Rheinpfalz
Christof Anselmann neuer katholischer Pfarrer in Lauterecken
Christof Anselmann übernimmt zum 1. August die katholische Pfarrei Heiliger Franz Xaver in Lauterecken. Der 38-Jährige ist Nachfolger von Anton Ociepka, der zum gleichen Termin in den Ruhestand geht.
Anselmann wuchs in Hauenstein auf, wo er „eifriger Ministrant“ und Sternsinger war. Noch heute sei er bei den Sternsingern dabei, erzählt er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Nach dem Zivildienst als Erzieher im Internat und beim Rettungsdienst nahm er sein Theologiestudium in München und Eichstätt auf. „Ich hätte gerne auch im Heiligen Land studiert“, berichtet der 38-Jährige. Der Plan sei allerdings nicht aufgegangen; Jerusalem schien den Verantwortlichen als zu gefährlich. Im Nachhinein habe er Israel jedoch kennenlernen können: „Man liest die Bibel einfach anders, wenn man dort war“, weiß der Theologe.
Nach der Priesterweihe 2008 – Anselmann war der erste Kandidat, den der damals neue Bischof Karl-Heinz Wiesemann weihte – war er Kaplan in Ludwigshafen-Gartenstadt. Von dort wechselte er in die große Pfarrei St. Ingbert, wo er auch mit dem Wiederaufbau der abgebrannten St. Josefskirche befasst war. Anschließend war er als Pfarrer und Kooperator sechs Jahre in Trulben mit knapp 5700 Gemeindemitgliedern.
Mit Bus zur Amtseinführung
Der Wechsel in die Diaspora nach Lauterecken, wo Anselmann künftig weniger als 2000 Gemeindemitglieder in 36 Orten betreuen wird, bedeute für ihn eine Herausforderung, wie er offen zugibt. Doch auch wenn die Pfarrei von den Mitgliedern her kleiner sei, „es gilt, das Vorhandene zu stärken“, betont Anselmann. Mit der notwendigen Motorisierung hat der Pfarrer übrigens gar kein Problem: Er fährt Auto, Motorrad und sogar Bus. Am Steuer eines Linienbusses werde er am 18. August auch zur Amtseinführung von Trulben nach Lauterecken kommen, kündigt Anselmann an.
Denn Busfahren zählt der Pfarrer zu seinen Leidenschaften. An freien Tagen springe er als Aushilfe für die Queichtal Nahverkehrsgesellschaft ein. „Ich wollte die Wallfahrten für die Leute günstiger machen“, erzählt er, wie er vor gut drei Jahren zum Busführerschein kam. Als er sich jedoch nach bestandener Prüfung einen Bus ausleihen wollte, wurde ihm eröffnet, dass dies ohne Fahrpraxis nicht möglich sei. Auf diese Weise sei er zu seinem Nebenjob als Fahrer eines Linienbusses gekommen. „Da ist ja unser Busfahrer!“, habe er schon von Kindern gehört, als sie ihn das erste Mal in der Kirche gesehen haben. Wenn es seine Zeit erlaubt, möchte Anselmann das Busfahren als Hobby auch von Lauterecken aus beibehalten. Weitere Hobbys sind unter anderem Kochen und die Arbeit mit Holz.
Schreiner als Alternative
„Ich habe meine Berufung im Alter von neun Jahren erhalten“, berichtet Anselmann, wie er Pfarrer geworden ist. Allerdings hatte der im Pfälzerwald aufgewachsene Theologe auch lange den Schreinerberuf als Alternative im Kopf. „Ich möchte für alle da sein können, die mich brauchen, nicht nur für eine eigene Familie“, begründet er seine Berufswahl.
Für alle da zu sein, das wird dem busfahrenden Pfarrer wohl nicht schwer fallen. Er sei kontaktfreudig und aufgeschlossen. Da verwundert es nicht, dass erste Kontakte in die neue Pfarrei schon geknüpft sind, bevor er überhaupt angefangen hat.
Info
Die Einführung von Christof Anselmann übernimmt der Kuseler Dekan Rudolf Schlenkrich am Sonntag, 18. August, um 15 Uhr in Lauterecken.