Rheinpfalz Das Schönste ist die Ruhe
Zeitungen austragen, die Post ausliefern, Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen und dazu die Pirmasenser und Dahner Fußball-Jugend trainieren – das berufliche Leben von Günther Pritz ist ziemlich abwechslungsreich. Seit rund zwei Jahren ist der 36-Jährige als Austräger für die RHEINPFALZ aktiv und sagt: „Ich genieße dabei ganz besonders die Ruhe und Selbstständigkeit am frühen Morgen.“
Eigentlich ist Günther Pritz Lehrer. Für den diplomierten Chemiker war nach der Beendigung seines Referendariats in Karlsruhe allerdings klar: „Schule, so wie sie aktuell abläuft, ist nichts für mich.“ Deshalb habe er entschieden, nach einer beruflichen Alternative zu suchen. Das Zeitungsaustragen sollte dabei eigentlich nur ein Übergangsjob sein. „Inzwischen mache ich das aber schon eine ganze Weile“, sagt Pritz. In seinem Wohnort Hinterweidenthal liefert er die Zeitungen aus. Rund eine Stunde ist er dafür unterwegs. Das Schönste am Morgen sei die Ruhe, wenn außer ihm kaum jemand unterwegs sei. „Außer mal einem Hasen sind mir wenige Begegnungen in Erinnerung geblieben“, schmunzelt der junge Mann. Das frühe Aufstehen mache ihm nichts aus. Er sei schon ein Frühaufsteher gewesen, sagt Pritz. Nur nass werden, das mag er gar nicht. „Ich schaue abends auf mein Handy nach der Wettervorhersage, ob und wann Regen gemeldet ist“, erzählt er von seiner Tourenplanung. Dann gehe er auch schon mal früher los, um nicht nass zu werden. Obwohl Sportler, fährt Pritz morgens mit dem Auto los. „Das stelle ich an bestimmten Punkten ab und arbeite die Straßen im Umkreis ab“, beschreibt er seine Planung. Nach der Zeitungstour am frühen Morgen ist der Arbeitstag des jungen Mannes noch lange nicht beendet. Als Austräger der Regiopost ist er am Vormittag im Bereich Dahn unterwegs. Später übernimmt er in der Grundschule in Hinterweidenthal die Hausaufgabenbetreuung. „Das macht mir gleichermaßen großen Spaß und der Bezug zu den Schülern ist so auch ohne Unterricht da“, erzählt er. War Pritz in früheren Jahren selbst aktiver Fußballer in Hauenstein und Hinterweidenthal, so trainiert er heute – sozusagen als Nachmittagsprogramm – Jugendfußballer in Dahn und beim FKP. So ist er als Co-Trainer der Pirmasenser B-Junioren im Einsatz und dafür auch an etlichen Tagen gefordert. Dass er sein Geld mit mehreren Jobs verdient, sieht Günther Pritz für sich als Vorteil. Durch die unterschiedlichen Arbeiten würde es nie langweilig, sieht er zurzeit keinen Grund für eine Veränderung. (bos)