Rheinpfalz Dank „Wasi“ in der ganzen Republik bekannt

Die erste Meistermannschaft des SV Lemberg im Jahr 1928, stehend von links: Erwin Rumetsch, Fritz Kuntz, Heiner Busch, Fritz Thä
Die erste Meistermannschaft des SV Lemberg im Jahr 1928, stehend von links: Erwin Rumetsch, Fritz Kuntz, Heiner Busch, Fritz Thäter, Ludwig Jakoby; kniend von links: Robert Thäter, Jakob Mostberger und Rudolf Klar; vorne von links: Richard Emser, Fritz Bourgon und Heinrich Hartmann.

Den Rasensport pflegt der SV Lemberg nun schon seit 100 Jahren – auch wenn die Fußballer dem Leder lange Zeit auf einem Sand- oder Hartplatz nachjagen mussten. Bekanntheit weit über die Grenzen der Südwestpfalz hinaus erlangte der Verein aber nicht durch Fußball. Der„Wasi“ ist es, der alljährlich Hunderte Sportler auf zwei Rädern nach Lemberg lockt.

„Sport Klub Lemberg“, so lautet der Vereinsname bei der Gründungsversammlung am 16. August 1919. Die Gründer unter Adam Kästner, dem ersten Vorsitzenden, hatten es sich seinerzeit zur Aufgabe gemacht, „Rasensport zu pflegen und zu fördern“, heißt es in der damaligen Satzung. Auf dem Sportplatz des Arbeiter-Sportvereins „Am Hüttelbrett“ wird fortan Faustball und Schlagball gespielt. Eine vereinseigene Theatergruppe unterhält die Leute, um den Kauf von Bällen zu finanzieren. Ein Jahr später, im Jahr 1920, wird die erste Fußballmannschaft gegründet, bereits 1921 folgt die Einweihung des Sportplatzes auf dem „Kremel“. Die erste Meisterschaft feiern die Fußballer 1928 mit dem Gewinn der Kreisklasse. In der Zeit des Dritten Reiches, vor allem in den Kriegsjahren, kommt der Sportbetrieb zum Erliegen. 1946 wird der Verein von 43 Mitgliedern wiederbelebt, und zwar im Gasthaus Neupert. „Sportverein Lemberg“ heißt er fortan, und als Vereinsfarben werden Weiß und Grün festgelegt. Der erste Vorsitzende ist Ludwig Zinsmeister. Es gibt jetzt auch Jugendmannschaften. Gekickt wird wieder auf dem Sportplatz „Hüttelbrett“. Der Monatsbeitrag ist auf 50 Pfennige festgesetzt. 1947 zieht der SV Lemberg dann auf das neue Sportplatzgelände „Am Laubbrunnen“ um, weil die Gemeinde den alten Sportplatz als Baugelände benötigt. Mit einem Sportfest am 5. und 6. Juni 1949 wird das neue Sportgelände eingeweiht. Ab 1950 gibt es eine Wasserleitung zum Sportplatz. Stolze 2000 Mark hat sie gekostet. Unter dem Vorsitzenden Friedrich Groß wird 1951 auch eine Turnabteilung für Schüler und Jugendliche ins Leben gerufen, ebenso eine Abteilung für Frauen und Mädchen. 1956 folgt die Einweihung des Sportheims. Sportlich geht es bergauf, die erste Mannschaft unter Trainer Emil Jost wird 1960 Gruppen- und Pokalmeister der B-Klasse Ost. Mit Trainer Jupp Zöllner steigt die erste Mannschaft 1962 in die A-Klasse auf. Im Jahr 1970 erhält der Sportplatz eine Flutlichtanlage. 1974 wird nach etlichen Stunden Arbeit in Eigenleistung der Sandsportplatz in einen Hartplatz verwandelt. 1978 wird der Damenspielbetrieb eingestellt, nachdem sieben Jahre auch Frauen beim SVL gekickt hatten. 1994 startet der „Wasi“, der Wasgau-Bike-Marathon, der bei den Mountainbike-Sportlern in der gesamten Republik zu einer Tradition am Ende einer Saison geworden ist. 1996 besucht der damalige Ministerpräsident Kurt Beck das Sportheim und hat ein offenes Ohr für das Rasenplatzprojekt. Er sagt seine Unterstützung zu. Nachdem die Fußballer 1998 unter Trainer Eckhard Korz die Meisterschaft in der Kreisklasse feiern konnten, rollt der zur nächsten Runde erstmals über Rasen. Die Kosten dafür betragen 50.000 Mark. 2000 gründen sangesbegeisterte Fußballer die Sportheimsänger, ehe der SVL 2001 wieder eine Meisterschaft feiert, dieses Mal den Titel in der Kreisliga Ost. Zum zweiten Mal, 30 Jahre nach Einstellung des Spielbetriebs, gründen fußballbegeisterte Frauen 2008 ein Damenteam. 2009 feiern sie die Meisterschaft in der Bezirksliga West. 500 Zuschauer sehen das Entscheidungsspiel gegen die SG Thaleischweiler. Als Vorsitzender übernimmt Andreas Faass ab 2014 die Vereinsgeschicke und leitet sie bis heute. Jubiläumsfeier Das Jubiläum feiert der SV Lemberg mit einem Festbankett am Freitagabend, 20 Uhr, in der Freizeithalle und mit einem Konzert von „Downwind“ am Samstag, ebenfalls ab 20 Uhr in der Freizeithalle. Im Rahmen des Banketts werden Mitglieder vom Sportbund geehrt. Die Festrede hält der Vereinsvorsitzende, Andreas Faass.

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