Kultur Südpfalz Eingespieltes Quartett

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Ein spannendes Programm boten Gudrun Heller (Gesang), Verena Börsch (Klavier), Natalie Delorme (Violine) und Sergej Woronow (Klarinette) in einem Benefizkonzert für den Förderverein der Kreismusikschule Südliche Weinstraße in der Herxheimer Villa Wieser.

Die Fantasiestücke Robert Schumanns für Klarinette und Klavier und die klangvolle Violinsonate von Johannes Brahms trafen auf Lieder von Camille Saint-Saëns und Louis Spohr. Den musikalischen Hauptpart hatte die Pianistin Verena Börsch zu leisten, in dem sie stilsicher und kompetent mit ihren Partnern eine lebendige Interpretation der Werke vermittelte. Die Fantasiestücke op. 73 aus der Feder Schumanns verlangen dem Klarinettisten weite Melodiephrasen ab, die Sergej Woronow mit seinem kunstvollen Spiel ausdrucksvoll gestaltete. Ein transparentes, geradezu dahinströmendes Spiel ergab sich im Musizieren mit Verena Börsch. Als Liedbegleiterin erwies sich Börsch auch in den Liedern von Saint-Saëns und Spohr ebenfalls als sehr umsichtig, obwohl der geöffnete Flügel stellenweise etwas dominant wirkte. Gudrun Heller wählte zwei unheimliche Lieder des französischen Komponisten Saint-Saëns nach Gedichten von Armand Renaud und Contesse de Noailles, die sie mit expressiver Stimme gestaltete. Im Zusammenspiel mit der Violine Delormes wechselten sich lyrische Solostellen mit Hellers klangvollem Mezzosopran ab, das virtuos gespielte Klavier unterstrich die Dramatik. Romantischer und friedlicher wirkten die Sechs deutschen Lieder für Singstimme, Klarinette und Klavier des Romantikers Spohr. Auch hier bewies Hellers Stimme lyrische Qualitäten, aber auch Tragfähigkeit gegenüber den beiden Partnern. Vielleicht mag manch ein Hörer die Klarinette etwas dominant wahrgenommen haben, der lebendigen Interaktion der drei Musiker tat dies aber keinen Abbruch. Effektvoll wirkten die teils opernhaften Züge dieser Komposition. Wer den verträumten Anfang der Sonate G-Dur op. 78 von Johannes Brahms erlebt, der wird entführt in eine weite musikalische Landschaft. In feiner dynamischer Abstufung gestaltete die Börsch den Klavierpart, die dramatischen Stellen spielte sie mit farbenreichem Anschlag. Delorme entwickelte sensibel die melodischen Linien des Geigenparts. Beide achteten sehr auf die formelle Gestaltung der Komposition und den wichtigen Spannungsbogen. Das Adagio mit seiner sanften Melancholie gehörte zu den intensivsten Eindrücken. Konzertant und mit energischer Bogenführung gelang der rasche Schlusssatz, vor allem durfte das Klavier zu einem unbeschwerten Musizieren beitragen. Die Zuhörer zeigten sich begeistert, als Zugabe erklang Brahms Abendlied. |wtz

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