Rheinpfalz Die Kläranlage und der demografische Wandel

Das Abwasser in der Kläranlage Waldfischbach-Burgalben zu reinigen, ist eine sehr energieintensive Sache. Der Stromverbrauch sol
Das Abwasser in der Kläranlage Waldfischbach-Burgalben zu reinigen, ist eine sehr energieintensive Sache. Der Stromverbrauch soll in den nächsten Jahren deutlich gesenkt werden, und in einer Studie wird geprüft, ob sich die Anlage sogar energieautark betreiben lässt.

«Waldfischbach-Burgalben.»Die Studie soll am Ende auch zeigen, ob es sinnvoll ist, regenerative Energien einzusetzen – zum Beispiel Solarstrom oder Wärmepumpen –, um den Betrieb der Kläranlage noch energieeffizienter zu gestalten oder ob sich die Anlage sogar energieautark betreiben lässt. Das heißt, dass sie die Energie, die sie benötigt, selbst produziert. Eine erste Erkenntnis sei, sagte Jürgen Goebel von IPR bei der Werkausschusssitzung, dass an drei Stellen durch technische Veränderungen der Strombedarf – 2018 lag der bei etwa 380.000 Kilowattstunden – schnell reduziert werden könnte. Vor allem in der Nachklärung benötige die Anlage sehr viel Strom. Hier empfehle sich eine Verfahrensumstellung. Es gab erste Vorschläge, wie sich schnell mit einfachen Maßnahmen bis zu 19.000 Euro Stromkosten pro Jahr einsparen ließen. Sie beträfen unter anderem den Zulauf (2000 Euro Stromkostenersparnis pro Jahr), den biologischen Bereich (11.000 Euro) und die Schlammbehandlung (2500 Euro). Dazu müsste am Sandfang die Belüftung verbessert werden, erläuterte Goebel. Das würde etwa 10.000 Euro kosten, was sich allerdings durch die Stromeinsparung binnen fünf Jahren amortisiert hätte. Würden die Rücklaufschlammpumpen erneuert – Kostenpunkt 25.000 Euro –, wäre die Stromeinsparung so groß, dass diese Ausgabe bereits nach zweieinhalb Jahren durch die gesparten Gelder für Strom bezahlt wäre. Würde die Schlammzentrifuge umgerüstet, was 130.000 Euro kosten würde, wäre das nach 13 Jahre durch die gesparten Stromkosten bezahlt. Die Kläranlage ist so gebaut, dass sie die durchschnittliche Abwässermenge von 14.500 Menschen reinigen könnte. Das ist der sogenannte Einwohnergleichwert. Tatsächlich muss deutlich weniger Abwasser gereinigt werden. 2016 sei es umgerechnet die Abwassermenge von 8286 Menschen gewesen, 2017 habe die gereinigte Abwassermenge etwa 9000 Einwohnergleichwerten entsprochen. 1,6 Millionen Kubikmeter Abwasser waren 2016 durch die Anlage gelaufen. „Wir liegen also sogar noch unter den 10.000 Einwohnergleichwerten und werden, da machen wir uns nichts vor, die 14.500 auch nie brauchen“, sagte Goebel. Durch den demografischen Wandel geht die Bevölkerung zurück und die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Unternehmen ansiedelt, dass so viel Abwasser produziert wie beispielsweise 4000 Menschen, liegt nahe Null. Verbandsbürgermeister Lothar Weber (SPD) und Werkleiter Andreas Schneider wiesen darauf hin, dass die Verbandsgemeinde im Jahr 2015 bereits in den Bereich Belebung (neue Belüfter und Gebläse) investiert habe, um Strom zu sparen. Das habe sich auch deutlich bemerkbar gemacht, bestätigte Goebel. Vor dieser Investition seien noch über 600.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr benötigt worden für den Betrieb der Anlage. Eine erste Empfehlung von IPR werde bereits umgesetzt, erläuterten der Verbandsbürgermeister und der Werkleiter. Die einzelnen Aggregatabschnitte – im Bereich der mechanischen und biologischen Reinigung, sowie im Schlammentsorgungsbereich bekommen gesonderte Zähler, so dass der Energieverbrauch der wichtigsten Aggregate genau erfasst werden kann. Derzeit gebe es auf der Anlage nur einen Hauptstromzähler, sagte Goebel. Das reiche nicht, um die erforderlichen Daten zu bekommen und die Energiebilanz dauerhaft zu verbessern. Ein wichtiger Indikator ist für die Energiebilanz der Stromverbrauch pro Einwohner pro Jahr. Der liege bei der Anlage momentan bei 40 Kilowattstunden. Ziel sei es, den Verbrauch wie bei vergleichbaren Anlagen im Schnitt auf 35 Kilowattstunden zu senken, erläuterte Goebel.

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