Rheinpfalz Fusion rüttelt nicht an Philosophie

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Der Weg für die Fusion der VR-Bank Westpfalz und der Volksbank Kaiserslautern-Nord zur Volksbank Kaiserslautern eG mit Sitz in Kaiserslautern ist von Seiten der Vertreter der VR-Bank am Dienstag in Waldfischbach frei gemacht worden. Alle 89 bei der Wahl anwesenden stimmberechtigten Vertreter – 190 Vertreter hat die Bank – sagten Ja zur Fusion (die RHEINPFALZ berichtete gestern kurz).

Es habe von Vertreterseite den Hinweis gegeben, dass es aus nostalgischen Gründen bedauerlich, aus betriebswirtschaftlichen Gründen aber unumgänglich sei, resümierten die VR-Bank-Vorsitzenden Alexander Kostal und Karlheinz Stemler, die Anfang des Jahres in zwei Bezirksversammlungen die Notwendigkeit der Fusion erläutert hatten. Aufsichtsratsvorsitzender Georg Spieß hatte festgestellt, dass das bisherige Geschäftsmodell „Geld einsammeln, Kredit gewähren, Geld anlegen“ angesichts wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen auf dem Prüfstand stehe. Fusionen seien eine unumgängliche Antwort auf Herausforderungen wie niedrige Zinsspanne, sich verschärfende Regularien und demografischer Wandel, so das Ergebnis einer Studie zur Lage der genossenschaftlichen Banken. Die VR-Bank Westpfalz müsse sich diesem Handlungsdruck stellen, um zukunftsfähig zu bleiben. Am genossenschaftlichen Grundgedanken als Fundament des Handelns werde nicht gerüttelt. Das unterstrichen Kostal und Stemler, die gemeinsam mit den bisherigen Vorständen der Volksbank Kaiserslautern-Nord, Peter Kullmann, Karl-Heinz Reidenbach und Albrecht Steller, die Geschäfte der neuen Volksbank führen werden. Die VR-Bank Westpfalz hatte, wie berichtet, 2015 Einschnitte im Filialnetz vorgenommen, neun Filialen geschlossen beziehungsweise in SB-Stellen umgewandelt. Zwölf Filialen gibt es noch. Die Frage der Vertreter, wie es mit deren Bestand aussehe, „hat nichts mit der Fusion zu tun“, unterstrich Kostal. Das hänge allein von Marktentwicklungen ab. Die neue Bank, bei der fusionsbedingte Kündigungen bis 2018 ausgeschlossen sind, wird vier sogenannte Kompetenzzentren haben: Waldfischbach-Burgalben, Landstuhl/Ramstein, Kaiserslautern und Rockenhausen. Diese stellen den regionalen Bezug vor Ort sicher. In diesen Zentren werden alle Leistungen der Bank angeboten. Was die Fusion anbelangt, steht als nächster Schritt die Vertreterversammlung der Kaiserslauterer Bank am 11. Mai an. Bis zum 24. September soll die technische Fusion erfolgen, das Zusammenführen der EDV-Systeme beider Banken. Die Kunden der bisherigen VR-Bank Westpfalz erhalten neue EC-Karten und neue Kontonummern. Die Umstellung von Abbuchungsaufträgen erfolge automatisch, im Hintergrund laufe noch mehrere Jahre das bisherige System mit. Die neuen Karten erhalten die Kunden im ersten Quartal 2017. Bis diese verteilt sind, behalten die alten Karten ihre Gültigkeit. Geprüft werde derzeit noch, ob die neuen Karten die Funktion beinhalten, bis 20 Euro kontaktlos bezahlen zu können, so Kostal. Die 316 Vertreter für die neue Bank, die nach derzeitigem Stand 31.600 Mitglieder hat, werden in diesem Jahr gewählt. Der neue Aufsichtsrat wird zunächst 15 Mitglieder haben. Aus dem Aufsichtsrat der VR-Bank wurden aus dem bisherigen Gremium aus Altersgründen der bisherige Vorsitzende Georg Spieß (Geiselberg) und Ernst Mattil (Höheinöd) verabschiedet. Jürgen Hammel, bisher Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Kaiserslautern-Nord, wird Aufsichtsratsvorsitzender der neuen Volksbank. Stellvertreter werden Michael Lill, der aktuell den Vorsitz bei der VR-Bank Westpfalz inne hat, und Rudi Werner (Volksbank Kaiserslautern-Nord). Neben Lill, werden die bisherigen VR-Bank-Aufsichtsratsmitglieder Karin Fröhlich-Hensel, Horst Kowolik, Gerhard Müller, Matthias Schoch und Peter Stutzinger dem künftigen Aufsichtsrat angehören, der sich bis 2019 auf zwölf Mitglieder reduzieren wird. Dann stehe unter anderem an, die bisher unterschiedlichen Mitglieds- oder Kontoführungsmodelle der Banken auf absehbare Zeit zusammenzuführen, schauten Kostal und Stemler voraus. Bis das geschehen sei, gelten für die Kunden der neuen Bank die Konditionen ihrer bisherigen Bank. (add)

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