Rheinpfalz „Eine Hammertour in Zeitlupe“

Die fünf Traktoristen, die sich auf die Reise ins italienische Saltaus begeben hatten, sind zurück in Kollweiler. Sowohl die zwei Profis als auch die drei Ersttäter zeigen sich schwer beeindruckt von der Fahrt mit alten Treckern über hohe Berge. „Einfach nur super“, fasst es Rudi Diehl zusammen.
1500 Kilometer liegen hinter den alten Traktoren und den Männern aus Kollweiler. Mit Michael Brazda genoss auch ein in der Westpfalz stationierter Amerikaner die Tour von Kollweiler über verschiedene Alpenpässe bis nach Meran. „Nein, so was von super, so hab ich mir das im Vorfeld niemals träumen lassen“, kommentiert der Beifahrer die ungewöhnliche Reise. „Das hätte ich nie gedacht“, ist auch Beifahrer Benno Müller voller Euphorie ob der langsam vorbei ziehenden Landschaftskulisse. Bei 25 Kilometern pro Stunde blieb aber auch wirklich viel Gelegenheit, alles Schöne am Rande wahrzunehmen. „Das war eine Hammertour, eine Reise in Zeitlupe“, beschreibt Michael Höh das Abenteuer, das hinter ihm und seinem IHC liegt. Er war wie die beiden Beifahrer zum ersten Mal auf solch einer Treckerreise. „Es hat bis auf wenige Ausnahmen nur lachende Gesichter um uns gegeben“, ist Höh sicher, dass sich selbst jene, die im Stau hinter den langsamen Traktoren waren, an der Entschleunigung erfreuen konnten. Selbst seine kleinen Befürchtungen, der Schleppersitz könne Kreuzschmerzen auslösen, haben sich nicht bewahrheitet. Die Pässe, vor allem der Timmelsjoch mit gut 2500 Metern Höhe, lösten allerdings kurzzeitig ein wenig Magengrummeln aus, gesteht Höh. Bergauf war’s kein Problem – aber bergab kam dann doch schon mal die Frage auf: Sind die Bremsen eines solchen Schleppers wirklich für derartige Abwärtsfahrten ausgelegt? Gut, dass da Treckerversteher Rudi beruhigen kann. Den kleinen Gang rein, langsam angehen lassen, und dann passt das. Rudi Diehl hat natürlich recht. Er kennt die Trecker, kennt das langsamen Reisen. Trotzdem, diesmal leidet er mit seinem alten Kramer. Aber nur an den Steigungen rauf auf den Pass. „Mit 25 PS war das eine ganz schöne Kraxelei“, hat Diehl vor allem bei Steigungen bis zu 13 Prozent gemerkt. Er hat ihm deshalb auch vor dem Antritt der Rückreise einen Ölwechsel gegönnt. Am Samstag sind Männer und Maschinen in Kollweiler eingerollt. Nass bis auf die Haut, aber zufrieden und glücklich. „Es war mal wieder perfekt, auch dank unserer Sponsoren“, sagt Dirk Diehl. Diese hatten eminent wichtige Unterstützung in Form von Schmierstoffen, Ölen und Ausrüstung geleistet. Der Dank an Rudi Diehl ist für die Männer Ehrensache. Der hat nur keine Zeit, sich darauf auszuruhen – die Schlepper wollen nun gewartet, geputzt und gewienert werden. „Dann mal ein Jahr ins Land ziehen lassen und wir werden sehen, wie die Planung für die nächste Tour in zwei Jahren aussieht. Mal sehen was unsere Frauen dazu sagen“, zeigt sich Rudi Diehl offen für alles was da kommt. |thea