Rheinpfalz Ein Generationenwerk

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Er ist ein Freund der Natur und vor allem ein großer Freund der Vögel. Und genau ihnen widmet Peter Ramachers seit Jahrzehnten immens viel Zeit. Der Sulzbachtaler gehört zu einem kleinen Team Avifaunisten, die mit ihren Beobachtungsdaten ein Grundlagenwerk über die heimische Vogelwelt geschaffen haben.

Er steht im Feld, in der Flur, im Wald und hört, beobachtet, notiert, überträgt Daten, wertet aus. Stunden summieren sich, Stunden, die andere unter Freizeit verbuchen. „Es macht Spaß“, lässt der Wasserbauingenieur keinen Zweifel daran aufkommen, warum er in den vergangenen Jahrzehnten viele Hundert Stunden in der Einsamkeit verbracht hat. Für ihn ist die grundlegende, wissenschaftlich fundierte Beweisführung über das Vorkommen der Vögel und deren Bestandsveränderungen absolut wichtig. Und so widmet er sich in seiner Freizeit zusätzlich auch den aus seiner Sicht weniger vergnüglichen Dingen. Dazu zählt für ihn die stundenlange Recherche am Schreibtisch, das Lesen und Durcharbeiten älterer Texte und Daten und natürlich das Zusammentragen der eigenen Beobachtungen. Peter Ramachers ist in der Westpfalz längst als Buchautor bekannt. Geht doch „Die Vogelwelt im Raum Kaiserslautern“ auf ihn zurück. Auch in bundesweiten Erhebungen und Kartierungen fließen seit Jahren seine Beobachtungen mit ein. Ein kleines Team solcher Idealisten hat nach Jahrzehnten der Beobachtung und der Erforschung ein ökologisches Grundlagenwerk zur Vogelwelt in Rheinland-Pfalz erstellt. Das erste seiner Art. „So etwas gibt es, wenn überhaupt, nur einmal pro Generation“, ordnet Ramachers das Mammutwerk ein. Vier dicke Bücher, insgesamt 3000 Seiten, alles auf Spendenbasis finanziert, hat die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR) auf den Weg gebracht. Drei Bände sind veröffentlicht, Band vier wird sich voraussichtlich im nächsten Jahr anschließen. Es sind Bücher, deren Herzstück auf die Beobachtungen und Daten engagierter Vogelkundler wie Peter Ramachers zurückgehen. Im jüngst erschienen Band III hat der Westpfälzer, der am Entstehen aller Bände mitgearbeitet hat, die Kapitel über den Sperlingskauz, den Eisvogel, den Wendehals und alle übrigen Spechtarten verfasst. „Nur durch ein langjähriges Monitoring sind verlässliche Trendaussagen über Zu- oder Abnahmen von Vogelbeständen zu erhalten“, sagt Ramachers. Und macht klar, dass die subjektive Annahme über den Vogelbestand und die Daten nach dem Monitoring sehr unterschiedlich sein können. „Eigentlich wäre es mittlerweile Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass Verbreitungsdaten und Informationen über den Zustand unserer Tier- und Vogelbestände kontinuierlich und obligatorisch, gegen Bezahlung, erhoben werden“, ist Ramachers überzeugt davon, dass hier das Ehrenamt eine Arbeit leistet, die im Hauptamt liegen sollte. Die Vogelwelt spiele im Bereich der Landschaftsplanung, etwa bei der Windenergie, der Verkehrswegeplanung, dem Trassenbau und vielem anderen mehr eine immer größere Rolle im öffentlichen Diskurs. Ohne verlässliche Fakten über das, was ornithologisch im Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Genehmigungsbehörde ablaufe, gehe es schon lange nicht mehr, weiß er. „Die Vertreter der Genehmigungsbehörden sind mit die dankbarsten Leser und Nutzer der ,Regional’- oder ,Landesavifaunen’, die wir still und wenig beachtet durch unsere Beobachtungstätigkeit sowie durch Ergebnisauswertungen ermöglichen“, stellt Ramachers fest. Lesezeichen „Die Vogelwelt von Rheinland-Pfalz“ kann unter www.gnor.de bestellt werden. |thea

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