Rheinpfalz Diabetes besser verstehen lernen

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Mehr als 60 Jahre Erfahrung als Diabetiker hat Ernst-Uwe Meyer. Und die gibt er gerne weiter, schon seit vielen Jahren. Der Sprecher der Diabetiker-Selbsthilfegruppe Lauterecken freut sich auf das 300. Treffen der Gruppe: Am kommenden Montag, 7. Januar, gibt es im Hotel „Pfälzer Hof“ wieder eine Schulungsveranstaltung. Die Kuseler Gruppe steht hingegen vor dem Aus.

Seit 1957 ist Ernst-Uwe Meyer insulinpflichtiger Diabetiker Typ I. Aufklärung ist ihm ein großes Anliegen. Denn Folgeerkrankungen, die mit Diabetes einhergehen, sind vermeidbar, wie er betont. Bei ihm selbst seien noch keinerlei solcher Erkrankungen aufgetreten. Betroffenen den Umgang mit Diabetes zu erleichtern, das mache er sehr gerne. Oft könne er dabei auch Ängste nehmen, die rund um die Themen Ernährung, Folgeerkrankungen oder Spritzen des Insulins in den Bauchraum auftauchen. Gerade für Kinder gebe es mittlerweile sanfte Methoden, die die Prozedur des Messens und Spritzens erträglicher machten, betont Meyer. Das Hauptziel der Arbeit in der Gruppe bleibt die notwendige Schulung aller Diabetiker durch externe Fachreferenten wie beispielsweise Fachärzte, Diätassistenten und Podologen. Die Referenten geben ihr Wissen ehrenamtlich an die Betroffenen und Angehörigen weiter. Die Möglichkeit zur Diskussion ist Meyer dabei immer ein großes Anliegen. Bei den Vorträgen plane er stets Raum für Meinungsaustausch ein – das sei ein wichtiger Baustein der Treffen und führe zu einem besseren Verständnis der Krankheit. Nicht nur die beiden bekannteren Diabetes-Typen I und II kommen zur Sprache, sondern auch Schwangerschaftsdiabetes, das temporär in der Schwangerschaft entwickelt werden kann, oder Diabetes bei Krebspatienten. Meyer versucht immer, eine Übersicht darüber zu geben, was getan werden muss – und was zusätzlich getan werden kann. Die Verteilung der verschiedenen Typen in der Selbsthilfegruppe ist ein Abbild der Diabetes-Erkrankungen in Deutschland: Mehr als 90 Prozent der bundesweit rund zehn Millionen Erkrankten hat den Typ II. Probleme mit Mitgliedermangel hat die Lauterecker Gruppe nicht. 20 bis 40 Teilnehmer kommen laut Ernst-Uwe Meyer jeweils zu den Treffen. Der Organisator führt dies vor allem auf die vielen Fachvorträge zurück. Und darauf, dass die Veranstaltungen kostenlos angeboten werden. Raummiete müsse die Gruppe nicht zahlen, da das Hotel von den zahlreichen Gästen profitiere. Für die Jubiläumssitzung der Selbsthilfegruppe, die mit dem Dachverband „Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes“ und dem Landesverband Rheinland-Pfalz eng zusammenarbeitet, am 7. Januar hat Meyer den Neurologen Albert Alt aus Offenbach-Hundheim als Referenten gewonnen. Das Treffen findet um 19.30 Uhr im Hotel „Pfälzer Hof“ statt – wie immer am ersten Montag im Monat. Interessenten können einfach vorbeikommen. INFO Keine Zukunft hat offenbar die Diabetiker-Selbsthilfegruppe Kusel. Vorsitzende Erna Klein möchte die Auflösung in der nächsten Sitzung im März festlegen. In den vergangenen Wochen seien zwei weitere Mitglieder ins Seniorenheim gegangen, wodurch die bereits arg dezimierte Gruppe (die RHEINPFALZ berichtete) weitere Mitglieder verloren habe.

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