Rheinpfalz
Dunzweiler: Rat sagt grundsätzlich Ja zu Forstzweckverband
Fast ausschließlich um den Wald drehte sich die Sitzung des Ortsgemeinderates Dunzweiler am Montag. Die mittelfristige Finanzplanung und der aktuelle Wirtschaftsplan wurden verabschiedet. Die Vorzüge eines Forstzweckverbandes stellte die Leiterin des Forstamts Kusel, Gabi Kleinhempel, vor.
Einen insgesamt guten Zustand attestierte Dorothea Lehmann von der Zentralstelle der Forstverwaltung Rheinland-Pfalz dem Dunzweiler Wald. Dunzweiler verfügt über eine Waldfläche von 61 Hektar. Auf der Nutzfläche wachsen mehrheitlich Laubbäume, vor allem Buchen. Wünschenswert wäre eine leichte Zunahme der Nadelbäume, meinte die Forsträtin. Positiv wertete sie die Baumvielfalt, die von 15 auf 19 gestiegen ist. Neu sind Winterlinde, Vogelbeere und auch Waldsträucher, die für Kleintiere Lebensraum bieten. Die Eiche, ebenfalls stark vertreten, hält nicht nur dem Klimawandel stand, sondern erzielt auch beim Verkauf gutes Geld. Der Anteil der Fichten, Douglasien, Kiefern und Lärchen ist – nicht zuletzt altersbedingt – gesunken. Laut Lehmann weist der Wald eine gute Altersstruktur auf: Eine Vielzahl reiferer und ältere Bäumen eignet sich zum Ernten.
Mehr Licht für junge Bäume
Um den Wald zukunftssicher zu machen, riet die Expertin, einen Teil der alten Bäume zu fällen, um jüngeren mehr Licht zu verschaffen. Pro Hektar und Jahr sollten im Schnitt 5,7 Festmeter eingeschlagen werden. So werde die Nachhaltigkeit gewährleistet, genügend Vorrat aufgebaut.
Was bringt der Gemeinde der Beitritt zu einem Forstzweckverband (FZV)? Wie Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel darlegte, lasse sich der Wald wegen der viel größeren und zusammenhängenden Fläche leichter und kostengünstiger bewirtschaften. Außerdem seien größere Holzmengen besser zu vermarkten. Schäden, die durch Sturm oder Schädlinge hervorgerufen werden, seien einfacher auszugleichen. Der Verwaltungsaufwand sinke, der Förster habe mehr Zeit für seine eigentlichen Aufgaben. Die Frage, ob stets ausreichend Brennholz für die Bürger bereitstehe, bejahte sie.
Gemeinden, die dem FZV nicht beitreten, werden „angedockt“, beantwortete Kleinhempel die Frage von Ortsbürgermeister Volker Korst (CDU). Das Holz werde trotzdem geschlagen und vermarktet. Der Rat erklärte die Absicht, einem noch zu gründenden FZV beizutreten.
Keinen Harvester bekommen
Im Vergleich zu anderen Regionen in Rheinland-Pfalz sei der südliche Landkreis kaum vom Fichtensterben und der Borkenkäferplage betroffen, eröffnete Revierförster Werner Schramm seine Ausführungen zum Wirtschaftsplan.
Von den geplanten 310 Festmetern wurden 2019 lediglich 55 eingeschlagen. Als Grund nannte Schramm, „dass wir keinen Harvester bekommen haben. Die sind alle in den Bundesländern im Einsatz, die stark von der Trockenheit betroffen sind.“ Entsprechend negativ fällt die Bilanz aus. Einnahmen von 3250 Euro stehen Ausgaben von 4615 Euro gegenüber – ergibt ein Minus von 1365 Euro. Der durchschnittliche Gewinn von 1735 Euro in den zurückliegenden drei Jahren gleiche das Defizit aus.
Für nächstes Jahr plant der Revierförster, 290 Festmeter einzuschlagen, vor allem alte Buchen und Fichten. Er rechnet mit einem Gewinn von 180 Euro. Versichern konnte er, dass die Brennholzpreise stabil bleiben.
Weitere Themen
- Für drei Bäume für Baumbestattungen auf dem Friedhof liegen Angebote vor. Vor der endgültigen Entscheidung will sich der Ortsbürgermeister um einen Rabatt bemühen.
- Im Fröhnweg wird ein Baugrundstück ausgewiesen. Wegen der früher undefinierten Grundstücksgrenzen muss nun der Feldweg verlegt werden. Kostenpunkt: 6113 Euro.
- Mit knapp 1500 Euro ist das Ausbessern des Brunnenwegs veranschlagt.
- Dank der Spende von Eugen Leppla in Höhe von 10.000 Euro kann für den Kindergarten ein Klettergerüst mit Rutsche gekauft werden. Inklusive Fallschutz kostet es 6140 Euro. Die Straußbuwe übergaben der Kita 450 Euro.