Rheinpfalz „Es ist eine Katastrophe“

Das ist ein Super-GAU, vielleicht ist es sogar noch schlimmer. Ein sportliches Scheitern hätte man verkraften könne, auch wenn alleine das schon sehr geschmerzt hätte. So aber ist das eine Katastrophe, da brauchen wir gar nicht drumherum zu reden. Es ist unbestritten, dass nur wenige Menschen für das Chaos in der Waldhof-Kurve verantwortlichen waren. Aber es ist auch unbestritten, dass viele hundert Personen in der Nähe standen und nicht eingriffen. Wird so ein Vorgehen von den Fans geduldet? Nein, mit Sicherheit nicht. Ich mache aber niemandem einen Vorwurf, der dort nicht eingeschritten ist. Es gab dort sehr viel Aggressionen und da ist es wirklich schwer, zu reagieren. Das ist doch überall so, auch wenn es Gewalt auf offener Straße gibt, greifen die Menschen oft nicht ein. Ich sehe da ganz andere in der Verantwortung, auch uns von Pro Waldhof. Welche Konsequenzen muss es geben? Es ist ganz klar, dass die Dinge, die passiert sind, lückenlos aufgeklärt werden müssen. Das sollte aber zunächst intern geschehen. Anschließend muss man konsequent damit umgehen. Es scheint, als ob Teile der Ultras für die Eskalation verantwortlich waren. Ich habe keine gesicherten Erkenntnisse darüber. Wir müssen das alles selbst erst einmal für uns aufklären. Ich halte es für falsch, schnell einen Schuldigen auszumachen. Ich kann wirklich nicht sagen, wer diese Leute waren, die sich ja nicht einfach so vermummt haben. Pro Waldhof als Dachverband konnte den Spielabbruch und die vorherige Eskalation nicht verhindern. Müssen Sie sich selbst hinterfragen? Im Moment, da können Sie sicher sein, steht alles auf dem Prüfstand. Einen Teil der Verantwortung sehe ich auch bei uns. Wir werden alles bis an die Schmerzgrenze analysieren. In der Vergangenheit durften die Waldhof-Fans ihre Kurve selbst verwalten. Muss sich das jetzt ändern? Die Selbstverwaltung steht wie vieles andere jetzt auch auf dem Prüfstand. Der Name SV Waldhof hat am Sonntag erheblichen Schaden genommen, auch der Name der Stadt Mannheim wurde beschmutzt. Wie sehen Sie das? Wir versuchen seit vielen Jahren, ein positives Bild unseres Vereins und damit auch der Stadt zu zeichnen. Am Sonntag wurde alles eingerissen, was wir uns aufgebaut haben. Das ist eine einzige Katastrophe. Mir tut es für den Verein leid, für die Stadt und für die Fans, die sich für den Klub engagieren. Wir sind jetzt alle am Boden. Rechnen Sie mit Strafen? Ich kann jetzt nicht einschätzen, was genau auf den Verein zukommt, aber alles was kommt, ist eine Katastrophe. Ein Punktabzug wäre ganz schlimm, weil er sich direkt sportlich auswirkt. Welche Auswirkungen hat der Sonntag für die Fanszene des SV Waldhof? Die Vorkommnisse haben einen Keil zwischen die Fans des SVW getrieben. Einzelne haben Mist gebaut und die Konsequenzen bekommen alle zu spüren. Wir waren in den vergangenen Jahren stolz darauf, dass wir innerhalb der Szene so einen Zusammenhalt hatten. Das ist jetzt erstmal vorbei.