Rheinpfalz Gekonnt über die Bühne gefegt
Unbestrittenes Zentrum des Frohsinns auf der Sickinger Höhe war am Samstag die Herschberger Bürgerhalle, die von den Beifallsstürmen des Publikums bei der Prunksitzung des Carnevaslvereins Herschberger Narren bebte. Das vielfältige Programm bestritten die CHN-Narren zu zwei Dritteln selbst, aber auch Gastakteure trugen zum Gelingen des Abends bei.
Weithin vernehmbar schallte das „Herschberger Lied“ aus der Halle, und 420 bestens aufgelegte Gäste sangen mit, als gleich zu Beginn die Mitglieder der CHN-Garden eine imposante Bühnenszene bildeten und einen Vorgeschmack auf kommende, mitreißende Tanzdarbietungen boten. Der Tanz bildete denn auch das Rückgrat des viereinhalb-stündigen Programms. Nicht nur die Liebhaber des klassischen Gardetanzes kamen dabei auf ihre Kosten, auch mit effektvollen Showtänzen in fantasievollen und aufwändigen Kostümierungen und Bühnenbildern verwöhnte man das Publikum. Gestern noch im Kindergarten, heute schon auf der Showbühne – die Allerkleinsten wagten sich als Clowns auf die Bühne und bekamen in Form einer Rakete gleich mal zu spüren, wie man in Herschberg gelungene Nummern feiert. Im Alter voran ging’s mit den „Grashüpfern“ als Cheerleader und den Tanzmäusen, die, obwohl fast alle Neulinge in Uniform, einen tollen Premiere-Gardetanz zum besten gaben. Kaum auf die Bühne passten die 21 Tänzerinnen der Juniorengarde. Sie unterstrichen mit einem Gardetanz und später auch mit dem vielumjubelten Showtanz „Anglersfritz fischt frische Fische“ ihre Ambitionen auf den Aufstieg in die „Königsklasse“, die Funkengarde. Deren Aktive lieferten feinste karnevalistische Unterhaltung auf hohem sportlichem und künstlerischem Niveau: Sowohl ihr Gardetanz als auch der als grandioser Schlusspunkt des Abends platzierte Showtanz „Aliens“ waren über alle Zweifel erhaben. Mit der Schautanzgruppe hat man in Herschberg ein weiteres Tanzteam am Start, das als „Seemänner“ begeisterte. Und schließlich schickte der CHN mit Lea Schneider und Celine Menge gleich zwei Tanzmariechen ins Rennen, letztere von Präsident Udo Wagner ob ihres langjährigen, außergewöhnlichen Engagements sowohl in der Garde als auch als Trainerin „Herzstück unserer Garden“ genannt. Das Feuerwerk der Tänzerinnen wurde erstklassig vervollständigt durch den effektvollen Schautanz „Gruselschloss“ der Garde des UV Bruchmühlbach. Was wäre die Fasnacht ohne Bütt? Aus dieser Position heraus lässt es sich trefflich erzählen, wo der Schuh drückt, und kaum einer beherrscht dieses schwierige Handwerk der Fasnachtsrede besser als CHN-Urgestein Udo Wagner. Von Donald Trump und „rechten Spinnern“ bis zur handyverliebten Generation und Abgasskandalen reichte die Themenbreite des Präsidenten in seiner 56. Kampagne. Etwas einfacherer Natur, jedoch nicht minder zum Lachen geeignet, waren die Probleme, mit denen sich Julian Hunsicker vom MGV Obersimten alias „Labbeduddel“ und „Maddin“ Martin Berberich vom KV Annweiler herumschlagen mussten. Petra, Yannik und Niklas Hirsch vom gastgebenden CHN gaben lustige Familieninterna zum Besten. Melanie Becker, amtierende Tollität des Carnevalsvereins der Exen, bildete gemeinsam mit ihrer Tochter Vanessa Marnet ein Comedy-Duo, das immer wieder für Beifallsstürme sorgte. Ein weiteres wesentliches Element der Fasnacht kam ebenfalls nicht zu kurz: die Musik. Neben der gewohnt treffsicheren und schnell reagierenden Kapelle „Fullhouse“ wussten Vanessa Zimmermann vom KV Waldfischbach, das Gesangs-Trio vom UV Bruchmühlbach und die kunterbunte, quietschfidele Truppe der CHN-Sänger zu gefallen, zu denen sich erstmals auch vier Frauen gesellten und die die Fasnacht mit ihrem Frohsinn nochmals bereichern konnten. |mar