Rheinpfalz „Da wackelt das ganze Haus“

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LANDSTUHL. Seit Jahren rattern täglich unzählige Fahrzeuge – darunter etliche Lastwagen – durch die Saarbrücker Straße in Landstuhl. Direkt an den Wohnhäusern vorbei. „Unerträglich“, sagt Joachim Adam, der sich kürzlich sogar ein Häuschen am Ohmbachsee zugelegt hat, nur um wenigstens am Wochenende dem Verkehrslärm zu entkommen.

„Das geht morgens schon los“, erzählt Adam von seinem täglichen, ungewollten Wecker: dem Lastwagenverkehr in der Saarbrücker Straße. Seit Jahren schon habe er keine Nacht mehr durchschlafen können. Denn so gegen 23 Uhr führen Abend für Abend etliche Lastwagenfahrer mit ihren Brummis das Gewerbegebiet West an, um dort zu übernachten. Am nächsten Morgen, meist noch vor 6 Uhr, machten die sich wieder an die Arbeit. Natürlich führt ihr Weg dann erneut am Haus der Adams in der Saarbrücker Straße vorbei. Der Tag beginnt – ob gewollt oder nicht. An Schlaf sei ab diesem Zeitpunkt jedenfalls nicht mehr zu denken, ärgert sich Adam. Auch tagsüber kehrt keine Ruhe ein. Ständig rattern große Laster durch die breite Straße, die durchaus auch zu schnellem Fahren verleiten kann. Gas geben Richtung Ortsausgang sei da an der Tagesordnung, berichtet Adam. Und da werde dann auch mal das eine oder andere ganz normale Auto ziemlich laut. Gemütlich draußen im Garten zu sitzen, ist für die Adams geradezu ein Ding der Unmöglichkeit geworden. Um es wenigstens im Haus erträglich zu haben, hat Joachim Adam überall Schallschutzfenster eingebaut – auf eigene Kosten. Auch für ruhige Wochenenden musste er noch mal tief in die Tasche greifen: In seinem kürzlich gebauten Häuschen am Ohmbachsee gönnt er sich über die freien Tage eine Auszeit vom täglichen Lärmterror. Fakt ist − und das geht auch aus dem Lärmaktionsplan 2013/14 der Verbandsgemeinde Landstuhl hervor −, dass die Lärmbelastung in der Saarbrücker Straße deutlich über den zulässigen Grenzwerten liegt. Es besteht Handlungsbedarf. Der Krach ist allerdings nicht das einzige Problem. Etwa auf Höhe von Adams Haus ziert ein etwas größeres Schlagloch die Straße. „Wenn da so ein 30/40-Tonner durchfährt, wackelt das ganze Haus“, sagt Adam. Die langen Risse in den Wänden im Innern des Gebäudes führt er auf diese ständigen Erschütterungen zurück. Besonders bitter: Als die Adams ihr Haus in der Saarbrücker Straße bezogen hatten, hörte sich dort alles noch ganz anders an. Damals gab es beispielsweise nicht das Gewerbegebiet West. Das Verkehrsaufkommen war deutlich geringer. Es herrschte wesentlich mehr Ruhe. Nach und nach habe sich das geändert. Die Geschäfte im Gewerbegebiet öffnen nun schon seit Jahren bis 22 Uhr, was auch abends für ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen sorge. Mit der Einführung der Straßenmaut im Jahr 2005 habe außerdem der Maut-Ausweichverkehr die Saarbrücker Straße für sich entdeckt, besonders aus Richtung Homburg. „Es sind immer dieselben Firmen, deren Lkw die Straße als Maut-Ausweichroute benutzen“, berichtet Adam. Das habe er auch dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl, Peter Degenhardt (CDU), mitgeteilt. Und der hat bei den Unternehmen nachgefragt. „Einige haben freundlich reagiert, einige weniger freundlich und einige haben gar keine Auskunft gegeben“, berichtet er von den insgesamt wenig Hoffnung auf Besserung verheißenden Antworten. Adam macht jedenfalls noch immer täglich die gleichen „Übeltäter“ aus. „Eine der Sachen, die wir in der Saarbrücker Straße gerne ändern würden, ist die Beschilderung“, sagt Bürgermeister Peter Degenhardt auf Anfrage. Mit dieser solle der Lastverkehr umgeleitet werden – über die A 6 und die A 62. Eben so, dass Lastwagen das Gewerbegebiet nicht mehr durch die Stadt anfahren, sondern von der anderen Seite her kommen. Wegen der Schilder stehe man bereits mit der Kreisverwaltung in Kontakt. Auch der für die Landestraßen zuständige Landesbetrieb Mobilität sei angesprochen worden. „Die Entscheidung für die Beschilderung hätte ich schon noch gerne in diesem Jahr“, betont Degenhardt. Ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen hält Degenhardt für nicht umsetzbar. „Wir versuchen es halt mit kleinen Schritten“, erklärt er. Eine Tempo-30-Zone sei beispielsweise auch denkbar, wenn der Landesbetrieb seine Zustimmung gibt. Und wenn die Saarbrücker Straße saniert werden muss, soll Flüsterasphalt her, auf dem der Verkehr leiser rollt. Das könne allerdings noch etwas dauern.

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