Rheinpfalz „Da bin ich platt“
Für ihre Verdienste um die Gemeindebücherei und langjährige ehrenamtliche Arbeit verlieh Ortschef Georg Spieß Ulrike Springer die Ehrenplakette der Gemeinde. Auf eigenen Wunsch hat Springer die Arbeit in der Bücherei aufgegeben. Nachfolgerin Stephanie Moßmann übernahm nun offiziell das Ehrenamt.
„Die Arbeit in der Bücherei war für mich eine große Bereicherung, die mir immer Spaß gemacht habe“, sagte Springer und ergänzte: „Ich lese gerne und habe durch die Tätigkeit viele Leute kennengelernt“. Natürlich auch deren Lesegewohnheiten. Romane stehen auf Springers persönlicher Leseliste weit oben. „Es ist schön, jetzt freitags mal frei zu haben und dann Zeit zum Lesen zu haben“, sagte sie lachend. „Da bin ich platt“: Mit diesen Worten reagiert sie auf die Verleihung der Plakette. 2010 war ihr für ihre Tätigkeit bereits die Ehrennadel des Landes verliehen worden. Sollte sich mal jemand finden, der die Geschichte der Geiselberger Bücherei schreibe, werde er nicht umhin kommen, Ulrike Springer ein großes Kapitel zu widmen, begründete Spieß die Ehrung. Über 20 Jahre habe sie maßgeblich für die Bücherei mitgearbeitet. Die offiziellen Öffnungszeiten (Mittwoch und Freitag von 17 bis 19 Uhr) seien nur der für die Nutzer sichtbare Teil des Engagements. Zur ehrenamtlichen Arbeit gehörten auch Fahrten zur Zentralbücherei, zur Landesbüchereistelle, Zeit für die Suche nach Medien und mehr. Gemeinsam mit der Leiterin der Bücherei, Beate Rutz, habe Springer hervorragende Arbeit geleistet, seien viele Veranstaltungen angeboten worden, die begeisterte Besucher und Nutzer gefunden hätten. Springers Arbeit hat nun offiziell Stephanie Moßmann übernommen – inoffiziell hat sie diese bereits seit September fortgeführt. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, sagte Spieß zu Moßmann. Die Gemeindebücherei, die im Dezember 1954 gegründet wurde, sei eine Herzensangelegenheit. Geiselberg könne sich glücklich schätzen, dass sich in den 63 Jahren des Bestehens immer wieder Menschen gefunden hätten, die sich für den Fortbestand der Bücherei eingesetzt hätten, sagte Spieß. „Gemeindebüchereien sind in kleinen Gemeinden wie Geiselberg häufig die einzige kulturelle Einrichtung und dienen im Grunde schon lange nicht mehr allein der individuellen Unterhaltung ihrer Benutzer, sondern vermitteln darüber hinaus Informationen, sind Begegnungsstätten und führen, wenn auch in bescheidenem Maß, die Dorfgemeinschaft zusammen“, unterstrich der Bürgermeister. Es sei deshalb wichtig gewesen, dass mit dem Umbau des ehemaligen Schulhauses auch die richtigen Räume für die Bücherei gestaltet wurden, die ein attraktives Angebot ermöglichten. 3000 Medien gehören zum Bestand der Bücherei, sagte Rutz. Dabei gebe es stets Wechsel. Eine direkte finanzielle Förderung durch das Land erfahren die kleinen Büchereien nicht mehr. Aber die Zusammenarbeit mit der Landesbüchereistelle in Neustadt und der Zentralbücherei in Waldfischbach-Burgalben funktioniere sehr gut, so Rutz. Sie verwies auf die Bücherkisten, die in Neustadt geholt und regelmäßig getauscht werden könnten. Das sorge tetig für neuen Lesestoff in der Bücherei. Dass die Zusammenarbeit sehr gut war und weiterhin sei, unterstrichen Angelika Hesse von der Landesbüchereistelle in Neustadt und die Leiterin der Zentralbücherei in Waldfischbach-Burgalben, Andrea Grote. Hesse würdigte die Arbeit, die in den kleinen Büchereien geleistet werde. Diese machten die Büchereikultur in Rheinland-Pfalz aus. Über 90 Prozent der Büchereien im Land finden sich in Gemeinden, die weniger als 2000 Einwohner haben, bilanzierte Hesse. |add