Rheinpfalz Emotionen statt Pragmatismus

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Nicht mehr als ein Stimmungsbild wollte Frohnhofens Ortsbürgermeister Thomas Weyrich am Montagabend in puncto Gebietsreform von seinen Ortsgemeinderäten einfangen. Trotz eines kleinen Exkurses in das Junkernheinrich-Gutachten war das Meinungsbild stark von Emotionen statt von Pragmatismus geleitet.

Um die Meinungsfindung zu erleichtern, legte Weyrich mittels eines Overheadprojektors zwei Folien auf, die unter anderem über Flächengröße, Einwohnerzahl, Schuldenstand und Umlagesatz der potenziellen Hochzeitskandidaten Auskunft gaben. Was folgte, waren ganz unterschiedliche Einschätzungen der Situation – von „die da oben machen doch, was sie wollen“, bis „wir müssen gegenüber dem Land über unsere Verbandsgemeindevertreter eine klare Willenserklärung abgeben“. Die sympathischste Variante, so der allgemeine Tenor im Rat, sei eine selbstständige VG Schönenberg-Kübelberg. Nach Weyrichs Ansicht sei dies durchaus diskutabel, weil Schönenberg-Kübelberg nicht auf der Liste der Fusionskandidaten stehe. Als eher utopisch, doch wünschenswert, erachteten einige Ratsmitglieder eine Ehe mit Glan-Münchweiler. Waldmohr blieb wegen seiner Pro-Kopf-Verschuldung und des hohen Umlagesatzes außen vor. Gleichwohl sprachen sich alle Ratsmitglieder gegen eine Fusion mit Verbandsgemeinden außerhalb des Landkreises aus. Ein verhaltendes Ja gab’s für die Option, drei Verbandsgemeinden im gesamten Landkreis zu bilden – Nord, Mitte und Süd. Wobei der Südkreis um die VG Glan-Münchweiler ergänzt werden solle. In einer Grundsatzentscheidung stimmte der Rat einem Standard zu, der das allgemeine Glockenläuten regeln soll. Ebenfalls auf Anregung von Ortsbürgermeister Weyrich sprach sich das Gremium für eine Gebührenerhebung beim Läuten der Totenglocke aus, die durch längeres, unterbrochenes Läuten einen Sterbefall in der Gemeinde beklagt. Die Friedhofsgebührenordnung soll in einer der nächsten Sitzungen angepasst werden. Handlungsbedarf sieht Weyrich auch bei der Friedhofssatzung, weil diese nicht klar abgrenze, wer in Frohnhofen bestattet werden dürfe. Mit einem Sektempfang hatte die Gemeinde vor der Ratssitzung zusammen mit dem saarländischen Telekommunikationsunternehmen Inexio den Anschluss der Ortsgemeinde an die Datenautobahn gefeiert. Künftig stehen in Frohnhofen Bandbreiten bis zu 100 Megabit pro Sekunde zur Verfügung. Auch Ortsbürgermeister Weyrich zeigte sich zufrieden und sah seine langjährigen Bemühungen nun von Erfolg gekrönt: „Ein Schneller und leistungsstarker Zugang zum Internet ist heute ein wesentlicher Standortfaktor“, sagte Weyrich. (res)

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