Rheinpfalz Gefahr für andere Möbelhäuser

Zwischen Outlet (am oberen Bildrand ) und Truppacher Hof (unten) soll das Möbelhaus gebaut werden.
Zwischen Outlet (am oberen Bildrand ) und Truppacher Hof (unten) soll das Möbelhaus gebaut werden.

Das geplante Möbelhaus plus Mitnahmemarkt auf zusammen fast 40.000 Quadratmetern auf der Truppacher Höhe wird negative Auswirkungen auf Möbelhäuser in Zweibrücken und den umliegenden Städten haben, nicht aber auf die Innenstädte. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse der Firma BBE Handelsberatung in Köln. In Auftrag gegeben wurde sie vom Unternehmen Kleinpoppen-Projekte, das den Möbelmarkt bauen will.

In der nächsten Sitzung des Zweckverbands Entwicklungsgebiet Flugplatz (Zef) geht es unter anderem um eine Änderung des Flächennutzungsplans und um den Bebauungsplan Truppacher Höhe. Hintergrund ist der von Investor André Kleinpoppen forcierte Bau eines Möbelriesen mit 780 Parkplätzen auf einer Fläche unterhalb der A 8 auf Contwiger Gemarkung. Laut Zef gibt es bei einem Projekt dieser Größenordnung ein umfangreiches Genehmigungsverfahren, in dem der Investor mehrere Gutachten vorzulegen hat. Die Analyse der Firma BBE ist eines dieser notwendigen Gutachten. Verkaufsschwerpunkt mit jeweils 78 Prozent sollen laut BBE in Möbelhaus und Mitnahmemarkt Möbel und Küchen sein. Darüber hinaus sollen weitere, dazu passende Artikel verkauft werden, etwa Haushaltswaren und -textilien. Das werde zu „hohen Umsatzeinbußen“ bei den Möbelanbietern in Zweibrücken, Pirmasens und Homburg führen. „Selbst Betriebsschließungen einzelner Möbelanbieter infolge des steigenden Wettbewerbsdrucks würden jedoch keine Beeinträchtigung der Versorgung der Bevölkerung verursachen“, heißt es in dem Gutachten. Existenzbedrohende Umverteilungseffekte für Betriebe in den Zentren von Zweibrücken und den umliegenden Städten und Gemeinden seien auszuschließen. Den Wettbewerb spüren werden laut Gutachten überwiegend die anderen Möbelhäuser in der Region. Der anvisierte Möbelgigant sei als großflächiger Betrieb mit nicht Innenstadt-relevantem Kernsortiment zu bewerten. Zur Ergänzung seien eine Bäckerei und ein Kiosk vorgesehen. Außerdem sollen auf dem Gelände eine Tankstelle mit Rasthof, eine Spielhalle und ein Fast-Food-Restaurant entstehen. Gegen das Kleinpoppen-Vorhaben auf der Truppacher Höhe gibt es Widerstand. Der Zweibrücker Fahrradhändler Sascha Sieber hat über 1000 Unterschriften gegen das Möbelhaus gesammelt (die RHEINPFALZ berichtete). Zuvor hatte bereits wie berichtet der Handelsverband Mittelrhein-Rheinhessen-Pfalz das Vorhaben scharf kritisiert. Die Ansiedlung eines Möbelgiganten auf der Truppacher Höhe bedeute den Todesstoß für die Zweibrücker und die Pirmasenser Innenstadt, hatte Vorsitzender Thomas Scherer erklärt. Schenkt man dem BBE-Gutachten Glauben, sind solche Befürchtungen unbegründet. In Zweibrücken gebe es mit dem dezentral gelegenen Möbel Martin zwar einen wichtigen Konkurrenten. Ansonsten sei aber nur ein begrenztes Möbelangebot in der Stadt zu verzeichnen. Regional bedeutsame Möbelhäuser gebe es erst wieder in Kaiserslautern, Saarbrücken und im Raum Landau. Da das Kernsegment Möbel vorwiegend außerhalb der Zentren angeboten werde, beschränkten sich die Überschneidungen des geplanten Sortiments auf der Truppacher Höhe mit dem in den in den Innenstädten vor allem auf Glas, Porzellan, Keramik und Haushaltswaren, Bilder- und Bilderrahmen sowie Dekorations- und Geschenkartikel. Lampen und Leuchten würden in größerem Umfang nur noch in der Homburger Innenstadt angeboten. Teppiche und Bodenbeläge spielten in keinem der untersuchten Zentren eine Rolle, heißt es im Gutachten. Zef-Sitzung Die Sitzung des Zweckverbands Entwicklungsgebiet Flugplatz (Zef) beginnt am Mittwoch, 24. Mai, um 17 Uhr im Sitzungssaal der Verbandsgemeindeverwaltung in der Landauer Straße. Weitere Themen im öffentlichen Teil sind der Bebauungsplan Umfeld Outlet, der Zustand der Straßen im Zef-Gebiet und der Kauf eines Flurstücks.

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