Rheinpfalz Ein Feuerwehrhaus bröckelt

Das Obersimter Feuerwehrhaus weist schwere Bauschäden auf und muss saniert werden. Außerdem fehlt ein Raum für die Einsatzbekleidung der Feuerwehrleute. Wie es mit dem 20 Jahre alten Gebäude weitergeht, beschließt der Verbandsgemeinderat Pirmasens-Land in seiner heutigen Sitzung (17 Uhr, Ratssaal des Pirmasenser Verwaltungsgebäudes).

Das 1994 errichtete Feuerwehrhaus Obersimten weist massive Rissbildungen auf. Diese sind durch statische Probleme entstanden. Der Mehlinger Architekt Andreas Schmitt hatte im Februar 2011 ein Gutachten erstellt. In diesem sind die aufgetretenen Bauwerksschäden aufgelistet und begründet. Die Sanierungskosten waren darin mit rund 98.000 Euro beziffert. Wegen Baupreissteigerungen und weiterem Fortschritt des Schadens kommt man damit nicht mehr aus. Aus der Sicht der Bauabteilung duldet die Sanierung keinen Aufschub mehr, da sich die Rissbildung weiter verstärkt und sich die Maßnahme immer weiter verteuert. Hinzu kommt, dass der Betriebsmediziner der Verbandsgemeinde bei einer Überprüfung der Feuerwehrhäuser auf die Unzulässigkeit der Lagerung von Einsatzbekleidung in der Obersimter Fahrzeughalle hingewiesen hat. Diese müssten in einem separaten Umkleideraum untergebracht werden und nicht in der Fahrzeughalle, wo sie mit Abgasen in Berührung kommt. Da keine Räumlichkeit in dem vorhandenen Gebäude zur Verfügung steht und auch keine geschaffen werden kann, müsste bei der Sanierung des jetzigen Gebäudes auch der Anbau eines Umkleideraumes erfolgen. Schon am 10. Dezember 2014 hatte sich der Verbandsgemeinderat mit dem Problem beschäftigt, zwischenzeitlich hat sich der Rat das Feuerwehrhaus angesehen. Dabei kam auch die Frage eines Neubaus zur Sprache. Grob geschätzt würde dieser 400.000 Euro kosten. Sollte ein Neubau an gleicher Stelle errichtet werden, kämen nicht nur Abrisskosten von etwa 50.000 Euro hinzu. Vielmehr müssten von dem 1996 gewährten Landeszuschuss bei einer Nutzungsdauer von 33 Jahren noch 40 Prozent zurückgezahlt werden. Die Verwaltung empfiehlt dem Rat, von einem Neubau abzusehen. Stattdessen sollte man sich zur Sanierung entscheiden und den Architekten Schmitt mit der Planung der Sanierung und des Anbaus beauftragen. Auf die Initiative des Eppenbrunner Hoteliers Hans Kupper (wir berichteten) geht es heute auch um die künftige Tourismus-Ausrichtung der Verbandsgemeinde. Aus der Vorlage von Bürgermeisterin Silvia Seebach ist ersichtlich, dass bislang eine Mitarbeiterin der Verwaltung mit 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für Tourismusaufgaben eingesetzt ist. Seebach schlägt dem Rat zwei Alternativen vor. Bei der einen soll die Verwaltung beauftragt werden, ein Konzept zur stärken Fremdenverkehrsförderung zu erstellen und darin den Umfang des personellen Aufwands benennen. Insoweit verweist die Bürgermeisterin auf die Gemeindeordnung, wo ausgeführt ist: „Die Verbandsgemeinde kann die Aufgaben der Wirtschafts- und Fremdenverkehrsförderung, soweit sie von überörtlicher Bedeutung sind, als Selbstverwaltungsaufgaben wahrnehmen.“ Die andere Alternative wäre, Kooperationsmöglichkeiten mit den Verbandsgemeinden zu prüfen, die bereits ausgebildete Tourismus-Fachkräfte beschäftigen. Die Amtszeit von Bürgermeisterin Seebach (CDU), die am 4. November 2007 gewählt wurde und ihr Amt am 25. März 2008 antrat, endet am 14. März 2016. Die Wahl des hauptamtlichen Bürgermeisters muss spätestens drei Monate vor dem Freiwerden der Stelle erfolgen, das wäre der 15. Dezember 2015. Der Verbandsgemeinderat soll der Kommunalaufsichtsbehörde als Wahltag Sonntag, 22. November, und als Tag einer eventuell notwendigen Stichwahl Sonntag, 6. Dezember, vorschlagen. (dan)

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