Rheinpfalz
Erster Bürgerstammtisch in Hettenhausen
Einen Appell hat Hettenhausens Bürgermeister Tobias Woll am Samstag an die Verantwortlichen bei der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben gerichtet. Sie sollen die etwas mehr als 1300 Unterschriften ernst nehmen, die gesammelt wurden, um ein Bürgerbegehren gegen den Rathausneubau in Thaleischweiler-Fröschen zu initiieren, bat Woll beim Neujahrsempfang der Gemeinde.
Er wisse, sagte Bürgermeister Tobias Woll, dass manche der 235 Hettenhauser die aktuellen Pläne kritisch sehen. Wichtig sei den Menschen, dass auf zwei Punkte geachtet wird: ein verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern und eine praktikable Lösung für das Rathaus in Wallhalben. Dieses Thema könnte am 18. Januar erneut im Hettenhauser Bürgerhaus zur Sprache kommen: beim Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde.
Verantwortungsvoll mit Steuergeldern umgehen, das ist in Hettenhausen gelebter Alltag. Die Gemeinde ist schuldenfrei, hat noch nie einen Kredit aufgenommen. In den vergangenen Jahren habe er oft betont, Hettenhausen habe solide Finanzen – jetzt könne er sagen, „wir haben sehr solide Finanzen“, machte Woll deutlich, dass sich die finanzielle Lage noch verbessert hat.
Tatkräftige Dorfgemeinschaft
Das ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass die Dorfgemeinschaft tatkräftig anpackt. So wie jüngst geschehen, als in Eigenleistung das Feld für die Rasenurnengräber angelegt wurde. Woll, der 2019 als Bürgermeister bestätigt wurde, resümierte, dass es in seiner seit 2014 andauernden Amtszeit keine Erdbestattung in Hettenhausen gegeben habe. Dem Wandel in der Bestattungskultur trage man mit der neuen Bestattungsmöglichkeit Rechnung. Zur Eigenleistung der Bürger merkte schmunzelnd er an: „Wir hatten sogar sieben Bauleiter.“ Andere wären wohl froh, wenn sie einen hätten.
Nachdem es zu Beginn des Jahres 2019 noch unsicher war, ob Hettenhausen am Grumbeermarkt teilnehmen kann und falls ja, in welcher Weise, konnte Woll jetzt eine positive Bilanz ziehen. Die Dorfgemeinschaft hat angepackt. Zum ersten Mal war das große Kochstudio für die beliebten Hetteser Knepp in und am Dorfgemeinschaftshaus eingerichtet worden. Das funktionierte, und das kulinarische Angebot auf dem Grumbeermarkt wurde bereichert. Die Teilnahme am Grumbeermarkt sei nicht nur wichtig für die Vereinskassen, sie stärke auch die Dorfgemeinschaft, hob der Bürgermeister hervor.
Bürgerstammtisch am 1. März
Die barrierefreie Bushaltestelle mit neuem Wartehäuschen ist fertig. Wo möglich, wurde auch hier selbst Hand angelegt. Der Öko-Zuschuss ist auf den Weg gebracht. Wie berichtet, bezuschusst die Gemeinde den Kauf von energiesparenden Haushaltsgeräten. Finanziert wird das aus den Windkrafteinnahmen. Erste Zuschussanträge seien bereits abgeholt worden, sagte Woll.
Arbeitseinsätze stehen an, zum Beispiel am Spielplatz, auf den Feldwegen – im vergangenen Jahr waren die bei einem Umweltschutztag wieder von Unrat befreit worden – und an der Brunnenanlage. Der Bürgerstammtisch soll erstmals am 1. März im Bürgerhaus stattfinden. Es soll eine Gelegenheit sein, sich in gemütlicher Runde darüber auszutauschen, wo der Schuh drückt.
Cap-Mobil in Hettenhausen?
Der drückt beim Thema Einzelhandel. Nachdem im benachbarten Obernheim-Kirchenarnbach eine Metzgerei und eine Bäckerei geschlossen hatten, wurde an die Gemeinde der Wunsch herangetragen, mit den Betreibern des Cap-Mobils, der Heinrich-Kimmle-Stiftung, Kontakt aufzunehmen, um zu klären, ob der rollende Supermarkt auch in Hettenhausen Station machen könnte. Das war vor Jahren schon mal der Fall gewesen. Damals hatten die Einwohner das Angebot nicht angenommen. Zwischenzeitlich habe sich aber einiges verändert.