass – für eine Rockband in der Tat ein ungewöhnlicher Tatbestand. Einige Zugaben erklatsche sich das Publikum trotzdem. (pb)