Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Dahn: Auch Schulen helfen bei Pflanzaktion auf Ehrenfriedhof

Geschichtsunterricht vor Ort: Auch Schüler des OWG waren bei der Pflanzaktion im Einsatz.
Geschichtsunterricht vor Ort: Auch Schüler des OWG waren bei der Pflanzaktion im Einsatz. FOTO: H. Reisel

Wenn am Sonntag, 14.30 Uhr, auf dem Ehrenfriedhof feierlich der Opfer von Krieg und Terror gedacht wird, dann haben viele Freiwillige daran mitgearbeitet, dass in würdigem Rahmen gefeiert wird. 20.000 Heidebüsche werden bis dann gesetzt sein.

20.000 Wildheide-Büsche mussten in kurzer Zeit auf dem mittleren Feld des Ehrenfriedhofs gesetzt werden – eine Herausforderung, die ohne ehrenamtliche Helfer nicht zu stemmen war, weswegen Stadtbürgermeister Holger Zwick die Dahner um Unterstützung bat. Und die halfen fleißig mit: Über 100 Freiwillige betätigten sich als Gärtner – von der Wandergruppe über die Bundespolizei bis hin zu den Schulen.

Aktive Auseinandersetzung mit dem Krieg

Dem Aufruf gefolgt war auch die Klasse 10 b des OWG. Die knapp 30 Schüler legten aber nicht nur Hand an. Sie beschäftigten sich vielmehr schon seit Längerem im Geschichtsunterricht mit dem Nationalsozialismus und mit den Folgen des Zweiten Weltkrieges. In diesem Zusammenhang war es Geschichtslehrer Holger Ryseck sehr wichtig, dass die Schüler nach dem theoretischen Wissen auch die Folgen des Krieges sehen konnten: auf dem Dahner Ehrenfriedhof mit über 2400 Gräbern von Kriegsopfern, die in der Umgebung von Dahn ums Leben kamen. Er informierte seine Schüler zu Beginn des Arbeitseinsatzes über den Ehrenfriedhof und sagte dazu: „Dies geschieht als aktive Auseinandersetzung mit den damaligen Geschehnissen als Gedenkarbeit und Mahnung gegen das Vergessen.“

Die heutige Generation soll es „besser machen“

Die RHEINPFALZ sprach vor Ort darüber mit den Schülern Jannick Häußler, Fabienne Knoll, Annalena Uelhoff und Thore Völz. Trotz kalter Außentemperaturen und anstrengenden Tätigkeiten beim Aufrichten und Setzen der Pflanzen in den Boden begrüßten sie die Idee ihres Lehrers. Jannick Häußler erklärte: „Ich habe Respekt vor den Toten und versuche daher, nicht auf einen Grabstein zu treten.“ Annalena Uelhoff stellte fest, dass es gerade in der heutigen Zeit, in der Gewalt wieder zunehme, „wichtig ist, sich mit den Geschehnissen der damaligen Zeit zu befassen, sodass die heutige Generation es besser machen kann“.

Grundschüler besuchen den Friedhof

Während des Arbeitseinsatzes besuchten auch die drei 4. Klassen der Grundschule Dahn den Ehrenfriedhof. Wie Schulleiter André Wünstel mitteilte, findet diese Woche in der Grundschule eine Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge statt. Der Verein möchte die Kriegsgräberstätten auch als Lernorte für seine friedenspädagogische Arbeit einsetzen. In diesem Zusammenhang hält es die Schulleitung für wichtig, nicht nur zu Spenden aufzurufen, sondern den Kindern auch zu vermitteln, wie sie mit ihrem friedlichen Verhalten zukünftig solche Friedhöfe wie den Dahner Ehrenfriedhof vermeiden können. Religionslehrerin Monika Mann zeigte bei dem Besuch auf dem Ehrenfriedhof den Kindern anhand der vielen Gräber ohne Namen, wie schrecklich der Krieg damals war.

Gedenkfeier am Sonntag

Somit ist der Ehrenfriedhof aktuell in Dahn ein großes Thema. In diesem Zusammenhang lädt Stadtbürgermeister Holger Zwick die Bevölkerung ein zur Gedenkfeier der Stadt zum Volkstrauertag mit Ansprachen, musikalischer Umrahmung und Kranzniederlegung am Sonntag, 17. November, um 14.30 Uhr auf dem Ehrenfriedhof. Über die vielen freiwilligen Helfer – über 100 – zeigte er sich „sehr dankbar und glücklich“.

Bis Sonntag dürften laut Zwick alle 20.000 Wildheide-Pflanzen gesetzt sein auf dem mittleren Feld. Damit ist die ehrenamtliche Hilfe allerdings noch nicht erschöpft. Denn im nächsten Jahr, kündigt Zwick an, müssten noch die unteren Terrassenfelder bepflanzt werden. Und auch dafür sei die Stadt wieder auf helfende Hände angewiesen.

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