Rheinpfalz Dividende für die Genossen
Zinslose Zeiten verhageln Kunden die Altersvorsorge. Die Regulierungswut der europäischen sowie der deutschen Bankenaufsicht kennt kaum noch Grenzen. Trotz aller Missklänge konnte die Volksbank Glan-Münchweiler 2015 mit über 488 Millionen Euro ihre Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent steigern. Der Jahresüberschuss betrug knapp 2,5 Millionen Euro. Die Genossen stimmten in der Vertreterversammlung am Dienstagabend in der Kurpfalzhalle in Nanzdietschweiler einer Dividendenausschüttung zu. Weiteres beherrschendes Thema der Versammlung war der Zusammenschluss der beiden Volksbanken Glan-Münchweiler und Lauterecken.
Während Vorstandsmitglied Sabine Mack die Zusammenarbeit von Kundenberater und Kunde in den Mittelpunkt ihrer Rede stellte, thematisierte ihr Vorstandskollege Walter Hoffmann die Niedrigzinsphase wie auch die Regulierungswut der europäischen sowie der deutschen Bankenaufsicht. Die Auswirkungen, befürchtet er, werden alle Banken dieses Jahr und in den Folgejahren zu spüren bekommen: „Doch Jammern hilft nicht.“ In den politischen Vertretungen sowie in den europäischen Gremien müsse man erreichen, dass insbesondere das deutsche Bankensystem mit seinen vielen regionalen Genossenschaftsbanken und Sparkassen nachhaltig gestärkt werde. Hoffmann zeigte sich überzeugt davon, dass die Volksbank Glan-Münchweiler, die bereits im 142. Jahr am Markt ist, sich trotz höherer Veränderungsgeschwindigkeit als starker Wirtschaftsfaktor in der Region behaupten werde. Neben den wichtigsten Eckdaten der Bankbilanz ging Hoffmann auch auf Zahlen der sogenannten Förderbilanz ein: Die Bank habe rund 54.000 Euro Spenden an 175 Vereine und gemeinnützige Institutionen gezahlt. Nicht ohne Stolz erwähnte Hoffmann, dass die Bank als Arbeitgeber jährlich drei Millionen Euro an Gehältern zahle, die letztlich als Kaufkraft ebenfalls in die Region flössen. Kurz streifte er die bevorstehende Fusion mit der Volksbank Lauterecken; hier gebe es eine Menge Synergieeffekte, deshalb wolle man sich rechtzeitig und ohne Druck zusammenschließen. Ähnliches war von Sabine Mack zu hören, die am Ende der Versammlung nochmals auf die Verschmelzung der beiden Banken einging. Mack beteuerte, dass zwar Arbeitsplätze gestrichen würden, doch durch altersbedingtes Ausscheiden von Mitarbeitern werde es zu keinen Entlassungen kommen. Wegen des Ausscheidens von Walter Hoffmann sowie des Lauterecker Vorstandsmitglieds Klaus Gerber sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, die Fusion auf den Weg zu bringen. Der neue Vorstand wird nur noch aus drei Mitgliedern bestehen. Außer ihr seien dies Christian Dietrich und Joachim Wagner, sagte Mack. Weiter teilte sie mit, dass Dietrich bereits ab 1. Juli in den Vorstand der Volksbank Glan-Münchweiler berufen werde (wir berichteten gestern). Er tritt damit die Nachfolge von Hoffmann an, der zum Jahresende in den Ruhestand gehen wird. Wie Mack weiter informierte, wird der bereits eingeleitete Fusionsprozess durch eine Beratungsgesellschaft begleitet. Gleichwohl entscheide letztlich die nächste Vertreterversammlung darüber, ob die Fusion zustande komme oder nicht. Dies dürfte jedoch, wie auch diese Versammlung zeigte, nur formalen Charakter haben. So stimmten die 82 stimmberechtigten Vertreter allen von Versammlungsleiter Christoph Thomann zur Abstimmung vorgestellten Tagesordnungspunkten zu. Hauptpunkt war natürlich die von Vorstandsmitglied Walter Hoffmann vorgestellte Bilanz. So konnte entgegen den Trends der Vorjahre mit 488,41 Millionen Euro die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent gesteigert werden. Von dem erwirtschafteten Jahresüberschuss von 2,47 Millionen Euro werden als sogenannte Vorwegzuweisung 1,75 Millionen Euro in die Ergebnisrücklagen fließen. Für den verbleibenden Bilanzgewinn von insgesamt 724.660 Euro schüttet die Bank eine Dividende von 190.572 Euro aus. Hoffmann unterstrich die, wie er sagte, Wichtigkeit einer Stärkung des Eigenkapitals, das nunmehr 51,748 Millionen Euro beträgt. Wiedergewählt in den Aufsichtsrat wurde Ulrich Wigand. Ebenfalls einstimmig wählten die Vertreter den Aufsichtsratsvorsitzenden Christoph Thomann. Er hätte laut Satzung wegen Erreichung der Altersgrenze von 65 Jahren nicht mehr gewählt werden dürfen. Wegen der bevorstehenden Fusion sei jedoch ein Ausnahmefall eingetreten, der eine Wiederwahl Thomanns möglich mache, so die Argumentation der Vertreterversammlung. |res