Rheinpfalz Drei Friedhofshallen werden abgerissen

Die Friedhofshallen in Marth, Saal und Niederkirchen werden abgerissen. Dafür sprach sich der St. Wendeler Stadtrat nach Vorlage des neuen Bestattungswesenskonzepts aus. Der Heimat- und Kulturverein Ostertal hatte sich zuvor an die Stadt gewandt, und um Erhalt der künstlerisch wertvollen Gebäude plädiert (wir berichteten).
In einem Schreiben an St. Wendels Bürgermeister Peter Klär wies der Heimat- und Kulturverein auf die künstlerischen Bestandteile der zwischen 1965 und 1968 erbauten Hallen im Ostertal hin. An der derzeit geschlossenen Friedhofshalle von Saal gestaltete der Saarbrücker Künstler Gero Köllmann eine Glaswand. Marth verfügt ebenfalls über eine großflächige Glaswand des Saaler Künstlers Heinz Oliberius. Beide Hallen waren wegen Baumängeln 2012 geschlossen worden. Nun werden sie abgerissen. Wie Stadtsprecher Thomas Wüst auf Nachfrage der RHEINPFALZ mitteilte, soll auf dem Friedhof in Niederkirchen eine neue Friedhofshalle gebaut werden. Die Kosten sind laut Wüst noch nicht bekannt. Die restlichen Friedhofshallen sollen nach Bedarf sukzessive renoviert werden. Unterdessen kam in Niederkirchen die Idee auf, die von Oliberius gestalteten Fenster der Marther Friedhofshalle in den Chorraum der Margarethenkirche zu integrieren. Wie der Niederkircher Pfarrer Stefan Werner der RHEINPFALZ mitteilte, gibt es jedoch noch keine konkreten Beschlüsse. Weder das Presbyterium noch die Stadt und die Denkmalbehörde hätten sich bisher zu dieser Idee geäußert. „Ob und wie es vielleicht zu einer Umsetzung kommt, steht zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht fest“, betont Werner. Zumindest in den kommenden zehn Jahren sollen nach Angaben der Stadt alle 16 Friedhöfe in St. Wendel erhalten werden. Anschließend soll über den Fortbestand der Friedhöfe in Marth und Saal entschieden werden. Sie gehören zum Gemeindebezirk Niederkirchen, in dem es für weniger als 2000 Einwohner vier Friedhöfe gibt. Hintergrund des neuen Friedhofskonzepts der Stadt ist der Wandel der Bestattungskultur: Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werden inzwischen Urnengräber sowie wenig pflegeintensive Grabstätten stark nachgefragt. (suca)