Rheinpfalz Dicke Luft an der „Dicken Eiche“
Der Fußballverein SG Rieschweiler könnte zufrieden in die Zukunft blicken. Mit dem am Wochenende eingeweihten Kunstrasenplatz ist ein langjähriger Wunsch in Erfüllung gegangen (wir berichteten gestern), wären da nicht ein paar Bäume am Rand des Platzes – und der Eichenprozessionsspinner.
„Die lassen uns als kleinen Verein mal wieder hängen“, zeigte sich SGR-Präsident Rolf Weis bei der Einweihung des „Christoph-Weis-Stadions“ am Freitag erbost über die Kreisverwaltung Südwestpfalz, die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben und Ortschef Heino Schuck. Grund des Anstosses sind die direkt an das neue Spielfeld angrenzenden Bäume zur L 477 hin. Die würde der Fußballclub gerne fällen. „Die Lebensdauer des Kunstrasens wird durch die Blätter der Bäume erheblich verkürzt“, betonen Rolf Weis und Finanzvorstand Tobias Weis. Zwar gebe es Reinigungsgeräte, um das Kunstgeläuf zu säubern, aber das sei mit erheblichen Mehraufwand für die Ehrenämtler der SGR verbunden. „Wenn es hier einen Windstoß gibt, dann liegt das Laub über den halben Platz verteilt“, erklärt Tobias Weis. Mit Heino Schuck, Ratsmitgliedern und Verantwortlichen der Kreisverwaltung habe es bereits Ortsbegehungen zu dem Thema gegeben. „Dabei wurden lediglich zwölf Bäume markiert, die gefällt werden dürfen. Die weiteren müssen stehen bleiben, damit das Flutlicht, das in eine völlig andere Richtung zeigt, die Autofahrer der Landstraße nicht blendet“, hat Rolf Weis wenig Verständnis für diese Vorschrift. Als es vergangene Woche zum Schlagen der Bäume kommen sollte, stellte man jedoch fest, dass der Eichenprozessionsspinner seine Nester in der Baumreihe gebaut hat. Dieser Schädling ist nicht nur für den Baumbestand eine Gefahr, er ist für den Menschen ebenfalls schädlich. Berührungen mit den Tierhaaren führen zu schlimmen Hautverletzungen. „Ab und an fliegt ein Ball über den Zaun, wenn dann ein Kind den Ball dort rausholt ...“, wollen sich die Verantwortlichen der SGR das Szenario gar nicht weiter ausmalen. Bis auf Weiteres ist das Fällen der Bäume jetzt gestoppt. Das sei wohl eher ein Versuch, die Kreisverwaltung und die Verbandsgemeine doch dazu zu bewegen, die komplette Baumreihe zu schlagen. So sieht es zumindest für den Ortsbeigeordneten Reiner Peschel aus. Er vertritt den in Urlaub weilenden Bürgermeister Schuck. Pechel war bei einigen Begehungen am Sportplatz dabei. „Es wurde schon vor Baubeginn im vergangenen Winter von unserer Seite in Rücksprache mit der Kreisverwaltung und dem Förster die Freigabe für die zwölf Bäume gegeben“, erinnert sich Peschel. „Leider ist der Verein der Durchführung seither nicht nachgekommen.“ Das beruht auf einer Absprache, dass der Verein die Rodung selbst vornehmen sollte – samt der Vermarktung des Holzes. Obwohl alle Bäume auf der Ortsgemarkung stehen. „Die Plätze stehen nun mal im Wald, das ist bekannt. Jetzt zu versuchen, den Schwarzen Peter auf die Verwaltung abzuschieben, ist nicht in Ordnung“, war Peschel überrascht und erbost zugleich. Er weist darauf hin, dass der Naturrasenplatz, der der Gemeinde gehöre, für die SGR-Heimspiele immer kostenlos gereinigt und gemäht werde, da mache es nichts aus, wenn Laub drauf läge, da es die Gemeindearbeiter entfernen. Der Eichenprozessionsspinner sei laut Peschel im Moment sowieso nicht aktiv, und die Bäume könnten ohne Probleme gefällt werden. Eine Lösung wird sich wohl erst in 14 Tagen nach der Rückkehr von Heino Schuck ergeben.