Rheinpfalz Die bunte Schule ist am Start
Fast 200 bunte Luftballons stiegen am Samstagmorgen in den Himmel über Waldfischbach-Burgalben auf. Die Schüler der Grundschule „Heidelsburg“ hatten sie fliegen lassen und verkündeten damit symbolisch: „Unsere bunte Schule ist eröffnet“. Zuvor hatten Schulleiter Sascha Hinke und Verbandsbürgermeister Lothar Weber gemeinsam mit Grundschulkindern das rot-weiße Band durchschnitten. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde die neue Grundschule offiziell mit einem Schulfest eingeweiht.
Die bunte Schule hatten die Theater-AG und der Chor mit Musik lebendig werden lassen. „Wir hoffen, Ihnen gefällt unsere Schule. Wir finden unsere Schule toll“, sagten Schülersprecherin Helen Burkhard und ihre Stellvertreterin Joanna Pukalla. Burkhard und Luisa Nix hatten mit einem Querflötenstück den Einweihungsakt eröffnet. Eine moderne, zweizügige Ganztagsschule ist entstanden. Mit vielen Möglichkeiten für zukunftsorientierten Unterricht, sagte Lothar Weber. 2,4 Millionen Euro wurden investiert, um den 160 Grundschülern aus Waldfischbach-Burgalben, Hornbach und Steinalben einen guten Start ins (Schul-)leben zu ermöglichen. „Zukunft ist, was wir draus machen“, sagte Weber. Das bestätigte Schulrätin Ina Schatzmann-Hinkel. Es sei ein Schulgebäude, in dem sich pädagogische Angebote optimal umsetzen ließen. Die Schule ist eine Schwerpunktschule, die Kindern mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsames Lernen ermöglicht. Dem Erwerb von Medienkompetenz, aber auch Schwerpunkten wie Miniphenomenta sei nun Raum geschaffen worden. Alle lernen gemeinsam, sind aufgefordert, „als Schulgemeinschaft zusammenzuwachsen“, sagte Schatzmann-Hinkel. „Wir fühlen uns hier wohl“, bestätigte Schulleiter Sacha Hinkel. Er erinnerte an die mehrfachen Umzüge, die baubedingt gestemmt werden mussten. Ohne Engagement und ein Miteinander wäre das nicht möglich gewesen. „Ein neues Wir-Gefühl verspreche ich mir von diesem gemeinsamen Lernen in den ersten vier Jahren“, ging der Kreisbeigeordnete Peter Spitzer auf den Umstand ein, dass es mit dem Einzug in die neue Schule nur noch einen Grundschulstandort in der Gemeinde gibt. Zuvor hatte es Standorte in Waldfischbach und Burgalben gegeben. Der gemeinsame Schulstandort ermögliche es, dass sich die Kinder schon früher kennenlernen. Das verringere auch an den weiterführenden Schulen wie der IGS Daniel Theysohn die Eingewöhnungsphasen. „Weil sich die Kinder kennen“, unterstrich Spitzer. Kai Vater vom verantwortlichen Planungsbüro Franz & Vatter aus Hermersberg stellte angesichts der Planungs- und Bauphase fest: „Ich habe meine zweite vierjährige Grundschulzeit hier verbracht.“ Ziel sei es gewesen, eine helle, freundliche Atmosphäre zu schaffen und die Charakteristik des Altbaus, der ursprünglich eine Berufsschule beheimatet hatte, mit dem Neubau zu verbinden. Erfreulich sei, dass 80 Prozent der Arbeiten von Firmen erledigt werden konnten, die im 30-Kilometer-Umkreis zu finden sind. Und dass die Bauphase unfallfrei ablief. Katrin Nix vom Schulelternbeirat erinnerte an die Schüler, die 2015/16 eingeschult wurden. Sie seien liebevoll die Schultester genannt worden. Im ersten Schuljahr erlebten sie die Schule noch im alten Zustand, verbrachten dann ein Jahr in Burgalben und ein weiteres Jahr in Hermersberg. Nun hätten aber auch die Schultester die Chance, das vierte Grundschuljahr an der neuen Schule zu verbringen. Vielleicht sei unter den 160 Schülern ja ein künftiger Spitzenkoch, sagte Sven Scholz vom Förderverein. Der Verein unterstützt die Schule dort, wo die Mittel der öffentlichen Hand nicht mehr ausreichen, und hatte zuletzt eine Lernküche für die Kinder angeschafft. Auch das nächste Projekt stehe bereits fest: Eine Beschattung für den Schulhof. Spielen sei auch lernen, sagte Ortsbürgermeisterin Anna Silvia Henne, die daran erinnerte, dass in dem Gebäude in Burgalben Grundschule und kommunaler Kindergarten gemeinsam untergebracht gewesen waren. Damit das, was so gut begonnen hat, weiter gut läuft, soll auch eine göttliche Hand darüber wachen. Die beiden Pfarrer Matthias Leineweber und David Gipser segneten dazu das neue Haus.