Rheinpfalz Ein virtueller Schlossrundgang
«Neustadt.» Auf der Internetplattform Google Arts & Culture lässt sich das Hambacher Schloss erkunden. Neben zahlreichen Informationen zur Wiege der Demokratie gibt es 360-Grad-Aufnahmen. Der virtuelle Besucher erhält viele Ein- und Ausblicke – überwiegend ohne Ton.
Mal wieder oder vielleicht sogar erstmals das Hambacher Schloss besuchen, ohne bei dem trüben und ungemütlich kalten Wetter rauszumüssen – das ist nicht der schlechteste Gedanke. Dank eines gemeinsamen Projekts der Stiftung Hambacher Schloss mit der Internetplattform Google Arts & Culture ist das neuerdings möglich. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat das Ganze kürzlich voller Stolz präsentiert: Durch Einblicke in Archiv und Sammlung, aber insbesondere durch 360-Grad-Panoramaaufnahmen für einen virtuellen Rundgang werde das Hambacher Schloss damit auch für Besucher zugänglich, die nicht vor Ort sein können. Hält das Projekt, was es verspricht? Was fehlt, ist der Weg zur Wiege der Demokratie. Ob zu Fuß, per Fahrrad oder motorisiert, nicht umsonst heißt es ja „Hinauf, hinauf zum Schloss!“ Die Pfade und geschlängelten Straßen im Wald gehören zu einem gelungenen Besuch einfach dazu. Bei der virtuellen Tour, wenn man die Website aufruft, ist man dagegen gleich oben. Dort ist das Angebot an Informationen sehr umfangreich. Es gibt mehrere Online-Ausstellungen, unter anderen zum Hambacher Fest 1832, zur Geschichte der deutschen Nationalflagge und zur Baugeschichte des Hambacher Schlosses. Dazu gibt es jeweils zahlreiche historische Bilder, Dokumente und Objekte zu sehen – allerdings auch ziemlich viel Text. Wer das alles lesen möchte, sollte zwei bis drei Stunden einplanen. Zwar können auch einige Audiodateien aufgerufen werden, die beschränken sich jedoch überwiegend auf Ausschnitte aus politischen Reden, die auf dem Schloss gehalten wurden. Das Prunkstück sollen laut Malu Dreyer aber sowieso die 360-Grad-Aufnahmen sein. Vier Möglichkeiten stehen unter dem Stichwort „Treten Sie ein!“ offen: Außenbereich, Dauerausstellung, Siebenpfeiffersaal und Festsaal. Die Qualität der Aufnahmen ist hervorragend, alles gestochen scharf. Wer sich das am PC-Bildschirm ansieht, erhält nette Ein- und Ausblicke. Wirklich lebendig wird es aber erst mit einer Brille für Virtual Reality. Dann kann man sich einfach hin- und herdrehen, in alle Richtungen schauen, den Blick über das Schloss und die Rheinebene sowie durch das Innenleben des Bauwerks schweifen lassen. Allerdings fällt hier der fehlende Ton unangenehm auf: In den Innenräumen mag das nicht ganz so störend sein, aber wer sich außen umsieht, vermisst einfach die obligatorischen Windgeräusche auf dem knapp 380 Meter hohen Hambacher Schlossberg. Im Netz https://artsandculture.google.com/project/hambacher-schloss