Rheinpfalz Förster droht mit Einstellung kostenloser Arbeit

Grüne Lunge, grüne Oase: Bäume spielen im Ortsbild – wie hier am Bahnhof –eine wichtige Rolle. Aber von Bäumen kann auch Gefahr
Grüne Lunge, grüne Oase: Bäume spielen im Ortsbild – wie hier am Bahnhof –eine wichtige Rolle. Aber von Bäumen kann auch Gefahr ausgehen, weshalb Kontrollen und Pflege erforderlich sind, die auch Kosten verursachen.

Die Gemeinde Waldfischbach-Burgalben muss sparen. Es könnte aber sein, dass sie demnächst mehr Geld in die Hand nehmen muss, um von externen Fachleuten begutachten zu lassen, ob von Bäumen im Ort Gefahr ausgeht, und wenn ja, wie sich die Gefahr beseitigen lässt. Bisher hilft Revierleiter Christoph Wagner der Gemeinde bei diesen Fragen kostenlos. Wenn sich aber nichts am Verhalten ändere, werde er diese Aufgaben nicht mehr übernehmen, teilt der Revierleiter dem Rat mit, nachdem seine Arbeit durch Ratsmitglieder zum wiederholten Mal in Frage gestellt worden war.

„Die Arbeiten innerhalb der Gemeinde übernehme ich freiwillig und zusätzlich zu meinem eigentlichen Tätigkeitsbereich. Wenn es künftig so weitergeht wie in den letzten Monaten, sprich dass jede Maßnahme hinterfragt und kritisiert wird, damit auch eindeutig meine Person kritisiert wird, zudem Misstrauen hinsichtlich der Abrechnungsmodalitäten geäußert wird, dann bin ich zukünftig nicht mehr bereit, solche Aufgaben für die Gemeinde zu übernehmen“, teilt Wagner dem Rat schriftlich mit. Die Gemeinde müsse sich dann eines externen Fachmanns bedienen, der die Aufgaben nicht kostenfrei erledigen werde. Er sei mit seinem Sach- und Fachverstand gerne behilflich bei der Beurteilung von Fragen, ob eine Gefährdung durch Bäume vorliegt, helfe gerne bei der Durchführung oder Organisation der Arbeiten, um diese Gefährdung zu beseitigen. Auch weil die Gemeinde ein Teil seines Arbeitgebers – Zweckverband Holzland – sei. Sein Aufgabenbereich umfasse originär aber nur die Bewirtschaftung des Gemeindewalds. Die Arbeiten innerhalb des Gemeindegebietes übernehme er freiwillig, zusätzlich und kostenfrei. Was den sonst ruhigen Revierleiter zu diesem Schreiben veranlasste, war die Nachfrage nach Fällarbeiten im Ort, die Franz Ullrich (CDU) in der vorigen Ratssitzung gestellt hatte. Dabei war es um Baumfällungen an der Moosalb am Bahnhof gegangen. Welche Gefährdungslage vorgelegen habe, wollte Ullrich wissen, denn in diesem Bereich würden sich ja nur wenige Menschen aufhalten. Er wollte wissen, warum die Bäume dort liegen, ob die Parkfläche, die zerstört sei, wieder hergerichtet werde, ob die Wurzeln entfernt werden und er stellte auch wieder die Frage, was die Fällung gekostet hat, welche Erlöse damit erzielt wurden. Es habe eine Gefährdung durch die 25 bis 30 Meter hohen Fichten und Douglasien bestanden, antwortet Wagner. Und die sei in diesem Fall sogar sehr konkret gewesen, denn bei einem Sturm im Frühjahr 2017 war einer der Bäume umgefallen. Bedroht waren die Häuser auf der anderen Seite der Moosalb sowie die Fußgänger und Radfahrer, die die Brücke und den Park nutzen. Es sei egal, ob sich im Gefährdungsbereich viele oder nur wenige Menschen aufhalten. „Bereits ein Schadensfall, egal ob Sach- oder Personenschaden, ist einer zu viel“, so Wagner. Die Firma, die gefällt habe, habe schlicht vergessen, die Bäume zu entfernen, deshalb hatten sie noch dort gelegen. 650 Euro hat das Fällen und Entfernen der Bäume gekostet, teilt Wagner mit. Es habe nicht zur Aufgabe gehört, die Wurzelstöcke entfernen zu lassen. Es sei darum gegangen, die Gefährdungslage zu beseitigen, schreibt Wagner. Natürlich könne man den Park wiederherrichten und – falls gewünscht – auch das Entfernen der Stöcke beauftragen. Den Park werde der Bauhof wiederherstellen, teilte Ortschefin Anna Silvia Henne mit. Die Bäume, die dort lagerten und die nach Ullrichs Meinung völlig falsch angepflanzt seien, weil sie zu nah an der Mauer stehen, wie er bei seiner Anfrage angemerkt hatte, seien nicht eingepflanzt, sondern nur dort eingeschlagen, bis sie an ihre vorgesehenen Standorte kommen. Es handele sich um Esskastanien, von denen zwei ihren endgültigen Standort auf dem Friedhof finden sollen. Für zwei weitere Bäume werde noch der richtige Standort gesucht. Dieser Anfrage waren, wie berichtet, mehrere Anfragen zu Baumfällungen im Ort vorausgegangen, bei denen teils bezweifelt wurde, dass sie notwendig waren. Zu den Baumfällungen „Am Mühlköpfchen“ gab es auch wieder eine Nachfrage. Während Ullrich wissen wollte, warum an der Moosalb die Baumwurzeln stehen blieben, will hier ein Bürger wissen, warum die Wurzeln am Mühlköpfchen entfernt wurden. Das habe doch sicher Geld gekostet. Und während den einen zu viel Bäume weggenommen werden – mal mit, mal ohne Wurzeln –, beklagten sich im Rahmen des Bürgertelefons bei der BWB Anlieger aus der Gartenstraße, dass gegenüber ihrem Grundstück fünf Bäume stehen, die nicht zurückgeschnitten würden, so dass sie auf ihrem Grundstück weder Licht, Sonne noch Satellitenempfang hätten.

x