Rheinpfalz Die friedliche Revolution
Die Revolution in Waldfischbach-Burgalben verlief gestern friedlich: Keine Gelbwesten, sondern gut gelaunte Narren, angeführt von Prinzessin Samira I., zogen um 13.11 Uhr ans Rathaus. Ihre Mission: der Sturm des selbigen. Viel zu stürmen gab es nicht. Bürgermeisterin Anna Silvia Henne und ihre Gefolgsleute hatten den Narren sogar die Rathaustür aufgelassen. Sie luden die Narren ein, in den nächsten Wochen in der finanziell klammen Kommune mal das Zepter der Regentenschaft zu schwingen.
Die Narren seien eine laute Bande und es stelle sich die Frage: „Kommt ihr auch mit den knappen Ressourcen zurande“. Denn einmal mehr fanden die Narren im Rathaus von Waldfischbach-Burgalben nur eine leere Kasse vor. Bis zum Aschermittwoch, wenn sie als Hausherrin und Ortschefin ins Amt zurückkehre, wünschte Henne Samira I. und Co ein glückliches Händchen beim Regieren. Eine große Zahl an Narren war zur Unterstützung des Karnevalvereins Waldfischbach gekommen. „Wir haben starke Unterstützung von der Wefa“, konnte Sitzungspräsident Volker Zimmermann angesichts zahlreicher Gäste vor dem Sturm aufs Rathaus vermelden. Die Narren haben nun wieder offiziell in Waldfischbach-Burgalben das Sagen. Erste närrische Amtshandlung: das politische Ortsgeschehen karnevalistisch aufs Korn zu nehmen und auf den Orden zu bringen. Den Orden zieren in diesem Jahr Verbandsbürgermeister Lothar Weber, Bürgermeisterin Anna Silvia Henne und der Beigeordnete Roland Schumm (siehe zur Sache), die gestern offiziell zu Ordensträgern wurden. Er freue sich, nun als Ordens-Titelheld in einer Reihe mit Kurt Beck oder Angela Merkel zu stehen, die den Orden schon zierten, sagte Weber. Gemeinsam mit Henne erinnerte er daran, dass der Golfsport schon mal Ordensmotiv gewesen sei. Damals hieß es „Jetzt wird es Ernst“, in Anspielung auf Webers Vorvorgänger als Verbandsbürgermeister, Ernst Becker, unter dessen Ägide der Club entstanden war. Das Motto habe einst gelautet: Neun Loch - 18 Loch - Steuerloch. Es wurden bekanntlich 18 Loch. Dass nun kein Steuerkrater entsteht, dazu dürfte die gefundene Lösung beitragen, waren sich gestern Ordensverleiher und Ordensträger einig. Die Räte und die Mitarbeiter der Verbandsgemeinde, würdigte Weber, hätten daran ihren Anteil. So viele Personen hätten auf dem Ordens-Grün aber keinen Platz gehabt. Henne hatte einen Satz Golfschläger dabei, erläuterte, dass es auch bei den Verhandlungen in Analogie zu einem Golfspiel mal einen Treiber gebraucht hätte, um eine lange Distanz zu überwinden. Das Eisen sei gefragt gewesen, wenn es etwas kniffliger wurde. Jeder Golfer wisse, und das habe sich bei den Verhandlungen wieder bestätigt: „Das Spiel wird auf dem Grün gewonnen“. Dazu brauche es neben dem Putter eben auch Geduld. Die habe man bewiesen.