Rheinpfalz Das süße Leben in der kleinen Kreisstadt

Proppenvoll war der Kochsche Markt an beiden Abenden.
Proppenvoll war der Kochsche Markt an beiden Abenden.

Grün-weiß-rot erschien die Kuseler Innenstadt am Freitag und Samstag. Getreu dem Motto „Verführung auf italienisch“ zogen die 14. Italienischen Nächte auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Besucher aus Nah und Fern an. Hits von Eros Ramazzotti bei strahlendem Sonnenschein, Köstlichkeiten aus Sizilien sowie reichlich Wein aus dem Süden Europas sorgten für durchweg zufriedene Gesichter bei Veranstaltern und Besuchern.

„Es ist alles sehr, sehr gut gelaufen!“, erzählt Giuseppe di Fede, Veranstalter der Italienischen Nächte, zufrieden, aber auch sichtlich erleichtert. „Was möchte man bei einem so tollen Publikum auch anderes erwarten? Ein Besseres könnte man sich nicht wünschen!“, sagt er mit italienischem Charme. Erneut veranstaltete der gebürtige Italiener zusammen mit seinem Cousin Fino di Fede sowie der Interessengemeinschaft Kusel, der Stadt und dem Landkreis das jährliche Fest mit südlichem Flair. Bei sommerlichen Temperaturen lockten allerhand kulinarische Köstlichkeiten wie Pizza, Pasta und hausgemachte Antipasti in festlicher Atmosphäre wieder viele Besucher in die Kreisstadt, die in diesen Tagen einer italienischen Kleinstadt glich. „Für das schöne Wetter hat Petrus gesorgt!“, sagte di Fede mit Blick zum Himmel, „der ist schließlich Dreiviertel-Italiener!“ Zusätzlich zu den ansässigen Gaststätten, die ihre Terrassen geöffnet hatten, luden am Freitagabend auch die Geschäfte in der Innenstadt zu einem Spaziergang bis 22 Uhr ein. Viele Inhaber boten überdies Wein und Prosecco vor liebevoll gestalteten Ständen in der grün-weiß-rot dekorierten Fußgängerzone an. Lichterketten, Fahnen, gespannte Wäscheleinen sowie aufgestellte Palmen schmückten außerdem das Bild des Kochschen Marktes, der sich in den zwei Tagen zu einem kleinen „Bella Italia“ verwandelte. Unter den zahlreichen Standbetreibern waren auch Filippo Litteri und Lorenzo Scarlata aus Kusels Partnerstadt Valguarnera zu finden. Neben dem europäischen Bauernmarkt in Hefersweiler im vergangenen Jahr waren die Sizilianer nun bereits zum zweiten Mal bei den italienischen Nächten in Kusel vertreten, um Spezialitäten aus der sizilianischen Heimatregion anzubieten. Das mitgebrachte Sortiment umfasste neben Olivenöl und Käse in allen Variationen auch Pistaziencreme und Kaktus-Feige-Marmelade; alles aus eigenem biologischen Anbau. „Das Ambiente hier erinnert mich an eine große Familie“, sagte Filippo Litteri im Gespräch mit der RHEINPFALZ lächelnd. „Das ist hier fast schon wie unser zweites Zuhause und wir wurden von Anfang an sehr herzlich aufgenommen!“ Als besonders wohltuend empfinde er die entspannte Stimmung des Publikums. Und auch bei den Gästen selbst kommt das Konzept der „Verführung auf italienisch“ gut an, auch dass die nach Deutschland gekommenen Italiener ihre Kultur präsentieren. „Mir gefällt es unheimlich gut hier!“, berichtete Walter Eckel aus Kusel zufrieden. Seine Frau und er besuchten das Fest bereits zum 14. Mal; kein Einziges habe das Ehepaar bisher ausgelassen und das aus gutem Grund: „Die ganze Atmosphäre ist einfach toll. Es ist alles so schön gestaltet und es wird gute Musik gespielt; deshalb kommen wir jedes Jahr wieder!“ Wer früh genug da war, konnte noch eine Sitzbank vor der Bühne ergattern und bei reichlich Ramazzotti zu Liedern des musikalischen Namenvetters schunkeln. Während freitags die saarländische Band „al dente“ die musikalische Unterhaltung übernahm, sorgte die international auftretende Band „Tutto Musica“ für heitere Stimmung am Samstag. Zu Hits wie „Volare“ oder „Se Bastasse una canzone“ wurde bis in die späten Abendstunden ausgelassen gesungen und getanzt. Über das gut gelaunte Publikum freute sich auch Sandro Pirritano, Schlagzeuger der Band „al dente“. „Die Idee der Veranstaltung ist top“, bestätigt der Italiener, „Ich habe auch das Gefühl, dass das Fest immer mehr wächst, weil es so großen Anklang im Ort findet.“ Dies sei bereits das zweite Mal, dass die sechsköpfige Coverband aus dem Saarland auf der Bühne in Kusel stehe, schon im Vorjahr hat es den Musikern hier gut gefallen. Auf ihrem Facebook-Account veröffentlichte die Band vor wenigen Tagen: „Wir freuen uns, in Kusel dabei sein zu dürfen.“ Im gemischten Publikum aller Altersklassen waren auch einige weit gereiste internationale Gäste anzutreffen. „Das ist mein erster Tag in Deutschland!“, erzählte beispielsweise Mark Schneider aus South Carolina. Der 25-Jährige war erst am Vorabend gelandet und von Freunden überredet worden, mitzukommen. „Ich liebe es jetzt schon hier!“, sagte der US-Amerikaner und zeigte sich beeindruckt von seinem neuen Wohnort. „Die Leute sind super freundlich und ich glaube, es hätte keinen schöneren Start für mich in Kusel geben können!“

Brachte die Leute zum Tanzen: die Band „al dente“.
Brachte die Leute zum Tanzen: die Band »al dente«.
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