Rheinpfalz Den Wandel als Chance begreifen
Zu einer Podiumsdiskussion über Trauer- und Friedhofskultur lädt die evangelische Erwachsenenbildung im Dekanat Kusel für Dienstag, 21. März, ins Katharina-von-Bora-Haus ein. Im Zentrum der Veranstaltung steht der Wandel der Bestattungskultur der vergangenen Jahre.
Friedhöfe, Bestattungskultur, Trauer: Dies sind Themen, mit denen sich Pfarrerin Bettina Lukasczyk (St. Julian) aufgrund ihres Berufes ständig befasst. Zusammen mit Bestatter Oliver Wendland aus Hinzweiler initiierte sie die Podiumsdiskussion. Pfarrer seien zunehmend mit neuen Bestattungsformen konfrontiert, sagt Lukasczyk und gibt als Beispiel Wünsche nach anonymer Bestattung oder Fragen zur Bestattung in Kolumbarien. Doch diese relativ neuen Beerdigungsformen werfen auch neue Fragen auf, weiß die Pfarrerin. „Friedhöfe sind wichtige Orte, an denen die Trauer gelebt werden kann und gleichzeitig das Leben in Form der offenen Kommunikation stattfindet.“ Doch durch die Wandlung der Bestattungskultur habe sich auf den Friedhöfen vieles verändert. Weil es etwa immer mehr Bestattungen in Urnen gibt, stünden auf vielen Friedhöfen inzwischen große Flächen leer und verwaisten, registriert Wendland. Dies könne Gemeinden Probleme bereiten. Wendland hält daher ein grundsätzliches Umdenken für notwendig, um diese Orte zu erhalten und die Friedhofskultur nicht aussterben zu lassen. „Es ist wichtig, dass Friedhöfe den Bedürfnissen der Trauernden angepasst werden und neue Gestaltungsmöglichkeiten angeboten werden“, betont der Bestatter, der mit auf dem Podium sitzen wird. An der Diskussionsrunde nehmen ferner teil: der frühere Pfarrer von Neunkirchen, Michael Comtesse, Helmut Koch, Gärtner und Mitglied der Genossenschaft der Friedhofsgärtner Kaiserslautern, der Notfallseelsorger und Trauerbegleiter Matthias Luserke-Jaqui sowie Georg Ramm vom Verein zur Förderung der deutschen Friedhofskultur (Borken) und Steffen Seyler vom gleichnamigen Bestattungshaus in Frohnhofen. Die Moderation übernimmt der Journalist Rainer Clos aus Blaubach. Die Diskussion soll nach Vorstellungen der Veranstalter neue Ideen und Möglichkeiten aufzeigen, um diesen Wandel als Chance zu nutzen. Mit ihrer Erfahrung aus Kommune, Seelsorge, ambulanter Hospizhilfe und der Gestaltung von Gräbern werden Bedesbachs Ortsbürgermeister Peter Koch, Pfarrerin Sabine Schwenk-Vilov aus Altenkirchen, die Heilpraktikerin und Hospizbegleiterin der Sozialstation Kusel, Bettine Wagner-Friedewald, sowie Gärtnerin Isolde Gilcher aus Eschenau vom Plenum aus die Diskussion ergänzen. Info Die Veranstaltung am 21. März beginnt um 19.30 Uhr im Katharina-von-Bora-Haus am Kuseler Marktplatz. |ugw